Pressespiegel

Zwischen Plattenbauten und Bauerngehöften

Der Wahlkreis 1 in Neu-Hohenschönhausen ist ein Ort der Kontraste

Die LINKE ver­si­chert ihre unein­ge­schränk­te Soli­da­ri­tät mit den Beschäf­tig­ten, die CDU stellt sich auf die Sei­te der Gewerk­schaf­ten, die SPD will um den Erhalt der Arbeits­plät­ze kämp­fen. Lan­ge Zeit war der Pro­duk­ti­ons­stand­ort des US-ame­ri­ka­ni­schen Geträn­ke­gi­gan­ten eine Art Vor­zei­ge-Unter­neh­men. In den 1990er-Jah­ren errich­tet, galt die Ansied­lung als wich­ti­ges Signal für den Nor­den Hohen­schön­hau­sens. Im erst weni­ge Mona­te alten Image­film des Bezirks­am­tes taucht Coca Cola eben­falls auf. Nun, so scheint es, muss das Dreh­buch neu geschrie­ben wer­den.

Neu-Hohen­schön­hau­sen: Das sind fast 55.000 Men­schen, die in der Groß­sied­lung und in einem der drei Dör­fer Fal­ken­berg, War­ten­berg und Mal­chow leben. Der Orts­teil ist ein ver­hält­nis­mä­ßig jun­ger Kiez – den größ­ten Anteil an der Bevöl­ke­rung haben die 27- bis 45-Jäh­ri­gen. Jeder Fünf­te fällt nach Anga­ben des Amtes für Sta­tis­tik Ber­lin-Bran­den­burg in die­se Alters­grup­pe. Fast hät­te man mei­nen kön­nen, die Ent­wick­lung im Boom-Bezirk Lich­ten­berg geht an Neu-Hohen­schön­hau­sen vor­bei – doch inzwi­schen sie­deln sich selbst in den bereits in den 1990er-Jah­ren ange­leg­ten Gewer­be­ge­bie­ten gro­ße Unter­neh­men an. Das Lin­den-Cen­ter am Pre­ro­wer Platz, das kürz­li­ch wie­der eröff­ne­te Han­sa-Cen­ter in der Han­sa­stra­ße, Euro­pas größ­tes Tier­heim in Fal­ken­berg und die Natur­schutz­sta­ti­on in Mal­chow machen Neu-Hohen­schön­hau­sen über sei­ne Gren­zen bekannt. Doch es gibt viel zu tun. Neben der Jugend- und Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit kämpft der Kiez auch um ein eige­nes Zen­trum.

Poli­ti­sch wird Neu-Hohen­schön­hau­sen von drei Abge­ord­ne­ten ver­tre­ten: Die 2011 direkt gewähl­te Evrim Som­mer (DIE LINKE), Karin Hal­sch von der SPD und Dan­ny Frey­mark von der CDU. Die bei­den Letz­te­ren zogen über die Lan­des­lis­te ins Abge­ord­ne­ten­haus. Span­nend dürf­te es in die­sem Jahr vor allem zwi­schen der Par­tei DIE LINKE und der SPD wer­den, die sich ver­mut­li­ch ein Kopf-an-Kopf-Ren­nen um das Direkt­man­dat lie­fern wer­den. Auf­ho­len dürf­te auch die CDU, die sich vor allem mit bür­ger­li­chen The­men in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren einen Namen gemacht hat. Aller­dings: Fast jeder Zehn­te wähl­te 2011 die NPD – nimmt man die ande­ren rech­ten Split­ter­par­tei­en dazu, mach­te sogar jeder Fünf­te sein Kreuz bei den Kan­di­da­ten des rech­ten Lagers. Eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen dürf­te auch in Neu-Hohen­schön­hau­sen die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen sein. Fünf der neun Lich­ten­ber­ger Stand­or­te sind im Wahl­kreis 1 geplant. Kei­ne ein­fa­che Aus­gangs­po­si­ti­on für einen Wahl­kampf…

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/03/BZJ_03_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 10.03.2016

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