Pressespiegel

Platz für 4.500 Flüchtlinge

Stadtentwicklung: An neun Standorten sollen Unterkünfte für geflüchtete Menschen entstehen, die meisten davon in Hohenschönhausen. Das ruft den Protest von Abgeordneten auf den Plan.

Spä­ter sol­len zudem an sechs Stand­or­ten in Lich­ten­berg und Hohen­schön­hau­sen soge­nann­te »Modu­la­re Unter­künf­te für Flücht­lin­ge«, auch als MUF bezeich­net, errich­tet wer­den. Doch vor allem in Hohen­schön­hau­sen gibt es Kri­tik an den Plä­nen, denn fünf der sechs MUF-Stand­or­te sol­len dort her­ge­rich­tet wer­den. Mit den Con­tai­ner­dör­fern wären es sogar sie­ben Stand­or­te in Hohen­schön­hau­sen. Pro Ein­rich­tung sol­len bis zu 500 geflüch­te­te Men­schen ein vor­über­ge­hen­des Zuhau­se fin­den. »Eine mög­li­che Über­for­de­rung des Kie­zes mit Bli­ck auf sei­ne Inte­gra­ti­ons­kraft bleibt wei­ter zu dis­ku­tie­ren«, sagt Dan­ny Frey­mark (CDU), Mit­glied des Abge­ord­ne­ten­hau­ses. Das Bezirks­amt müs­se nun prü­fen, ob die zur Debat­te ste­hen­den Flä­chen­po­ten­zia­le bereits für den Bau von Schu­len, Kin­der­ta­ges­stät­ten und Woh­nun­gen vor­ge­hal­ten wur­den. »Gege­be­nen­falls müs­sen für die Flücht­lings­un­ter­künf­te alter­na­ti­ve Stand­or­te im Bezirk aus­ge­wählt wer­den.« Sei­ne Abge­ord­ne­ten­kol­le­gin Karin Hal­sch (SPD) wird sogar noch deut­li­cher: »Es ist rich­tig und auch wich­tig, dass Men­schen aus Kriegs­ge­bie­ten, die bei uns Schutz suchen, eine men­schen­wür­di­ge Unter­kunft fin­den«, sagt sie. Turn- und Sport­hal­len hal­te sie für wenig geeig­net. Des­halb sei­en die geplan­ten Bau­ten eine Alter­na­ti­ve. »Eine Bal­lung von bis zu zehn Stand­or­ten in einem klei­nen Umkreis in Neu-Hohen­schön­hau­sen ist für mich aber nicht hin­nehm­bar«, sagt Hal­sch.

Doch offen­bar sind in die­sem Zusam­men­hang alle Mes­sen gesun­gen. »Das Bezirks­amt Lich­ten­berg hält die genann­ten Stand­or­te aus bau­li­cher Sicht für geeig­net«, heißt es dazu in einer Erklä­rung von Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro (SPD). »Ab sofort geht es in Lich­ten­berg dar­um, gemein­sam mit dem Senat die not­wen­di­ge Fol­gein­fra­struk­tur wie Schu­len, Kitas, Kul­tur- und Sport­ein­rich­tun­gen adress­scharf zu pla­nen und kurz­fris­tig zu rea­li­sie­ren«, kün­digt die Poli­ti­ke­rin an. Bereits jetzt habe der Senat die Ein­rich­tung eines Inte­gra­ti­ons­ma­nage­ments für die Groß­sied­lung Hohen­schön­hau­sen zuge­sagt. Außer­dem sei die Zahl der Inte­gra­ti­ons­lot­sen auf­ge­stockt wor­den. »Vom Mas­ter­plan Inte­gra­ti­on, der vom Senat für März ange­kün­digt wur­de, erwar­te ich drin­gend wei­te­re kon­kre­te Infra­struk­tur- und Unter­stüt­zungs­maß­nah­men für alle Men­schen in Lich­ten­berg«, sagt Bir­git Mon­tei­ro. CDU-Mann Frey­mark pocht dar­auf, dass die Anwoh­ner in den Kie­zen von Anfang an in die Pla­nun­gen ein­be­zo­gen wer­den. »Der für den Bau der Flücht­lings­un­ter­künf­te zustän­di­ge Sena­tor Andre­as Gei­sel steht nun in der Ver­ant­wor­tung, aktiv auf die Bür­ger zuzu­ge­hen«, sagt Frey­mark. »Die betrof­fe­nen Bewoh­ner haben ein Recht dar­auf zu erfah­ren, wann gebaut wird und wie vie­le Flücht­lin­ge in den Unter­künf­ten unter­ge­bracht wer­den sol­len.«

Karin Hal­sch, die auch Vor­sit­zen­de des Sport­aus­schus­ses im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus ist, ver­bin­det mit dem Bau der neu­en Unter­künf­te eine Ent­las­tung für die Sport­ver­ei­ne im Bezirk. »Mit Fer­tig­stel­lung die­ser Unter­künf­te in Ber­lin erwar­te ich auch, dass bis­her beleg­te Turn­hal­len frei­ge­zo­gen wer­den.«

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/03/BZJ_03_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 10.03.2016

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