Pressespiegel

Nun droht ein Rechtsstreit

Obersee: Wasserfilter arbeitet nicht korrekt

Nach Rei­ni­gung zurück in den See
In der Rei­ni­gungs­an­la­ge, die aus zwei Was­ser­be­cken mit Boden­fil­tern – im Wesent­li­chen mit Schilf bewach­se­ne Kies­flä­chen – besteht, wird das dort­hin gepump­te Was­ser des Ober­sees gesäu­bert und über eine ande­re Lei­tung wie­der zurück in den See beför­dert. 4,5 Mal soll das See­was­ser die Fil­ter, die auf einer ehe­ma­li­gen Brach­flä­che zwi­schen der Ober­see­stra­ße und dem Bier­gar­ten am Oran­k­e­see ent­stan­den, im Jahr durch­lau­fen. Um den Rei­ni­gungs-Erfolg zu doku­men­tie­ren, wur­de ein lang­jäh­ri­ges Moni­to­ring beauf­tragt.

»Vol­le Leis­tungs­fä­hig­keit kann her­ge­stellt wer­den«
»Durch die­se wis­sen­schaft­li­che Beob­ach­tung wur­den wir früh­zei­tig auf das Pro­blem auf­merk­sam gemacht«, sagt Lich­ten­bergs Stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung, Wil­fried Nün­t­hel (CDU). »Die Durch­läs­sig­keit der Fil­ter­schicht hat sich ver­min­dert.« Das ver­wen­de­te Kalk­ge­stein habe durch die Was­ser­ein­wir­kung eine mil­chi­ge Schicht gebil­det, zudem schei­ne es, dass das The­ma Algen nicht berück­sich­tig wur­de. Der Bezirk habe nun ein Gut­ach­ten von Exper­ten anfer­ti­gen las­sen. »Nach unse­ren bis­he­ri­gen Unter­su­chun­gen gehen wir von einem Pla­nungs­feh­ler aus«, sagt der Stadt­rat. Der Bezirk ste­he nun vor einer Schwie­rig­keit: Um den Gewähr­leis­tungs­an­spruch zu wah­ren, könn­ten wegen der Beweis­si­che­rungs­pflicht nicht sofort bau­li­che Maß­nah­men ein­ge­lei­tet wer­den. »Wir müs­sen jedoch Sor­ge dafür tra­gen, dass kei­ne Nach­fol­ge­schä­den auf­tre­ten.« Wil­fried Nün­t­hel befürch­tet, dass es zu einem Rechts­streit mit dem beauf­trag­ten Pla­nungs­bü­ro kom­men könn­te. »Das Ergeb­nis der Gut­ach­ter, die den Scha­den unter­sucht haben, besagt aber auch: Die vol­le Leis­tungs­fä­hig­keit kann her­ge­stellt wer­den.« Die Fra­ge, um die es jetzt gehe, sei nur: Wer muss das bezah­len?

Gebiet ist IGA-Pre­mi­um­flä­che
Die Rena­tu­rie­rung von Ober- und Oran­k­e­see wur­de im Rah­men des Umwelt­ent­las­tungs­pro­gramms II der Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung geför­dert, mehr als drei Mil­lio­nen Euro flos­sen dafür. Durch die Schaf­fung natur­na­her Ufer­zo­nen, dem Erhalt und der Ent­wick­lung wert­vol­ler Bio­to­pe und der Erhö­hung der natür­li­chen Selbst­rei­ni­gungs­leis­tung der Seen soll­te die Attrak­ti­vi­tät des Gebiets für Anwoh­ner und Erho­lungs­su­chen­de gestei­gert wer­den. Als Alt-Hohen­schön­hau­se­ner Seen­park ist das 18 Hekt­ar gro­ße Are­al eine der soge­nann­ten Pre­mi­um­flä­chen für die Inter­na­tio­na­le Gar­ten­aus­stel­lung (IGA) Ber­lin 2017, die jeder der zwölf Ber­li­ner Bezir­ke zur Schau prä­sen­tiert. Bis zur IGA soll auch anstel­le des bis­he­ri­gen Wirts­hau­ses am Oran­k­e­see ein Lokal mit Bier­gar­ten, die »See­ter­ras­sen«, ent­ste­hen. Das alte Gebäu­de ist bereits abge­ris­sen. Für die neue gas­tro­no­mi­sche Ein­rich­tung, die dann ganz­jäh­rig geöff­net haben soll, haben vor eini­gen Tagen die Bau­ar­bei­ten begon­nen.

Autor: Birgitt Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/nun-droht-ein-rechtsstreit/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 13.07.2016

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