Pressespiegel

Personal-Engpass bei Untersuchungen

Bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro (SPD) infor­mier­te über die aktu­el­len Zah­len bei der Unter­brin­gung geflüch­te­ter Men­schen in Lich­ten­berg. Dem­nach waren per 3. Mai 5.752 von 5.922 zur Ver­fü­gung ste­hen­den Unter­kunfts­plät­zen belegt. Die Situa­ti­on ent­span­ne sich wei­ter. Ledig­li­ch in der Unter­kunft am Haus­va­ter­weg gebe es eine leich­te Über­be­le­gung. Ab Sep­tem­ber ent­ste­he am Hage­nower Ring 16 bis 22 in War­ten­berg durch die Howo­ge Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft die ers­te Modu­la­re Unter­kunft für geflüch­te­te Men­schen (MUF). Ihr sei es ein wich­ti­ges Anlie­gen, so Mon­tei­ro, dass aus Not­un­ter­künf­ten spä­ter für die All­ge­mein­heit zugäng­li­che Wohn­un­ter­künf­te wür­den. Die Bür­ger­meis­te­rin appel­lier­te in die­sem Zusam­men­hang an die Bezirks­ver­ord­ne­ten, in der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung Popu­lis­mus nicht mit Popu­lis­mus zu beant­wor­ten und auf »bil­li­ge, kurz­fris­tig Erfolg ver­spre­chen­de Effek­te« zu ver­zich­ten. Auf wel­chen kon­kre­ten Sach­ver­halt Mon­tei­ro damit Bezug nahm, ließ sie indes offen.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te per 30. April betrug 9 Pro­zent (im Vor­jah­res­mo­nat 9,8%). Bei den unter 25-Jäh­ri­gen beträgt die Quo­te 7,2 Pro­zent (im Vor­jah­res­mo­nat 8,3). Die Zahl der Gewer­be­be­trie­be stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 41 Unter­neh­men auf 20.348.

Am 29. April nahm in der Not­un­ter­kunft Rusche­s­tra­ße für Geflüch­te­te das Büro »Will­kom­men-in-Arbeit« sei­ne Tätig­keit auf. Die Ver­wal­tung des Bezirks habe in die­sem Jahr bis zum 18. Mai bereits 90 Stel­len-Aus­schrei­bun­gen ver­öf­fent­licht, berich­te­te die Bür­ger­meis­te­rin. (hier die aktu­el­len Aus­schrei­bun­gen)

Erst fehl­ten Schul­plät­ze nun der Arzt
Kerstin Beu­rich (SPD), Bezirks­stadt­rä­tin für Bil­dung, Kul­tur, Sozia­les und Sport, infor­mier­te, dass es mit Stand vom 10. Mai noch 192 »unbe­schul­te Kin­der« in der Not­un­ter­kunft Rusche­s­tra­ße gebe, obwohl die ent­spre­chen­den Plät­ze vor­han­den sei­en. Vor einem Monat noch hat­ten 500 Kin­der und Jugend­li­che der Not­un­ter­kunft kei­ne Mög­lich­keit, an einem Schul­un­ter­richt teil­zu­neh­men. Das im April ange­kün­dig­te Zwei­schicht-Unter­richts­sys­tem »mus­s­te noch nicht ein­ge­führt wer­den«, sag­te Beu­rich. Bezirks­stadt­rä­tin für Jugend und Gesund­heit, Dr. San­dra Ober­mey­er (par­tei­los für Die Lin­ke), ergänz­te, dass bei den 192 Kin­dern noch die gesund­heit­li­che Unter­su­chung als Vor­aus­set­zung für eine Beschu­lung aus­ste­he. Es gebe Per­so­nal­eng­päs­se, eine Prio­ri­tä­ten­lis­te sei schlecht mög­li­ch.

Bür­ger­äm­ter alle wie­der auf – obwohl…
Dr. Andre­as Prü­fer (Die Lin­ke), Stadt­rat für Bür­ger­diens­te, Ord­nungs­an­ge­le­gen­hei­ten und Immo­bi­li­en, ant­wor­te­te auf eine münd­li­che Anfra­ge, dass der hohe Kran­ken­stand bei den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Bür­ger­äm­ter über­wun­den sei. »Es sind nicht mehr als die Hälf­te der Leu­te krank«, sag­te der Stadt­rat. Alle Bür­ger­äm­ter, inklu­si­ve des mobi­len, sei­en wie­der geöff­net. Den­no­ch kam es am Mitt­wo­ch, 18. Mai, zu kurz­zei­ti­gen Schlie­ßun­gen wegen des Aus­falls von Tech­nik.

SPD-Spen­der nicht im Bezirk aktiv
Bezirks­stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung, Wil­fried Nün­thel (CDU), erklär­te auf eine Anfra­ge des Ver­ord­ne­ten Nor­man Wolf von der Frak­ti­on Die Lin­ke, ob der Bau­un­ter­neh­mer Klaus Gro­th seit 2006 im Bezirk als Auf­trag­neh­mer an Bau­vor­ha­ben betei­ligt gewe­sen sei:
»Seit Beginn der Legis­la­tur­pe­ri­ode 2011 ist Klaus Gro­th im Bezirk nicht in Erschei­nung getre­ten.« Ihm sei eben­falls nicht bekannt, dass Gro­th seit 2006 in Lich­ten­berg tätig war. Auch zu Wolfs Nach­fra­ge, ob der Bau­un­ter­neh­mer Inter­es­se an Bau­vor­ha­ben im Bezirk bekun­det habe, sag­te der Bau­stadt­rat, ihm sei davon bis zum aktu­el­len Tag nichts bekannt. »Was mor­gen sein wird, weiß ich nicht«, so Wil­fried Nün­thel. The­ma been­det, zumin­dest auf der BVV. Hin­ter­grund der Anfra­ge war die Par­tei­spen­de des besag­ten Bau­un­ter­neh­mers an die Lich­ten­ber­ger SPD in Höhe von 9.950 Euro. (LiMa+ berich­te­te)

Über­wie­sen und beschlos­sen
Ein Antrag der Frak­ti­on Die Lin­ke zur Ret­tung des Sport­ju­gend­klubs Bart­her Stra­ße wur­de feder­füh­rend in den Haus­halts­aus­schuss sowie in den Jugend­hil­fe- und den Aus­schuss Schu­le und Sport über­wie­sen. Das Objekt befin­det sich in schlech­tem bau­li­chen Zustand – eine Sanie­rung wür­de 280.000 Euro kos­ten.

Beschlos­sen hat das Bezirks­par­la­ment u.a. dem Kie­z­ak­tiv im Ost­see-Vier­tel aus Son­der­mit­teln der BVV 950 Euro für ein Graf­fi­ti-Pro­jekt zukom­men zu las­sen. Der Evan­ge­li­sche Kir­chen­tag im Mai 2017 in Berlin/Wittenberg soll durch die Bereit­stel­lung von bezirks­ei­ge­nen Gebäu­den unter­stützt wer­den (10 Gegen­stim­men von Lin­ken und Pira­ten). Und das Bezirks­amt wur­de ersucht, den Behin­der­ten­sport­ver­ein Nord­ost e. V. bei der Anschaf­fung eines Schwimm­bad­lif­ter­stuhls in der Schwimm­hal­le der Carl von Lin­nè – Schu­le zu unter­stüt­zen. Auch der Ost­eu­ro­pa Zen­trum Ber­lin e. V. erhält aus Son­der­mit­teln der BVV 1.000 Euro für die Durch­füh­rung der Kon­fe­renz »Deutsch­land-Polen« am 2. Juni 2016 im Rat­haus Lich­ten­berg.

Die 57. Sit­zung der Lich­ten­ber­ger BVV in der VII. Wahl­pe­ri­ode ist für Don­ners­tag, 16. Juni geplant. Dann auch wie­der ab 17 Uhr im Livestream: http://lichtenberg.demokratielive.org.

Autor: Volkmar Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/personalengpass-bei-untersuchungen/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 21.05.2016

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