Pressespiegel

S75: Senat bestätigt Kürzungspläne

Nahverkehr im Nordosten von Berlin

Lini­en­tau­sch bei der Ver­kür­zung
Wie die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt auf Nach­fra­ge von LiMa+ sag­te, erge­be sich die Ver­kür­zung der Linie »mit dem Abschluss der ent­spre­chen­den Arbei­ten im Bereich Ost­kreuz«. Wer wei­ter in Rich­tung West­kreuz möch­te, muss dann auf dem glei­chen Bahn­steig aus­stei­gen und in die S-Bahn­li­nie 3 wech­seln, die auf dem gegen­über­lie­gen­den Gleis war­tet. Der Hin­ter­grund: Die S 3 wird von deut­li­ch mehr Fahr­gäs­ten genutzt und soll künf­tig bis in die City West füh­ren. Das Nach­se­hen haben dann die Fahr­gäs­te der S-Bahn­li­nie 75. »Der Lini­en­tau­sch zwi­schen den Lini­en S3 und S75 ist auf­grund der erheb­li­ch grö­ße­ren Nach­fra­ge ent­lang der Stre­cke nach Erkner ver­kehr­li­ch gerecht­fer­tigt, wodurch mehr Fahr­gäs­te eine umstei­ge­freie Direkt­ver­bin­dung erhal­ten«, sagt Mar­tin Pall­gen, der Spre­cher der Senats­ver­wal­tung. Es han­de­le sich mit­nich­ten um neue Plä­ne, betont Pall­gen. Viel­mehr ent­spre­che die »Neu­ord­nung des Lini­en­gefü­ges« der » Ange­bots­kon­zep­ti­on im Ber­li­ner Nah­ver­kehrs­plan 2014−2018«. Eine wei­te­re Begrün­dung: Mit der Stra­ßen­bahn­li­nie M4 exis­tiert eine umstei­ge­freie Ver­bin­dung zwi­schen Hohen­schön­hau­sen und dem Alex­an­der­platz.

Unter­schrif­ten­ak­ti­on ange­kün­digt
Wenig erfreut über die Lini­en­ver­kür­zung zeigt sich die Lich­ten­ber­ger CDU. »Ver­kehrs­se­na­tor Gei­sel als einer der Ent­schei­dungs­trä­ger zur Fest­le­gung der S-Bahn­li­ni­en beharrt auf einem Nah­ver­kehrs­plan für Ber­lin, der Hohen­schön­hau­sen von der Innen­stadt abhängt«, sagt der Abge­ord­ne­te Dan­ny Frey­mark (CDU). Das Argu­ment, dass mit der Tram M4 bereits eine umstei­ge­freie Ver­bin­dung zur Innen­stadt bis zum Alex­an­der­platz bestehe, kön­ne nicht annä­hernd als Aus­gleich gewer­tet wer­den, da das Stadt­zen­trum auch die Fried­rich­stra­ße, den Tier­gar­ten und die City-West umfas­se. »Auch eine Prü­fung, ob die bei­den Lini­en S7 und S75 mög­li­cher­wei­se gleich­be­rech­tigt im 20-Minu­ten-Takt über den Ost­bahn­hof hin­aus­fah­ren kön­nen, fand nach mei­nem Kennt­nis­stand bis heu­te nicht statt.« Der Lich­ten­ber­ger CDU-Vor­sit­zen­de und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Mar­tin Pät­zold kün­dig­te eine groß­an­ge­leg­te Unter­schrif­ten­ak­ti­on an. »Zudem berei­ten wir einen Antrag vor, den die CDU-Frak­ti­on dem­nächst in der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Lich­ten­berg ein­brin­gen wird.«

Hohen­schön­hau­sen nicht abge­hängt?
Stadt­ent­wick­lungs­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD) sagt, dass die Pla­nung für die Ver­kür­zung zehn Jah­re alt sei und auch den CDU-Ver­kehrs­po­li­ti­kern im Abge­ord­ne­ten­haus bekannt ist. »In kei­nem Fall wer­de Hohen­schön­hau­sen abge­hängt, wie es die CDU dar­stellt«, sagt Gei­sel. Der Umstieg von der S75 in die S3 sei bar­rie­re­frei. Dass bei­de Lini­en bis West­kreuz fah­ren, sei hin­ge­gen unmög­li­ch. »Bei­des gleich­zei­tig funk­tio­niert nicht«, sagt der Stadt­ent­wick­lungs­se­na­tor mit Ver­weis auf ande­re Lini­en, die das Netz der Ber­li­ner Stadt­bahn eben­falls nut­zen. Ver­wun­dert sei Gei­sel, dass die CDU einer­seits in Karls­hor­st sich für die Ver­län­ge­rung der S3 über das Ost­kreuz hin­aus Rich­tung Innen­stadt enga­gie­re, ande­rer­seits aber gegen die dafür not­wen­di­ge Ände­rung auf der S75 oppo­nie­re. Außer­dem gebe es auf der S3 kei­ne Alter­na­ti­ve für Fahr­gäs­te in die City, wie das in Hohen­schön­hau­sen mit der Stra­ßen­bahn­li­nie M4 der Fall sei.

Autor: Marcel Gäding
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/s75-senat-bestaetigt-kuerzungsplaene/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 06.07.2016

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