Pressespiegel

Zauneidechsen ziehen um

Von Schöneweide in den Landschaftspark Herzberg

Die Zaunei­dech­sen aus Schö­ne­wei­de zie­hen aus die­sem Grund in den ein­hun­dert Hekt­ar gro­ßen Lich­ten­ber­ger Land­schafts­park Herz­ber­ge. Der ist zwi­schen 2004 und 2014 rund um das evan­ge­li­sche Kran­ken­haus Köni­gin Elißa­be­th Herz­ber­ge mit Bio­to­pen und land­wirt­schaft­li­chen nutz­ba­ren Wie­sen ent­stan­den.

Dort haben vor 25 Jah­ren schon ein­mal Zaunei­dech­sen gelebt, damals aller­dings durch Bau­maß­nah­men ihren Lebens­raum ver­lo­ren. Um ihren Umzug vor­zu­be­rei­ten, muss­ten Ende Febru­ar auf den Wei­de­flä­chen Bäu­me gefällt wer­den. Sie waren dort wild gewach­sen, wo ein­st die Gewächs­häu­ser stan­den. Das Umwelt- und Natur­schutz­amt hat­te dem Fäl­len zuge­stimmt.

Auf dem Gelän­de des ehe­ma­li­gen Ran­gier­bahn­ho­fes Ber­lin-Schö­ne­wei­de ste­hen ab sofort bis ende Sep­tem­ber Rep­ti­li­en­zäu­ne. Sie haben eine glat­te Ober­flä­che und sind eine unüber­wind­ba­re Bar­rie­re für die Zaunei­dech­sen. Sie lau­fen um die Zäu­ne her­um und fal­len dort auf­ge­stell­te und mit Moos, Heu oder Laub aus­ge­legt Eimer. »Täg­li­ch sam­melt ein von der DB beauf­trag­ter Bio­lo­ge die Tie­re aus den Eimern, wenn es beson­ders heiß ist, auch zwei­mal am Tag. In mit Sand und Laub aus­ge­leg­ten Trans­port­bo­xen wer­den die Tie­re in unse­re Land­schafts­park Herz­ber­ge gebracht«, erklärt Bau­stadt­rat Wil­fried Nün­thel.

Damit sich die Rep­ti­li­en in ihrem neu­en Zuhau­se rich­tig wohl füh­len, wer­den Ver­ste­cken und Plät­ze zum Son­nen für sie ange­legt und Dorn­ge­höl­ze gepflanzt. Außer­dem wer­den arten­rei­che, blü­hend Wie­sen­flä­chen gesät. Das Bezirks­amt bit­tet um Ver­ständ­nis dafür, dass Rin­der und Scha­fe auf die­sen Flä­chen in die­sem Jahr nicht mehr gra­sen kön­nen. Auf den Wei­den an der Tram und am Wald kön­nen wei­ter­hin Scha­fe besucht und beob­ach­tet wer­den. Ab 2016 wer­den allen Wie­sen wie­der bewei­det, jedoch mit weni­ger Scha­fen, damit die Vege­ta­ti­on sich arten­reich ent­wi­ckeln kann. Davon pro­fi­tie­ren dann auch die Feld­ha­sen. Mög­li­cher­wei­sen kom­men noch Zie­gen, Rin­der und Pfer­de dazu.

Kürz­li­ch ist der Land­schafts­park Herz­ber­ge als Land­schafts­schutz­ge­biet aus­ge­wie­sen wor­den. Zum Wei­tern­ent­wi­ckeln hat Lich­ten­berg För­der­mit­tel aus dem Euro­päi­schen Umwelt-Ent­las­tungs­pro­gramm erhal­ten. Damit ist fol­gen­des geplant:

–Vom Fried­hof Fried­richs­fel­de wird ein Fuß­weg auf der ehe­ma­li­gen Indus­trie­bahn­tras­se in den Kern­be­reich des süd­li­chen Parks gebaut.

–Ein Zaun wird um den öst­li­chen neben dem Kran­ken­haus lie­gen­den Gro­ßen Herz­berg­teich gezo­gen. Er soll die dor­ti­gen Amphi­bi­en­po­pu­la­ti­on schüt­zen.

–An neun der ins­ge­samt zehn Gewäs­ser soll durch das Pflan­zen ein­hei­mi­scher Was­ser- und Sumpf­pflan­zen eine arten­rei­cher Ufer- und Unter­was­ser­ve­ge­ta­ti­on ent­ste­hen.

Verweis: rn.abendblatt-berlin.de/fileadmin/pdf_archiv_rn/2015/RN_Li_04.2015.pdf

Quelle: Lichtenberger Rathausnachrichten | 28.03.2015

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