Pressespiegel

Spazieren bei Schafen und Eidechsen

Landschaftspark Herzberge als dezentraler IGA-Ort

Denn die geplan­te Umsied­lung von Zaunei­dech­sen aus dem ehe­ma­li­gen Ran­gier­bahn­hof Schö­ne­wei­de in den Land­schafts­park Herz­ber­ge wur­de nach einem Sieg des Natur­schutz­bunds Deutsch­land (Nabu) vor Gericht gestoppt. Lich­ten­bergs Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Wil­fried Nün­thel (CDU) ist jedoch über­zeugt, dass die sel­te­nen und scheu­en Tie­re bald im Park an der Herz­berg­stra­ße ange­sie­delt wer­den kön­nen. Nach der Kla­ge der Natur­schüt­zer müss­ten nun Schrit­te im Plan­ver­fah­ren wie­der­holt wer­den. »Das hat eine Ver­zö­ge­rung erge­ben«, sagt er. Ein­ge­rich­tet sei der Bezirk jeden­falls auf die neu­en Bewoh­ner: »Die Habi­ta­te sind fer­tig.«

Frü­her Indus­trie­bra­che

Das Pro­jekt (LiMa+ berich­te­te) gehört zu den vie­len grö­ße­ren und klei­ne­ren Maß­nah­men, mit denen durch den Bezirk seit 2004 schritt­wei­se ein etwa 100 Hekt­ar gro­ßes Are­al rund um das Köni­gin Eli­sa­be­th Kran­ken­haus Herz­ber­ge umge­stal­tet wird. Sei­ner­zeit war es größ­ten­teils eine Indus­trie­bra­che. Ehe­ma­li­ge land­wirt­schaft­li­ch genutz­te Flä­chen, ein alter Ran­gier­bahn­hof und ein frü­he­res FDJ-Zelt­la­ger wur­den rück­ge­baut und rena­tu­riert. Inzwi­schen wei­den nicht nur rund 150 Scha­fe der Agrar­bör­se Deutsch­land dort. Es gibt auch ein aus­ge­dehn­tes Wege­netz (plus Trimm-Dich-Pfad) für Spa­zier­gän­ger, Jog­ger und Rad­fah­rer. Vie­le sel­te­ne Vogel­ar­ten und Amphi­bi­en haben sich in den Bio­to­pen ange­sie­delt. Stadt­rat Nün­thel wünscht sich, dass künf­tig im Park auch stän­dig Rin­der wei­den – und Stadt­kin­der sehen kön­nen, dass Kühe kei­nes­wegs lila sind. Bis­her ist das Bewei­den durch Rin­der aller­dings nur zweit­wei­se gesche­hen, zur ers­ten Land­schafts­pfle­ge nach der Her­rich­tung der Zelt­la­ger-Flä­che.

Pre­mi­um­flä­che zur IGA Ber­lin

Weil der Land­schafts­park als beson­ders gelun­ge­nes Bei­spiel der Umge­stal­tung von ehe­ma­li­gen, nicht mehr gebrauch­ten Indus­trie­flä­chen gilt, ist er als eine der soge­nann­ten Pre­mi­um­flä­chen der IGA Ber­lin 2017 durch die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung aus­ge­wählt wor­den. Dafür konn­ten sich alle Ber­li­ner Bezir­ke mit Pro­jek­ten bewer­ben, in Lich­ten­berg ist auch das Hohen­schön­hau­se­ner Seen­ge­biet (Oranke-/Obersee) dabei. Gen­au ein Jahr vor dem Start der Inter­na­tio­na­len Gar­ten­aus­stel­lung wird es am 13. April 2016 eine Auf­takt­ver­an­stal­tung in der Senats­ver­wal­tung im Haus Am Köll­ni­schen Park dazu geben. Mit den soge­nann­ten dezen­tra­len Orte der IGA wer­den u.a. geführ­te Tou­ren bekannt machen, zur Finis­sa­ge der Aus­stel­lung kommt ein Grün­füh­rer durch Ber­lin her­aus.

Umwelt­bil­dung und natur­na­he Pfle­ge

Im Land­schafts­park Herz­ber­ge wird dabei mit den ver­schie­dens­ten Ver­an­stal­tun­gen die »Umwelt­bil­dung und natur­na­he Pfle­ge« im Mit­tel­punkt ste­hen. Für das Gebiet wur­de bereits ein Ver­fah­ren zur Unter­schutz­stel­lung als Land­schafts­schutz­ge­biet ein­ge­lei­tet. »Die Unter­la­gen lie­gen zur Prü­fung seit Früh­jahr 2015 bei der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt«, sagt Nün­thel. Über die Geschich­te des Gelän­des kön­nen Spa­zier­gän­ger schon heu­te vor Ort viel erfah­ren: Auf zahl­rei­chen Info­ta­feln wird dar­auf hin­ge­wie­sen, was sich dort ein­st befand – und wie das Are­al inner­halb nur weni­ger Jah­ren zum Land­schafts­park und belieb­ten Erho­lungs­raum wur­de.

Autor: Linna Schererz
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/spazieren-bei-schafen-und-eidechsen/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 02.02.2016

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