Pressespiegel

Zauneidechsen ziehen um

Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr waren 700 Zaunei­dech­sen in Schö­ne­wei­de ein­ge­fan­gen und auf Flä­chen in Fre­ders­dorf und Neu­en­ha­gen gebracht wor­den. Nach erheb­li­chen Wider­stän­den von Anwoh­nern, dem Wider­stand von Natur­schutz­ver­bän­den und Pro­ble­men im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren (die zustän­di­ge Behör­de ist die Senats­stadt­ent­wick­lungs­ver­wal­tung) wer­den die­se Stand­or­te nicht mehr genutzt, um wei­te­re Tie­re dort anzu­sie­deln. Statt­des­sen sol­len sie nun in den Land­schafts­park Herz­ber­ge und auf ein Are­al in Pan­kow kom­men.

Nabu erfolg­reich mit Kla­ge

Gegen die Geneh­mi­gung zur Umsied­lung hat­te 2014 der Natur­schutz­bund Deutsch­land (Nabu) geklagt. »Es hat­te kei­ne ordent­li­che Betei­li­gung der Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge gege­ben«, sagt Spre­che­rin Anja Sor­ges. Die Exper­ten des Nabu sei­en weder dazu gehört wor­den, ob die vor­ge­se­he­nen Gebie­te für die Auf­nah­me der Tie­re geeig­net sind, noch unter wel­chen Bedin­gun­gen die Eidech­sen ein­ge­fan­gen wer­den. »Die Kla­ge ist zu unse­ren Guns­ten ent­schie­den wor­den«, sagt Sor­ges.

In Herz­ber­ge haben Natur­schüt­zer die Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten für die Eidech­sen-Habi­ta­te in Tei­len mit beglei­tet. »Für die Umsied­lung lie­gen uns der­zeit aber noch kei­ne Unter­la­gen vor«, sagt Sor­ges. Für die Prü­fung im Rah­men des Betei­li­gungs­ver­fah­rens sind min­des­tens 14 Tage vor­ge­schrie­ben. »Wir gehen des­halb davon aus, dass vor Ende April nichts pas­sie­ren dürf­te.« Jetzt sei es den Zaunei­dech­sen sowie­so noch zu kalt, da zeig­ten sie sich nicht. Anja Sor­ges sagt, dass der Land­schafts­park Herz­ber­ge zwar geeig­ne­ter als die Bran­den­bur­ger Flä­chen vom Vor­jahr erschei­ne: »Am Liebs­ten wäre es uns jedoch, wenn die Zaunei­dech­sen in Schö­ne­wei­de blei­ben könn­ten.« Es sei ein 40 Hekt­ar gro­ßes Gelän­de, das die Bahn ver­mark­ten wol­le: »Bis­her gibt es noch kei­nen ein­zi­gen Inter­es­sen­ten dafür.«

Kos­ten trägt die Bahn

Die Umsied­lung der Klein­rep­ti­li­en fin­det im Rah­men der Ersatz­maß­nah­men für die Ein­grif­fe in Natur und Land­schaft statt, zah­len dafür muss die Deut­sche Bahn. »Wir sind dabei, einen ent­spre­chen­den Ver­trag mit der Bahn abzu­schlie­ßen«, sagt Lich­ten­bergs Stadt­ent­wick­lungs-Stadt­rat Wil­fried Nün­thel (CDU), der das Pro­jekt erst kürz­li­ch im Umwelt­aus­schuss des Bezirks­par­la­ments vor­ge­stellt hat. Das Kon­zept sieht vor, im Wesent­li­chen das der­zei­ti­ge Land­schafts­bild des Parks größ­ten­teils zu erhal­ten bezie­hungs­wei­se auf­zu­bes­sern. Eini­ge weni­ge Wäl­le wer­den aus Sand und Lehm geschaf­fen, zudem arten­rei­che Hoch­stau­den gepflanzt. Die Struk­tu­ren aus Baum­stub­ben und Rei­sig, die bereits ange­legt wur­den, die­nen als Win­ter­quar­tie­re und Eiab­la­ge­plät­ze. Mit Rep­ti­li­en­zäu­nen sol­len die Tie­re bis zur Gewöh­nung an die neue Umwelt geschützt wer­den. Die Zäu­ne sol­len spä­tes­tens Ende 2016 demon­tiert wer­den – dann kön­nen auch wie­der Scha­fe auf den Flä­chen wei­den. Zunächst aber müs­sen ande­re Wei­de­flä­chen für die Scha­fe gesucht wer­den, nur ein klei­ner Teil der Tie­re bleibt vor Ort. Die Pfle­ge der Eidech­sen-Bio­tope finan­ziert die Bahn.

Für den Stadt­rat passt die Ansied­lung der Zaunei­dech­sen, die in der Roten Lis­te als gefähr­det geführt wer­den, gut zur Ent­wick­lung des 17 Hekt­ar gro­ßen Parks – einer nach der Wen­de rena­tu­rier­ten Brach­flä­che. »Wir wol­len ihn ja künf­tig als Land­schafts­schutz­ge­biet aus­wei­sen«, sagt Nün­thel. Bereits seit drei Jah­ren arbei­tet der Bezirk dran, vor­aus­sicht­li­ch in die­sem Jahr wird das Pro­jekt rea­li­siert.

Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/zauneidechsen-ziehen-um/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 16.03.2015

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