Pressespiegel

Verkehrschaos vorprogrammiert

Eine lang geplan­te und sogar bereits im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan vor­ge­se­he­ne Orts­um­fah­rung könn­te Abhil­fe schaf­fen und das Dorf ent­las­ten. Doch noch ist unklar, wann dies soweit ist. Und so bleibt die Dorf­stra­ße als Teil des Bun­des­stra­ße 2 ein wich­ti­ger Zubrin­ger zwi­schen der Ber­li­ner Innen­stadt und der Bun­des­au­to­bahn 10, auch als Ber­li­ner Ring bekannt. In eini­gen Mona­ten soll­ten Auto­fah­rer jedoch einen Bogen, bes­ser noch, einen ganz gro­ßen Bogen um Mal­chow machen. Denn der 1,2 Kilo­me­ter lan­ge Abschnitt zwi­schen Ort­nit­stra­ße und Blan­ken­bur­ger Pflas­ter­weg wird zur Groß­bau­stel­le. Was die Fach­pla­ner tech­no­kra­tisch als »grund­haf­te Instand­set­zung« bezeich­nen, bedeu­tet für Auto­fah­rer und Anlie­ger ein pro­gram­mier­tes Cha­os.

Spä­tes­tens 2017 rol­len die Bag­ger

Wann genau die Arbei­ten auf der Dorf­stra­ße begin­nen wer­den, ist noch nicht ganz klar. Los­ge­hen könn­te es schon in die­sem Jahr, spä­tes­tens aber 2017 sol­len die Bag­ger rol­len. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung dar­über trifft die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin (VLB). Als ers­tes rücken die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be an. Sie bau­en nicht nur einen Regen­ka­nal, son­dern erneu­ern auch die Trink­was­ser-Haupt­lei­tung und bis zu 90 Jah­re alte Trink­was­ser-Ver­sor­gungs­lei­tun­gen. Pla­ne­rin Eva Exner vom Büro p2m­ber­lin sagt, dass die Stra­ße dafür in acht bis neun Bau­ab­schnit­te ein­ge­teilt wird. Danach geht es an den Stra­ßen­be­lag, an die Rad­we­ge und an die ins­ge­samt sechs Bus­hal­te­stel­len im Dorf.

Immer wie­der Sper­run­gen und Umlei­tun­gen

Qua­si in einem Halb­satz wur­de am Mitt­woch­abend, 10. Febru­ar, auf einer Anwoh­ner­ver­samm­lung in der Natur­schutz­sta­ti­on Mal­chow deut­lich, was den Dorf­be­woh­nern und auch den Ber­li­nern und Bran­den­bur­gern wirk­lich blüht. Über einen Zeit­raum von vier Jah­ren kommt es auf der Dorf­stra­ße immer wie­der zu Sper­run­gen und zu Umlei­tun­gen. In Rich­tung Innen­stadt wird die Dorf­stra­ße zur Ein­bahn­stra­ße. Schwie­ri­ger wird es für Auto­fah­rer, die von der City Ost auf die Auto­bahn wol­len. Sie wer­den über eine meh­re­re Kilo­me­ter lan­ge Stre­cke über den Pan­kower Orts­teil Hein­ers­dorf umge­lei­tet. So zumin­dest sehen es die bis­he­ri­gen Pla­nun­gen vor. Son­der­rech­te für Anwoh­ner wird es nicht geben. Sie müs­sen mit Start der Bau­ar­bei­ten eben­falls ner­vi­ge Umwe­ge in Kauf neh­men. »Das ist eine Zumu­tung«, empör­te sich ein Mann auf der Ein­woh­ner­ver­samm­lung. »Irgend­wie müs­sen wir ja hier aus die­sem Nest weg­kom­men«, ergänz­te eine Nach­ba­rin. Gewer­be­trei­ben­de – davon gibt es in Mal­chow etli­che – sehen eben­falls mit Sor­ge auf die geplan­te Bau­stel­le. Sie befürch­ten, dass die Waren­an­lie­fe­rung gefähr­det ist.

Stadt­rat will sich um Anlie­ger küm­mern

Fakt ist: Kaum ein Mal­chow­er war sich bis­lang bewusst, wel­che Aus­ma­ße die Erneue­rung der Dorf­stra­ße vor allem für sie selbst neh­men wird. Und auch Lich­ten­bergs Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Wil­fried Nün­t­hel (CDU) zeig­te sich über­rascht. Immer­hin: Er kün­dig­te an, vor allem das Anlie­ger­the­ma noch ein­mal auf die Agen­da zu neh­men. Ob das etwas bringt, bleibt abzu­war­ten. Klar ist, dass die Bau­ar­bei­ten in Mal­chow defi­ni­tiv kom­men wer­den.

Autor: Marcel Gäding
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/verkehrschaos-vorprogrammiert/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 13.02.2016

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