Pressespiegel

Spazierengehen mit dem Bürgermeister

Unge­bro­chen ist auch der Zuzug nach Lich­ten­berg. Das führt zu Kon­flik­ten etwa um die Fra­ge, ob weit­räu­mi­ge Innen­hö­fe mit Wohn­häu­sern bebaut wer­den. Dar­über muss man spre­chen, sagt Bezirks­bür­ger­meis­ter Micha­el Grun­st (Die Lin­ke). »Einer­seits brau­chen wir Wohn­raum, ande­rer­seits wol­len wir Klein­gar­ten­an­la­gen und Grün­flä­chen sichern«, sagt Grun­st und stellt klar: »Wir brau­chen bezahl­ba­ren Wohn­raum in einem lebens­wer­ten Lich­ten­berg und eine mit der Bevöl­ke­rung mit­wach­sen­de sozia­le Infra­struk­tur wie Kitas und Schu­len.«
Die Wei­chen dazu sol­len im Janu­ar auf einer Klau­sur­ta­gung des neu­en Bezirks­am­tes gestellt wer­den – unter ande­rem durch die Fort­schrei­bung der Inves­ti­ti­ons­pla­nung. Dort will Grun­st auch dar­über reden, wie man die Men­schen im Bezirk stär­ker mit­ent­schei­den lässt. Unter ande­rem plant er, eine Stabs­stel­le »Bür­ger­be­tei­li­gung« ein­zu­rich­ten. Zudem soll es ab dem Früh­jahr wie­der regel­mä­ßi­ge Kiez­spa­zier­gän­ge geben mit dem Ziel, stär­ker mit den Bür­gern ins Gespräch zu kom­men.

Das wich­tigs­te The­ma aber könn­te Grun­st womög­li­ch schon zu Beginn des Jah­res zu den Akten legen: Den Umzug der in Sport­hal­len unter­ge­brach­ten Flücht­lin­ge in fes­te Unter­künf­te. Nach Aus­kunft des Bezirks­am­tes wur­den die Hal­len in der Dar­ßer Stra­ße und in der Wol­len­ber­ger Stra­ße bereits geräumt; ledig­li­ch in Alt-Fried­richs­fel­de sind noch an die 157 geflüch­te­te Men­schen not­dürf­tig in einer Turn­hal­le unter­ge­bracht. Sie sol­len eben­falls kurz­fris­tig eine neue, wür­di­ge­re Unter­kunft erhal­ten. Fort­set­zen will der Bezirks­bür­ger­meis­ter den Kurs, Lich­ten­berg zu einem kin­der- und fami­li­en­freund­li­chen Bezirk aus­zu­bau­en. Vor­ge­se­hen ist, gegen Kin­der- und Alters­ar­mut Stra­te­gi­en zu ent­wi­ckeln, wei­te­re Kita- und Schul­plät­ze zu schaf­fen sowie eine Frei­wil­li­genagen­tur im Bezirk zu eröff­nen. Jugend­stadt­rä­tin Kat­rin Fram­ke (par­tei­los, für Die Lin­ke) kün­digt für das Früh­jahr zudem an, in der Gro­ße-Lee­ge-Stra­ße ein Fami­li­en­bü­ro zu eröff­nen. Auch sol­le die Kita-Offen­si­ve fort­ge­führt wer­den, um neue Kita­plät­ze zu schaf­fen. Ende Janu­ar möch­te sie außer­dem eine Stu­die zur Ärz­te­ver­sor­gung im Bezirk prä­sen­tie­ren.

Poli­ti­sch span­nend wird es bereits im Janu­ar – dann steht erneut die Wahl eines AfD-Bezirks­stadt­ra­tes auf der Tages­ord­nung der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung. Der Kan­di­dat der AfD, Wolf­gang Hebold, war im Dezem­ber in zwei Wahl­gän­gen geschei­tert, weil SPD, Lin­ke, CDU und Grü­ne geschlos­sen gegen ihn stimm­ten. Ob Hebold noch ein­mal antritt oder die AfD einen neu­en Kan­di­da­ten ins Ren­nen schickt, ist offen. Zuletzt hat­te sich Hebold als Betrei­ber eines islam­kri­ti­schen Blogs ein wei­te­res Mal ins Abseits geschos­sen, weil er gro­ße Tei­le der Bezirks­ver­ord­ne­ten als »Nul­len« bezeich­ne­te. Zudem ermit­telt die Staats­an­walt­schaft wegen des Anfangs­ver­dachts der Volks­ver­het­zung gegen Hebold (sie­he auch Sei­te 2).

Wesent­li­ch freund­li­cher dürf­te die Wir­kung sein, die der Tier­park Ber­lin 2017 erzeugt: Im Früh­jahr soll sich Eis­bä­ren­mut­ter Ton­ja erst­mals mit ihrem Nach­wuchs den Besu­chern prä­sen­tie­ren. »Wir ver­mu­ten, dass es im März soweit sein wird«, sagt Tier­park­spre­che­rin Phi­li­ne Hach­meis­ter. Das noch namen­lo­se Eis­bä­ren­kind ist dann vier Mona­te alt. Ähn­li­ch wie sei­ner­zeit beim Eis­bä­ren­ba­by Knut im Ber­li­ner Zoo ist mit einem Ansturm von Besu­chern zu rech­nen.

Ohne­hin freut sich der Tier­park Ber­lin nach Jah­ren des Still­stan­des wie­der über mehr Besu­cher – nicht zuletzt auch, weil end­li­ch wie­der in Euro­pas größ­ten Land­schaft­s­tier­gar­ten inves­tiert wird. 2017 soll das Alfred-Brehm-Haus für rund sechs Mil­lio­nen Euro umge­baut wer­den. »Ein Umbau ist jedoch drin­gend not­wen­dig, da auch ein Gut­ach­ten zur Hal­tung von Säu­ge­tie­ren fest­ge­stellt hat, dass das his­to­ri­sche Alfred-Brehm­Haus den dort leben­den Groß­kat­zen kei­ne zeit­ge­mä­ße Unter­kunft mehr bie­ten kann«, erklärt der Tier­park. Kon­kret bedeu­tet das, die Zahl der Tie­re zu ver­rin­gern, bis­he­ri­ge Gehe­ge zu ver­dop­peln und die Außen­an­la­gen zu erwei­tern. Ver­bes­sern wird sich auch der Ser­vice für die Besu­cher: Das eins­ti­ge Ter­ras­sen­ca­fé eröff­net 2017 als Café »Kaka­du« in neu­er Gestal­tung.

Autor: Marcel Gäding
Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2017/01/Bezirks-Journal-Lichtenberg-Januar-2017.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal, Sei­te 8 | 12.01.2017

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