Pressespiegel

Wechselkröten-Hochzeit gerettet

Wich­ti­ge Gebie­te für Amphi­bi­en sind in Lich­ten­berg der Geh­ren­see und das Natur­schutz­ge­biet Fal­ken­ber­ger Rie­sel­fel­der, wel­ches zudem als Flo­ra-Fau­na-Habi­tat aus­ge­wie­sen ist. »Beson­ders schwie­rig ist die Situa­ti­on für die Wech­sel­krö­te«, erklärt Wil­fried Nün­thel (CDU), Bezirks­stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung. Die­se step­pen-bewoh­nen­de Amphi­bi­en­art bevor­zu­ge tem­po­rä­re vege­ta­ti­ons­ar­me Gewäs­ser, wo sie von April bis Juli ihre Laich­schnü­re ablegt. Drei Wochen rei­chen für die Ent­wick­lung der Kaul­quap­pen aus. »Tem­po­rä­re Gewäs­ser bil­den sich aber erst nach Gewit­tern mit Stark­re­gen her­aus. Des­halb fin­det in die­sem Jahr die Wech­sel­krö­te kei­ne Laich­plät­ze«, so Nün­thel.

Wind­rad regu­liert Was­ser­stand?

Eini­ge Kilo­me­ter wei­ter süd­li­ch bie­tet der Land­schafts­park Herz­ber­ge einen Lebens­raum für Amphi­bi­en. Dort hat das Umwelt- und Natur­schutz­amt in einem neu­en Pro­jekt die Mög­lich­keit geschaf­fen, den Was­ser­stand zu regu­lie­ren. Das Wind­rad am 650 Qua­drat­me­ter gro­ßen Rit­ter­pfuhl dient nun­mehr nicht nur den Scha­fen als Trän­ke, son­dern füllt mit über­schüs­si­gem Was­ser auch das Gewäs­ser auf. Die wei­te­re Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on im Land­schafts­park Herz­ber­ge unter­stützt auch das Tech­ni­sche Hilfs­werk (Kreis­ver­band Lich­ten­berg), das in der ver­gan­ge­nen Woche mit einem Groß­ein­satz half, den im Mai aus­ge­trock­ne­ten Kna­ben­teich (son­st 550 Qua­drat­me­ter groß) auf­zu­fül­len. 17 THW-Mit­ar­bei­ter, davon elf Jugend­li­che, prob­ten die Ver­le­gung mobi­ler Was­ser­lei­tun­gen und füll­ten das Gewäs­ser nach rund zehn Stun­den mit 180 Kubik­me­tern Was­ser auf. Ers­te Ergeb­nis­se sind bereits zu beob­ach­ten, denn im Kna­ben­teich sind unter­des­sen eini­ge Wech­sel­krö­ten ein­ge­wan­dert. Selbst tags­über ist der tril­ler­nen­de Ruf der Männ­chen zu hören, die das Gewäs­ser für sich ent­deckt haben und nun die Weib­chen anlo­cken. Der Was­ser­stand wird auch ohne Regen aus­rei­chen, so dass sich nach der Krö­ten­hoch­zeit die Kaul­quap­pen gut ent­wi­ckeln kön­nen.

Dank an THW?

Der Schwer­punkt der Ver­brei­tung der Wech­sel­krö­te liegt im Nord­os­t­en Ber­lins, der Bezirk Lich­ten­berg weist dabei die größ­ten Bestän­de auf und hat somit eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung für die­se sel­te­ne und streng geschütz­te Amphi­bi­en­art. »Ganz aus­drück­li­ch möch­te ich dem THW Lich­ten­berg für sei­ne Unter­stüt­zung bei die­sem Arten­schutz­pro­jekt dan­ken«, beton­te Stadt­rat Nün­thel. »Die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den des Tech­ni­schen Hilfs­werks voll­brin­gen an vie­len Stel­len im Bezirk und dar­über hin­aus ehren­amt­li­ch vie­le gute Taten. Für die THW-Jugend­grup­pe war die­ses Pro­jekt zudem eine gute Mög­lich­keit, ihre theo­re­ti­schen Kennt­nis­se prak­ti­sch anzu­wen­den und zugleich etwas für den Arten­schutz in unse­rem Bezirk bei­zu­tra­gen. Dass die Amphi­bi­en dies nach so kur­zer Zeit bereits gut anneh­men und somit die Früch­te der Arbeit unmit­tel­bar sicht­bar wer­den, freut mich umso mehr.«

Im ca. 100 Hekt­ar gro­ßen Land­schafts­park Herz­ber­ge befin­den sich wei­te­re Klein­ge­wäs­ser. Im Eichen­pfuhl, Gut­steich, Hir­ten­pfuhl und Schul­zen­ku­ten wur­den neben der Wech­sel­krö­te auch die Amphi­bi­en Kamm­mol­ch, Teich­mol­ch, Erd­krö­te und Teich­frosch nach­ge­wie­sen. Alle Amphi­bi­en sind laut Bun­des­ar­ten­schutz­ver­ord­nung geschützt. Kamm­mol­ch und die Wech­sel­krö­te gehö­ren sogar zu den beson­ders geschütz­ten Arten in der Euro­päi­schen Uni­on.

Autor: Volkmar Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/wechselkroeten-hochzeit-gerettet/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 16.06.2015

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