Pressespiegel

Wie viele jetzt – 4, 8 oder 10?

Frey­mark, der selbst seit 29 Jah­ren in Hohen­schön­hau­sen wohnt, zeigt sich irri­tiert:

»In einer Situa­ti­on, in wel­cher der Senat sich um ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­men bemü­hen soll­te, ist es ein nahe­zu skan­da­lö­ser Vor­gang, dass die Ber­li­ner Bevöl­ke­rung und die gewähl­ten Par­la­men­ta­ri­er im Abge­ord­ne­ten­haus aus den Medi­en anstatt von den Ver­ant­wort­li­chen selbst erfah­ren, was geplant ist. Auf die­se Wei­se wer­den ein­fach Fak­ten geschaf­fen ohne einen öffent­li­chen Dis­kurs über adäqua­te Lösungs­an­sät­ze füh­ren zu kön­nen«, heißt es in der Erklä­rung.

Neben der »frag­wür­di­gen Infor­ma­ti­ons­po­li­tik« stel­le sich auch die Fra­ge, war­um die neu geplan­ten Unter­künf­te so ungleich über das Stadt­ge­biet ver­teilt wer­den soll­ten. Die Bezir­ke Lich­ten­berg und Span­dau müss­ten schon jetzt die Haupt­last bei der Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen leis­ten.

Der Ber­li­ner Par­la­men­ta­ri­er stellt die Fra­ge: »Wel­che Inte­gra­ti­ons­kraft hat ein Kiez, in dem es immer noch zu vie­le Men­schen gibt, die kei­ne Arbeit haben oder von Alters­ar­mut betrof­fen sind? Wie wirkt es auf unse­re Bewoh­ner, wenn Turn­hal­len zunächst als Not­un­ter­künf­te für Flücht­lin­ge beschlag­nahmt wer­den und dann nach deren Aus­zug wei­ter­hin mona­te­lang unge­nutzt blei­ben, weil die Ver­wal­tung die­se wegen Zustän­dig­keits­ge­r­an­gel nicht wie­der frei­gibt? Aus­ge­rech­net die Sport­ver­ei­ne wer­den belas­tet, wel­che mit ihrer Inte­gra­ti­ons­kraft und ihrem Enga­ge­ment unent­behr­lich für unse­re Kie­ze sind.«

Der Zustrom von Asyl­su­chen­den nach Ber­lin wer­de so schnell nicht abrei­ßen. Für die Bür­ger sei sicher nach­voll­zieh­bar, dass Flücht­lin­ge aus den Kriegs­ge­bie­ten des Nahen Ostens men­schen­wür­dig unter­ge­bracht wer­den müss­ten. Dazu wer­de den Ber­li­nern seit vie­len Mona­ten enorm viel Ver­ständ­nis und Hilfs­be­reit­schaft abge­nö­tigt. Er (Frey­mark) »wer­de die Stand­ort­plä­ne des Senats für die neu­en Flücht­lings­un­ter­künf­te in Ber­lin und damit auch am Stand­ort Neu-Hohen­schön­hau­sen nicht unter­stüt­zen, so lan­ge nicht der Ansatz einer gleich­mä­ßi­gen Ver­tei­lung und die sozia­le Inte­gra­ti­ons­kraft eines Kiezes berück­sich­tigt wird.«

Erst ges­tern hat­te die Ber­li­ner Abge­ord­ne­te für Neu-Hohen­schön­hau­sen, Karin Halsch (SPD), sich gegen »eine Bal­lung von bis zu zehn Stand­or­ten« gewandt. LiMa+ berich­te­te.

Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/23277-2/

Quelle: 88vier | 11.02.2016

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