Pressespiegel

Umgestaltung kommt schleppend voran

Investitionsmittel für Tierpark sollen mehr als verdoppelt werden

Bis­her ist von den geplan­ten Maß­nah­men, wie dem Umbau des Alfred-Brehm-Hau­ses und dem Aus­bau von Spiel­plät­zen nur wenig zu sehen. Eini­ges wur­de aber auch schon geschafft, wie bei­spiels­wei­se das neue Wege­leit­sys­tem und die Ein­rich­tung einer elek­trisch betrie­be­nen Park­bahn. »Alles, was wir tun, muss erst bewil­ligt wer­den«, so Knie­riem, der erst im ver­gan­ge­nen Jahr sein Amt ange­tre­ten hat­te. In Ber­lin gebe es vie­le Ver­flech­tun­gen in Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten, bei deren Beach­tung sowohl die Senats­ver­wal­tun­gen wie auch der Bezirk Lich­ten­berg invol­viert sei­en. Allein für den Denk­mal­schutz sei­en drei Behör­den zustän­dig. Teil­wei­se wür­den die Pla­nungs­un­ter­la­gen neun Mona­te in den Amts­stu­ben schmo­ren, ehe ein Hand­schlag getan wer­den kön­ne. »Wir sind aber dabei«, so der Direk­tor, »die Ver­fah­ren zu beschleu­ni­gen, damit wir kurz­fris­tig etwas machen kön­nen, ohne lang­fris­tig den Denk­mal­schutz außer Acht zu las­sen.«

Knie­riem hat­te zuvor auf der gemein­sa­men Ver­an­stal­tung des Kom­mu­nal­po­li­ti­schen Bil­dungs­werks Ber­lin und des För­der­ver­eins von Tier­park und Zoo noch­mals die Grund­zü­ge des Ziel- und Ent­wick­lungs­pla­nes für den Tier­park umris­sen.

Par­la­ment steht hin­ter Knie­riem

Dan­ny Frey­mark (CDU), Mit­glied des Abge­ord­ne­ten­hau­ses von Ber­lin, der an die­sem Abend mode­rier­te, ver­such­te eine Recht­fer­ti­gung: Schließ­lich gehe es um Steu­er­gel­der der Bür­ger, da sei Sorg­falt gebo­ten. Er wer­de sich jedoch dafür ein­set­zen, so der CDU-Poli­ti­ker, dass die vom Senat ein­ge­stell­ten Inves­ti­ti­ons­mit­tel für den Tier­park, von drei auf sie­ben Mil­lio­nen Euro pro Jahr auf­ge­stockt wer­den. Das The­ma wer­de im Haupt­aus­schuss bis zum Novem­ber behan­delt. »Ich bin da opti­mis­tisch«, sag­te Frey­mark. Ein Groß­teil des Par­la­ments ste­he hin­ter dem Zoo- und Tier­park­di­rek­tor. Schwie­ri­ger sei die Situa­ti­on bei den lau­fen­den Kos­ten. Knie­riem sag­te, der Tier­park fah­re seit Jah­ren 800- bis 900.000 Euro Ver­lus­te per anno ein. Er bat um Geduld und Ver­trau­en. Es brau­che einen lan­gen Atem, ehe der Gesamt­pro­zess der Tier­park­er­neue­rung schnel­ler Fahrt auf­neh­me.

Ein­tritt wird eher teu­rer

Eine lei­den­schaft­lich vor­ge­tra­ge­ne Absa­ge erteil­te Andre­as Knie­riem der Bit­te, die Ein­tritts­prei­se zu redu­zie­ren oder Senio­ren- und Fei­er­abend-Tickets ein­zu­füh­ren. »Dafür gibt es momen­tan kei­nen Spiel­raum«, sag­te der Tier­park­chef. Es gehe nicht so wei­ter, dass er von den Erlö­sen nicht ein­mal ver­nünf­ti­ge Maschi­nen kau­fen kön­ne. Knie­riem ver­glich die 12 Euro Ein­tritts­preis für eine Erwach­se­nen-Tages­kar­te im Tier­park Ber­lin mit den Prei­sen ande­rer Zoos. So zah­le man bei­spiels­wei­se im Zoo Müns­ter 18,50; in Nürn­berg 13,50; in Köln 17,50 und im Zoo Hagen­beck gar 20 Euro für den Tages­ein­tritt. Bei Frei­zeit­parks wür­den ohne Dis­kus­si­on bis zu 38 Euro gezahlt. »Ich bin eher dafür«, so Knie­riem, »wir bie­ten den Besu­chern mehr und machen die Tages­kar­ten etwas teu­rer. Dafür die Jah­res­kar­ten güns­ti­ger.« Die Leu­te soll­ten nach dem Tier­park­be­such sagen, es habe sich gelohnt und sie kämen wie­der. Es wer­de künf­tig einen Ein­tritts­preis­ka­ta­log geben, damit der Tier­park über­le­ben kön­ne.

Kame­ras für Eis­bä­rin Ton­ja

Das frü­he­re »Café Pony Pedro« sei nicht mehr zu ret­ten, sag­te der Tier­park­chef auf Nach­fra­ge. Er den­ke, dass es im nächs­ten Jahr abge­ris­sen sei. Als Anre­gung nahm Andre­as Knie­riem mit, auf den Zoo-Ein­tritts­kar­ten grö­ßer zu ver­mer­ken, dass es in Ber­lin auch noch einen Tier­park gibt. Vie­le Ber­lin-Tou­ris­ten wüss­ten das gar nicht, sag­te eine Dame im Publi­kum. Gut sei hin­ge­gen, dass die Besu­cher nun mit der Tier­park-Ein­tritts­kar­te auch einen Über­sichts­plan bekom­men wür­den. Andre­as Knie­riem ver­sprach, im Eis­bär-Gehe­ge zwei Kame­ras zu instal­lie­ren. Die Eis­bä­rin Ton­ja erwar­tet im kom­men­den Win­ter Nach­wuchs. Für Web­cams bei­spiels­wei­se bei den Schnee­leo­par­den wür­den jedoch die digi­ta­len Anbin­dun­gen feh­len. »Frü­her woll­te man das nicht«, so Knie­riem. Es daue­re Jah­re, um die dies­be­züg­li­chen Ver­säum­nis­se im gan­zen Tier­park auf­zu­ho­len.

Schon am Mon­tag, 14. Sep­tem­ber, lädt die Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung alle Inter­es­sier­ten in das Aba­cus Tier­park Hotel, Franz-Mett-Stra­ße 3–9, 10319 Ber­lin, zu einer wei­te­ren Dis­kus­si­on mit Tier­park-Direk­tor Dr. Andre­as Knie­riem ein. Dann geht es im Detail noch ein­mal um die Fra­ge: »Was ist im Tier­park bereits erreicht wor­den?« Die Teil­nah­me ist kos­ten­frei und ohne Vor­anmel­dung mög­lich.

Autor: Volkmar Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/umgestaltung-kommt-schleppend-voran/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 11.09.2015

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