Pressespiegel

Unterricht im Zweischicht-System

Natür­li­ch geht es auf Bezirks­ebe­ne in ers­ter Linie um Sach­po­li­tik, aber ein biss­chen mehr Feu­er in der Dis­kus­si­on wäre sicher der Kon­struk­ti­vi­tät und dem Bür­ger­inter­es­se nicht abträg­li­ch.

Vie­le Neu­bau­ten im Bezirk

Bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro (SPD) infor­mier­te im Bericht des Bezirks­am­tes über die Eröff­nung der Jugend­be­rufs­agen­tur am 18. April. In der Got­lin­de­stra­ße 93 erhal­ten Jugend­li­che ab sofort spe­zi­el­le Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te, um schnel­ler in Arbeit und Aus­bil­dung zu kom­men. Dabei arbei­ten Arbeits­agen­tur, Job­cen­ter, Bezirks­amt und die Senats­ver­wal­tun­gen für Arbeit, Inte­gra­ti­on und Frau­en sowie für Bil­dung, Jugend und Wis­sen­schaft unter einem Dach zusam­men.

Im Bezirk häuf­ten sich in jüngs­ter Zeit Grund­stein­le­gun­gen für Bau­vor­ha­ben und Richt­fes­te, sag­te die Bezirks-Che­fin. So am Rosen­fel­der Ring, wo 130 Woh­nun­gen ent­ste­hen, für den Neu­bau der Sport­hal­le am Cop­pi-Gym­na­si­um, Römer­weg in Karls­hor­st, und für die Wäsche­rei Greif Ber­lin GmbH & Co. KG im Gewer­be­ge­biet Pablo-Picas­so-Stra­ße (LiMa+ berich­te­te)

Arbeits­lo­sen­quo­te sinkt wei­ter

Nach wie vor ent­wick­le sich der Arbeits­markt posi­tiv, so die Bür­ger­meis­te­rin und Wirt­schafts­stadt­rä­tin. Per 31. März betrug die Arbeits­lo­sen­quo­te 9,3 Pro­zent. Im Vor­mo­nat waren es noch 9,6 Pro­zent und im März des Vor­jah­res 9,8 Pro­zent. Die­ser Trend wider­spieg­le sich auch bei der Jugendarbeits­losigkeit. Ende März waren in Lich­ten­berg 979 jun­ge Men­schen unter 25 Jah­re ohne Arbeit. Das ent­spricht einer Quo­te von 8,2 Pro­zent. Erst­ma­lig seit län­ge­rem gebe es bei der Zahl der Gewer­be­be­trie­be einen klei­nen Rück­gang. Im März waren 20.307 Unter­neh­men im Bezirk ange­mel­det, fünf weni­ger als im Vor­mo­nat.

Will­kom­men in Lich­ten­berg

Eine leich­te Ent­span­nung gebe es bei der Unter­brin­gung von geflüch­te­ten Men­schen im Bezirk, sag­te Bir­git Mon­tei­ro. »Von 5.914 Unter­brin­gungs­plät­zen in Lich­ten­berg sind der­zeit 5.727 belegt, dar­un­ter auch in drei Sport­hal­len«. Damit lie­ge Lich­ten­berg im Ver­gleich zu den ande­ren Ber­li­ner Bezir­ken immer noch auf Platz eins vor Span­d­au. Der Senat pla­ne die Schaf­fung von Kapa­zi­täts­re­ser­ven. Dafür wer­de zum Bei­spiel die seit län­ge­rem wegen Bau­fäl­lig­keit geschlos­se­ne Sport­hal­le, Alt-Fried­richs­fel­de 60 saniert. Der Vor­teil für die Zukunft: Sobald die Hal­le nicht mehr als Unter­kunft vor­ge­hal­ten wer­den müs­se, ste­he sie wie­der für sport­li­che Nut­zun­gen zur Ver­fü­gung.

Wei­te­re 190 Plät­ze stün­den in Kür­ze in der Geh­ren­see­stra­ße, Alt-Hohen­schön­hau­sen bereit und in der Wol­len­ber­ger Stra­ße 1 sol­len in Con­tai­ner-Bau­wei­se soge­nann­te tempo­ho­mes ent­ste­hen. Am Hage­nower Ring in War­ten­berg errich­tet die Howo­ge Modu­la­re Unter­künf­te in Leicht­bau­wei­se. »Alle Bau­ten sol­len spä­ter auch als ›nor­ma­le‹ Woh­nun­gen nutz­bar sein«, sag­te die Bür­ger­meis­te­rin.

»Will­kom­men in Lich­ten­berg« heißt eine vor kur­zem im Taschen­buch­for­mat erschie­ne­ne Bro­schü­re des Bezirks­am­tes, die Neu­an­kömm­lin­gen in Lich­ten­berg eine Ori­en­tie­rungs­hil­fe gibt, wo sich zum Bei­spiel Ämter und Ver­wal­tungs­diens­te, Kul­tur- Bil­dungs- und Gesund­heits­ein­rich­tun­gen befin­den und wel­che Dienst­leis­tun­gen wo zu erhal­ten sind. Das klei­ne, nütz­li­che Heft­chen gibt es der­zeit in deut­scher, eng­li­scher, ser­bi­scher und rus­si­scher Spra­che – in Vor­be­rei­tung sind Aus­ga­ben in Viet­na­me­si­sch, Ara­bi­sch und in Dari.

Wei­te­re Will­kom­mens­klas­sen

Kerstin Beu­rich (SPD), Bezirks­stadt­rä­tin für Bil­dung, Kul­tur, Sozia­les und Sport, infor­mier­te dar­über, dass für die Beschu­lung von rund 500 Kin­dern und Jugend­li­chen der Not­un­ter­kunft Rusche­s­tra­ße ab Mai eine Lösung gefun­den sei. Tem­po­r­är wür­den die Schü­ler in einem Zwei­schicht-Sys­tem jeweils von 8 bis 13 und 13 bis 18 Uhr in Will­kom­mens­klas­sen unter­rich­tet. Aller­dings nicht in der Unter­kunft Rusche­s­tra­ße, son­dern in der War­ti­ner Stra­ße 47 in Neu-Hohen­schön­hau­sen und in der Rum­mels­bur­ger Stra­ße 21 in Fried­richs­fel­de. Da es kein Shut­tle geben wird, müs­sen die Kin­der von ihren Eltern gebracht wer­den. Wie die Bil­dungs­stadt­rä­tin ankün­dig­te, sol­len in Kür­ze in der Nähe der Unter­kunft Rusche­s­tra­ße wei­te­re 25 Will­kom­mens­klas­sen gebil­det und unter­rich­tet wer­den.

Über­wie­sen, abge­lehnt, beschlos­sen

Ein Antrag der Lin­ken, wonach das Bezirks­amt ersucht wer­den soll­te, einen ergän­zen­den Haus­halt 2017 zu erar­bei­ten, wur­de in den Haus­halts­aus­schuss über­wie­sen. Hin­ter­grund sind Haus­halts­über­schüs­se des Bezirks von knapp neun Mil­lio­nen Euro im Jahr 2015. »Gleich­zei­tig wur­den in den letz­ten Jah­ren, mit der Begrün­dung knap­per Finanz­mit­tel, vie­le fach­li­ch not­wen­di­ge Sanie­rungs- und Reno­vie­rungs­ar­bei­ten in der öffent­li­chen Infra­struk­tur ver­nach­läs­sigt«, heißt es in dem Antrag.

Einen Moment sprach­lo­ser Stil­le gab es, nach­dem die Ver­ord­ne­ten mehr­heit­li­ch gegen einen Antrag der Pira­ten stimm­ten, wonach das Bezirks­amt ersucht wer­den soll­te, poli­ti­schen Par­tei­en die Teil­nah­me am Fami­li­en­fest »Bun­te Plat­te« für Demo­kra­tie und Tole­ranz am War­nit­zer Bogen in Hohen­schön­hau­sen zu ermög­li­chen. Somit sind am kom­men­den 1. Mai, wie auch schon 2015 (LiMa+ berich­te­te), nur die in der BVV ver­tre­te­nen Par­tei­en zuge­las­sen.

Mehr­heit­li­ch beschlos­sen wur­de ein Antrag der Lin­ken, wonach sich das Bezirks­amt bei der Tier­park­lei­tung für sozia­le Ein­tritts­prei­se des Tier­parks ein­set­zen soll. Hin­ter­grund ist der teil­wei­se Weg­fall von Ermä­ßi­gun­gen seit dem 1. März für Ber­lin­pass-Berech­tig­te. Sie müs­sen nun 9 Euro für eine Tages­kar­te und 49 Euro für eine Jah­res­kar­te berap­pen. Von der CDU gab es dazu fünf Gegen­stim­men, nach­dem Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Gre­gor Hoff­mann begrün­det hat­te, dass die Preis­ge­stal­tung Sache des Tier­parks sei, der mit den Ein­tritts­gel­dern Kos­ten­de­ckung und Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung errei­chen müs­se. »Alles wie­der so wie vor­her«, sei wenig inno­va­tiv, sag­te Hoff­mann.

Die 56. Sit­zung der Lich­ten­ber­ger BVV in der VII. Wahl­pe­ri­ode ist für Don­ners­tag, 19. Mai geplant. Dann auch wie­der ab 17 Uhr im Livestream: http://lichtenberg.demokratielive.org.

Autor: Volkmar Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/wahlkampf-mit-angezogener-handbremse/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 23.04.2016

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