Pressespiegel

Nicht alle Brünnlein fließen…

Schmutz und Zerstörung legen Brunnen trocken

Manch­mal muss der Hahn zu

Das war und ist nicht immer ein­fach mit wenig Geld und Per­so­nal, zumal vie­le der Brun­nen­an­la­gen zum Teil fast vier­zig Jah­re auf den Düsen haben. Da nagt dann schon der Zahn der Zeit an den Flie­sen, den Lei­tun­gen oder an den Kunst­wer­ken, mit denen vie­le geschmückt sind. Und lei­der trägt Van­da­lis­mus und Ver­schmut­zung ein Übri­ges dazu bei, dass Rai­ner Kroh­ne, Lei­ter all­ge­mei­ne Inspek­tio­nen im Bezirks­amt Mar­zahn-Hel­lers­dorf, manch­mal den Hahn abdre­hen muss. So gera­de pas­siert an der Plan­sche in Mar­zahn Ost, Hohen­saa­te­ner- / Rin­gen­wal­der Stra­ße, die des Nachts als Frei­luft­ba­de­zim­mer genutzt wur­de, was zur Lärm­be­läs­ti­gung der Anwoh­ner führ­te, die sich dar­auf­hin beschwer­ten. Zurecht, denn die Plan­schen sind eigent­li­ch für die Jüngs­ten gedacht. Wie auch der Was­ser­spiel­platz im Cla­ra-Zet­kin-Park an der Bork­hei­der Stra­ße. Die Kin­der müs­sen sich nun eine ande­re Abküh­lung für hei­ße Tage suchen. »Da geht gar nichts mehr«, ärgert sich Rai­ner Kro­ne, »und lei­der auch nicht zum ers­ten Mal. Wir hat­ten dort in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer wie­der mit Zer­stö­run­gen zu tun.« Wann er das repa­rie­ren las­sen kann, weiß er nicht, die Mit­tel sind knapp.

Brun­nen mit unvor­her­seh­ba­ren Über­ra­schun­gen

Da hat­te der Trep­pen­brun­nen »Gene­ra­tio­nen« auf dem Hele­ne-Wei­gel-Platz Vor­rang. Der tat seit vier­zig Jah­ren sei­nen Dienst vor dem ehe­ma­li­gen Rat­haus. »Er mus­s­te drin­gend grund­le­gend saniert wer­den«, sagt Rai­ner Kro­ne. Dabei stell­te sich her­aus, dass weit­aus mehr defekt war, als ursprüng­li­ch ange­nom­men und so man­che unvor­her­ge­se­he­ne »Über­ra­schung« ver­hin­der­te einen zügi­gen Bau­ver­lauf. Der soll noch 2015 abge­schlos­sen wer­den, dann spru­delt der Brun­nen im kom­men­den Jahr wie­der. Hof­fent­li­ch »für die nächs­ten 30 Jah­re.« Ein ganz ande­res Pro­blem leg­te das gro­ße Bas­sin auf dem Vic­tor-Klem­pe­rer-Platz vor dem Frei­zeit­fo­rum tro­cken. Es war gera­de instand­ge­setzt wor­den, aller­dings zeig­te sich, dass dort nach der Sanie­rung ver­mehrt Bak­te­ri­en auf­tra­ten. Wenn es die Finan­zen her­ge­ben, könn­te er viel­leicht nächs­tes Jahr das Pro­blem besei­ti­gen las­sen, hofft Rai­ner Kro­ne. Bei der Gele­gen­heit weist er dar­auf hin, dass die Brun­nen alle kei­ne Trink­was­ser­qua­li­tät haben und nicht zum Baden gedacht sind. Was für man­chen Vier­bei­ner ein Ver­gnü­gen ist, kann beson­ders für klei­ne­re Kin­der durch­aus gesund­heit­li­che Risi­ken ber­gen. Unbe­denk­li­ch für Kin­der sind die Plan­schen. Sie las­sen sich bei Bedarf anstel­len, so wird zudem Was­ser gespart.

Lin­den­brun­nen ist nächs­tes Jahr dran

Ein Was­ser­ver­schwen­der ist aller­dings der Lin­den­brun­nen nahe den Ring­ko­lon­na­den. Er spru­delt zwar noch, aber im nächs­ten Jahr muss auch er saniert wer­den, da Was­ser unkon­trol­liert im Boden ver­si­ckert. Und noch eine Bit­te hat Rai­ner Kro­ne. Auch wenn außer­halb der Sai­son kein Was­ser in den Anla­gen ist – sie sind trotz­dem Brun­nen und kei­ne Skate­board-Ram­pen oder BMX-Par­cours oder sons­ti­ge Sport­flä­chen. Das zer­stört die Böden, die dann mit gro­ßem Auf­wand wie­der saniert wer­den müs­sen. Und wenn Was­ser drin ist, bit­te die Brun­nen auch nicht als Ver­suchs­la­bor miss­brau­chen! Plas­tik­be­cher und –tüten schwim­men immer oben, das muss man nicht erst aus­pro­bie­ren…

Kom­mu­na­le Lich­ten­ber­ger Brun­nen intakt

Auch im Nach­bar­be­zirk Lich­ten­berg spru­deln zahl­rei­che kom­mu­na­le Brun­nen. Bezirks­stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung, Wil­fried Nün­thel (CDU), sag­te am Mitt­wo­ch, 19. August, ihm sei kein Lich­ten­ber­ger Brun­nen der öffent­li­chen Hand bekannt, der der­zeit nicht funk­tio­nie­ren wür­de. Etwas schwie­rig sei die Situa­ti­on am Brun­nen im Müh­len­grund, Neu-Hohen­schön­hau­sen. Kürz­li­ch wur­de die Was­ser­lauf-Flä­che neu befes­tigt und es spru­delt wie­der aus dem Dra­chen­schlund. »Hier ist aller­dings ein 14-tägi­ger War­tungs­zy­klus not­wen­dig«, so der Stadt­rat, »damit Blät­ter und Sand den Brun­nen nicht ver­stop­fen.« Auch die ande­ren Lich­ten­ber­ger Brun­nen wür­den zu War­tungs­zwe­cken regel­mä­ßig, aber nur kurz­zei­tig abge­schal­tet.

Der eins­ti­ge Kog­ge-Brun­nen an der Gen­sin­ger Stra­ße wur­de durch den neu­en pri­va­ten Eigen­tü­mer der Flä­che abge­ris­sen. Der Investor braucht den Platz für den Bau von Ein- und Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern. Der Bau­herr, so Wil­fried Nün­thel, wol­le aller­dings die Plas­tik der Kog­ge erhal­ten und in die Archi­tek­tur ein­be­zie­hen.

Autor: Regina Friedrich
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/nicht-alle-bruennlein-fliessen/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 20.08.2015

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