Pressespiegel

»Mir ist es wichtig, für die Leute da zu sein«

Viel ist der­zeit nicht los in der zwei­ten Eta­ge des Bun­des­tags­ge­bäu­des an der Doro­the­en­stra­ße in Mit­te. Es sind Par­la­ments­fe­ri­en, Abge­ord­ne­te sucht man hier der­zeit meist ver­geb­li­ch. Zu den weni­gen Par­la­men­ta­ri­ern, die auch in der Som­mer­pau­se fast täg­li­ch ins Büro fah­ren, gehört Dr. Mar­tin Pät­zold. Der 31-jäh­ri­ge Christ­de­mo­krat wur­de 2011 in den Bun­des­tag gewählt und nutzt die war­men Mona­te, um Ver­ei­ne in sei­nem Wahl­kreis zu besu­chen, Abge­ord­ne­ten­kol­le­gen zu tref­fen oder lie­gen­ge­blie­be­ne The­men auf­zu­ar­bei­ten. Für das Bezirks-Jour­nal zieht Pät­zold eine Zwi­schen­bi­lanz sei­ner Bun­des­tags­ar­beit. Der Par­la­ments­be­trieb star­tet erst wie­der Ende August und wir tref­fen Sie hier in Ihrem Büro. Haben Sie schon Urlaub gemacht? Ja, andert­halb Wochen waren wir in Bad Saa­row. Ich habe die Zeit genutzt, Sport zu trei­ben, Ten­nis zu spie­len oder ein­fach mal aus­gie­big zu früh­stü­cken. Wir waren viel spa­zie­ren und haben uns ein­fach gut erholt. Das Tele­fon blieb wei­test­ge­hend aus, denn mein Leben ist ja nicht nur die Poli­tik. Aber einen Groß- teil der Par­la­ments­fe­ri­en nut­ze ich, um mir Stu­di­en durch­zu­le­sen, mit Abge­ord­ne­ten­kol­le­gen Gesprä­che zu füh­ren oder lie­gen­ge­blie­be­ne The­men auf­zu­ar­bei­ten. Gleich­zei­tig wid­me ich mei­ne Zeit mei­ner Arbeit als CDU-Kreis­vor­sit­zen­der. Vor weni­gen Tage haben Sie Ihre aktu­el­le Dia­log-Tour durch Lich­ten­berg been­det. Wor­um ging es dabei? Ich habe zwei Wochen lang Ver­ei­ne und Ein­rich­tun­gen im Bezirk besucht, mich vor Ort in Lich­ten­berg und Hohen­schön­hau­sen mit den Men­schen unter­hal­ten. Bei die­sen Gesprä­chen ist es mir wich­tig her­aus­zu­fin­den, was gera­de ein The­ma ist oder auf die Agen­da genom­men wer­den muss. Täg­li­ch habe ich bis zu sie­ben Ein­rich­tun­gen auf­ge­sucht, bin dort ins Gespräch gekom­men. Ich habe Hin­wei­se mit­ge­nom­men, etwa auf mög­li­che neue Kri­mi­na­li­täts­schwer­punk­te oder sanie­rungs­be­dürf­ti­ge Toi­let­ten in einer Turn­hal­le. Ich hal­te es mit Sokra­tes, der sagt: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.«Ihr Pro­gramm war ambi­tio­niert: 70 Ter­mi­ne in zwei Wochen. Wel­che Erleb­nis­se sind Ihnen nach die­sen zwei Wochen im Kiez beson­ders in Erin­ne­rung geblie­ben? Ich den­ke da bei­spiels­wei­se an das Haus des Ehren­amts des Deut­schen Roten Kreu­zes (DRK), das mich sehr beein­druckt hat. Ich fin­de es bemer­kens­wert, wie vie­le Men­schen sich ehren­amt­li­ch enga­gie­ren. Bei einer Qua­li­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft erfuhr ich, wie jun­ge Men­schen, die es im Leben nicht leicht hat­ten, umge­schult wer­den. Und dann den­ke ich noch an mei­nen Ter­min im Sel­gros-Groß­markt zurück, wo ich mich ein­fach mal an die Kas­se gesetzt habe. Ich kann Ihnen sagen: Das ist da ganz schön anstren­gend. Eine ziem­li­ch har­te Arbeit. Ich fin­de: Jede Arbeit, egal wel­che, soll­te wert­ge­schätzt wer­den. Übri­gens: Gut 250 Euro, die ich an die­sem Tag an der Kas­se ein­ge­nom­men habe, hat Sel­gros für den Hos­piz- und Pal­lia­tiv-Dienst der Mal­te­s­er gespen­det. Ich habe gese­hen, wie viel­fäl­tig Lich­ten­berg ist. Mein Ziel ist es, mei­ne Neu­gier­de zu behal­ten und wei­ter­hin mit offe­nen Augen durch den Bezirk zu gehen. Ich bin auch schon mal mit der Poli­zei Strei­fe gefah­ren und war bei der Feu­er­wehr im Ein­satz. Jeder Ter­min ist für mich etwas Beson­de­res. Wel­che Erkennt­nis­se neh­men Sie aus den Ter­mi­nen vor Ort mit für Ihre par­la­men­ta­ri­sche Arbeit? Vie­le! Als Mit­glied im Aus­schuss für Arbeit und Sozia­les tref­fen wir ja umfas­sen­de Ent­schei­dun­gen, deren Aus­wir­kun­gen ich direkt vor Ort nach­prü­fen kann. Mein Anspruch ist es daher auch, das neue Lich­ten­berg posi­tiv mit­zu­ge­stal­ten. Und da habe ich als Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter rela­tiv viel Spiel­raum. Nen­nen Sie uns doch mal eini­ge Bei­spie­le. Spon­tan fällt mir das The­ma Arbeit ein. Als Ange­la Mer­kel 2005 Bun­des­kanz­le­rin wur­de, lag die Arbeits­lo­sen­quo­te in Lich­ten­berg bei 17,3 Pro­zent. Das waren gut 25.000 Men­schen ohne Job. Inzwi­schen beträgt die Quo­te rund 9,5 Pro­zent, was umge­rech­net rund 14.000 Erwerbs­lo­sen ent­spricht. Ich füh­re dies auch auf eine gute Bun­des­po­li­tik zurück. Vor Ort ste­he ich in engem Kon­takt zu den ver­schie­de­nen Akteu­ren im Bezirk. Ich sage: Arbeit ist nicht nur da, um sei­nen Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen. Arbeit dient auch der gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be. Auf Bun­des­ebe­ne habe ich mich auch für die Müt­ter­ren­te enga­giert, weil ich den­ke, dass es wich­tig ist, die Erzie­hungs­leis­tung der Frau­en anzu­er­ken­nen. Als Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te kön­nen wir für vie­le Din­ge die Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen. Bis zur nächs­ten Bun­des­tags­wahl sind noch gut zwei Jah­re. Wie sieht Ihre Zwi­schen­bi­lanz aus? Bis­her habe ich acht Reden gehal­ten, die meis­ten voll­kom­men frei ohne aus­for­mu­lier­tes Rede­ma­nu­skript. Mir ist es gelun­gen, gemein­sam mit unse­rem Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Vol­ker Kau­der 137.000 Euro für die Sanie­rung der Kop­ti­schen Kir­che aus dem Bun­des­haus­halt zu erhal­ten und Bun­des­mit­tel für den Ver­ein »Publi­ca­ta« zu akqui­rie­ren. Beson­ders stolz bin ich dar­auf, dass wir es im Bund geschafft haben, kei­ne neu­en Schul­den zu machen. Gern hät­te ich, auch in Ver­ant­wor­tung für die nach uns fol­gen­den Gene­ra­tio­nen ein­st auf­ge­nom­me­ne Schul­den getilgt. Seit ich Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter bin, haben mich 3.300 Men­schen aus dem Wahl­kreis hier im Bun­des­tag besucht und sind mit mir ins Gespräch gekom­men. Mir ist es wich­tig, für die Leu­te da zu sein. Wo möch­ten Sie am Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode ste­hen?

Schö­ne wäre es, wenn die Men­schen sagen wür­den, dass der Pät­zold etwas für Lich­ten­berg bewegt hat und mein Enga­ge­ment bei der nächs­ten Bun­des­tags­wahl wür­di­gen, in dem sie mir ihre Stim­me geben. Ich habe ganz klar das Ziel, in Lich­ten­berg das Direkt­man­dat zu holen.

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2015/08/BZJ_08_2015_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 13.08.2015

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