Im Dezember wählt die CDU Deutschlands einen neuen Vorsitzenden. Mit einem der Kandidaten diskutierte die CDU in Berlin-Lichtenberg über die Zukunft der Volkspartei. Der rheinische Bundestagsabgeordnete Dr. Norbert Röttgen stellte sich und seine Vorstellungen den Lichtenbergern vor.
»Die CDU ist eine Mitmachpartei«, erklärt der Lichtenberger CDU-Kreisvorsitzende Prof. Dr. Martin Pätzold: »Wenn ein Bewerber für das höchste Amt unserer Partei über seine Pläne mit uns diskutiert, zeigt sich das ganz deutlich.«
Die CDU brauche strukturelle Veränderungen, sie müsse um Antworten ringen und Zukunftsfragen beantworten. Jetzt gelte es, die eigenen Werte zu erhalten aber dabei moderne Antworten auf Zukunftsfragen zu geben. Wir seien in einer neuen Zeit in der eine neue Ordnung entsteht, Politikfelder ließen sich nicht mehr klar trennen, auf Europa und Deutschland kämen weitere Herausforderungen zu, erklärt Dr. Norbert Röttgen MdB seine Motivation für die Kandidatur um den CDU-Vorsitz.
In der Diskussion mit den Mitgliedern stellte Dr. Röttgen die historische Leistung der deutschen Wiedervereinigung heraus. In den vergangenen Jahren habe er eine deutliche Auseinanderentwicklung zwischen Ost und West festgestellt. Aus dem sich herausbildenden Nebeneinander müsse wieder ein Dialog und damit ein Miteinander werden. Den größten politischen Wettbewerber sieht der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete in den Grünen. Zur AfD zieht er eine klare Grenze. Zwischen CDU und AfD gäbe es keinerlei Schnittmengen. Auch innerparteilich will Dr. Röttgen stärker debattieren und die Expertise in der Partei besser nutzen. Das kompetente, engagierte und kämpferische Eintreten für die eigenen politischen Positionen müsse die CDU wieder stärker in den Vordergrund stellen.
Die Herausforderungen für die deutsche und europäische Politik sieht der Kandidat um den CDU-Parteivorsitz klar: Deutschland benötige einen Digitalisierungsschub, der vergleichbar mit dem Aufbau Ost sei. Europa müsse im eigenen Interesse handlungsfähiger werden. Nur wenn Europa souveräner werde – gerade in Fragen der Außenpolitik – könne es im globalen Konzert zwischen China, Russland und den USA bestehen. Dies sei auch der Schlüssel, Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen, findet Dr. Norbert Röttgen.
Die einstündige online-Diskussion brachte einen großen Überblick über aktuelle und künftige Herausforderungen der deutschen Politik. Detailliert fühlten die Lichtenberger CDU-Mitglieder dem Bundestagsabgeordneten auf den Zahn. Politik müssen wieder klarer und verständlicher sprechen, findet Dr. Röttgen. Wirtschaft und Umwelt dürfe nicht als Gegensatz gesehen werden. Die Union müsse den Bürgern nicht nur erklären können wie wir leben wollen, sondern auch wovon. Der Wert von Leistung müsse wieder stärker anerkannt werden. Einen Koalitionswahlkampf lehnt Dr. Röttgen ab, es gelte jetzt für die eigenen Positionen einzutreten und die CDU zu stärken.

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