Pressespiegel

Von Hohenschönhausen nach Schönefeld

Die S-Bahn­li­nie 75 soll schon bald von der End­hal­te­stel­le War­ten­berg hin­aus zum SBahn­hof Pan­kow ver­län­gert wer­den. Einen ent­spre­chen­den Antrag hat Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Lich­ten­berg auf Initia­ti­ve der CDU-Frak­ti­on hin beschlos­sen. Auch soll die Sied­lung Mar­ga­re­ten­hö­he einen eige­nen Bahn­hof bekom­men, for­dern die Christ­de­mo­kra­ten. »Hin­ter­grund dafür ist zum einen der Wunsch der Hohen­schön­hau­se­ner Bür­ger nach einer bes­se­ren ver­kehr­li­chen Anbin­dung an die Stadt und zum ande­ren die Bit­te der Pan­kower um Ent­las­tung der S- und Stra­ßen­bahn­stre­cken in ihrem Bezirk«, sagt CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Gre­gor Hoff­mann. Neu ist die Idee nicht. Ent­spre­chen­de Pla­nun­gen sind bis in die Zeit der DDR zurück­zu­ver­fol­gen, wie Lich­ten­bergs Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Wil­fried Nün­t­hel (CDU) sagt. Auch der Anschluss an den klei­nen von Ein­fa­mi­li­en­häu­sern und Klein­gär­ten gepräg­ten Orts­teil Mar­ga­re­ten­hö­he in Mal­chow ist schon län­ger im Gespräch. Vor Ort sind sogar die Auf­schüt­tun­gen für den Bahn­hof zu erken­nen. Auch der Platz für die eigent­li­che S-Bahn­stre­cke par­al­lel zur Regio­nal­bahn­tras­se Rich­tung Ora­ni­en­burg und Tem­plin wird seit vie­len Jah­ren frei­ge­hal­ten. »Ange­sichts des The­mas wach­sen­de Stadt ist es aus unse­rer Sicht rat­sam, die Lücke zu schlie­ßen und die S-Bahn­li­nie über Karow nach Pan­kow zu ver­län­gern«, sagt Nün­t­hel. Kon­kret geht es um lan­des­ei­ge­ne Flä­chen, die das Land Ber­lin der­zeit für den Woh­nungs­bau in Pan­kow akti­viert. »Da ist es doch nahe­lie­gend, die ver­kehr­li­che Anbin­dung mit einem leis­tungs­fä­hi­gen Ver­kehrs­mit­tel sicher­zu­stel­len«, erklärt Wil­fried Nün­t­hel auf Nach­fra­ge dem Bezirks-Jour­nal. Ein wei­te­rer Vor­teil: Auch die Hohen­schön­hau­se­ner wären schnel­ler in Pan­kow. Bis­lang steht für die Ver­bin­dung nur eine Bus­li­nie zur Ver­fü- gung. Per­spek­ti­visch ist die Rede davon, die S75 von Müh­len­beck-Mönch­müh­le (Land­kreis Ober­ha­vel) über Pan­kow, Karow und Hohen­schön­hau­sen, Mar­zahn und das soge­nann­te Grün­au­er Kreuz bis zum Haupt­stadt­flug­ha­fen in Schö­ne­feld wei­ter­zu­füh­ren. »Die Hohen­schön­hau­se­ner haben mehr­fach den Wunsch nach einer bes­se­ren Anbin­dung geäu­ßert«, sagt Lich­ten­bergs CDU-Frak­ti­ons­chef Gre­gor Hoff­mann. Er sieht das Bezirks­amt in der Pflicht. Das aber kann nur Brie­fe an die zustän­di­ge Senats­ver­wal­tung schi­cken, was in die­sem Fall bereits gesche­hen ist. »Das Land Ber­lin muss den Auf­trag für den Bau ertei­len, die Deut­sche Bahn AG führt die­sen dann aus«, sagt Wil­fried Nün­t­hel. Bis­lang aber ist man weit von die­sem Vor­ha­ben ent­fernt. Zwar fand der Neu­bau der Stre­cke War­ten­berg, Karo­wer Kreuz und Müh­len­beck-Mönch­müh­le bereits Erwäh­nung im »Stadt­ent­wick­lungs­plan Ver­kehr 2025«. Doch dort steht es ver­steckt in den lang­fris­ti­gen Maß­nah­men. »Die erfor­der­li­che Tras­sen­frei­hal­tung für einen Stre­cken­neu­bau ist über den Flä­chen­nut­zungs­plan von Ber­lin abge­si­chert«, sagt Derk Ehlert von der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung. »Eine kon­kre­te Pla­nung für die Wei­ter­füh­rung der S-Bahn über den Bahn­hof War­ten­berg hin­aus bis nach Pan­kow liegt der­zeit nicht vor.« Lich­ten­bergs Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Wil­fried Nün­t­hel (CDU) will sich mit sol­chen Aus­sa­gen aber nicht zufrie­den geben. Er warnt davor, erst neue Wohn­ge­bie­te zu bau­en und dann die Erschlie­ßung mit öffent­li­chem Nah­ver­kehr anzu­ge­hen. Ein gutes Bei­spiel, dass es auch anders her­um funk­tio­nie­ren kann, hat Nün­t­hel im eige­nen Bezirk: Bevor Neu-Hohen­schön­hau­sen ent­stand, ging dort eine Bahn­hal­te­stel­le in Betrieb. Sie trägt den Namen »Ber­lin-Hohen­schön­hau­sen«.

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2015/12/BZJ_12_2015_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 10.12.2015

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