Pressespiegel

Lichtenberg wächst weiter

Lich­ten­berg wird auch 2016 wei­ter wach­sen, die Zahl der Ein­woh­ner stei­gen. Dafür will sich der Bezirk in die­sem Jahr rüs­ten. Gleich­zei­tig stellt sich die Ver­wal­tung neu auf – am 18. Sep­tem­ber wird eine neue Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung gewählt, deren Mit­glie­der den oder die neue Bürgermeister/in küren. Das Bezirks­Jour­nal wirft exklu­siv einen Blick auf die kom­men­den zwölf Mona­te: Was erwar­tet uns? Wir haben uns im Rat­haus umge­hört.

WAHLEN:Schafft die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) den Sprung in die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung (BVV)? Kön­nen die Mit­glie­der der PIRA­TEN-Frak­ti­on wei­ter­ma­chen? Und wer besetzt den Chef­ses­sel im Rat­haus an der Möl­len­dorff­stra­ße? Über die­se Fra­gen ent­schei­den am 18. Sep­tem­ber die Lich­ten­ber­ger, wenn sie zur Bezirks­wahl auf­ge­ru­fen sind. Die LINKE will mit Evrim Som­mer ihre Mehr­heit in der BVV aus­bau­en und Som­mer zur Bür­ger­meis­te­rin küren; SPD, Grü­ne und CDU wer­den dem Ver­neh­men nach wie­der eine Zähl­ge­mein­schaft, also eine Art Koali­ti­on, bil­den. Die bis­he­ri­ge Amts­in­ha­be­rin, Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro (SPD), hat bereits ihre Kan­di­da­tur erklärt und soll im März offi­zi­ell von der SPD nomi­niert wer­den. Nicht aus­ge­schlos­sen ist jedoch, dass sich auch eine ande­re Kon­stel­la­ti­on ergibt und die LINKE gemein­sa­me Sache mit der SPD macht. Schaut man auf die Umfra­ge­er­geb­nis­se, gilt der Ein­zug der AfD als sicher. Ob die NPD – sie besetzt bis­lang zwei Man­da­te in der BVV – wie­der dabei ist, ist frag­lich. Ihre Ver­ord­ne­ten glän­zen in den BVV-Sit­zun­gen der­zeit größ­ten­teils durch Abwe­sen­heit.

WOHNEN: Vier neue Wohn­quar­tie­re sol­len in Lich­ten­berg ent­ste­hen: Die Wohn­ge­bie­te »Wei­ße Tau­be«, Lands­ber­ger Allee, und Prin­zen­vier­tel in Karls­horst wer­den erwei­tert, die Wohn­be­bau­ung an der Rum­mels­bur­ger Bucht. Zudem soll an der Ecke Kon­rad-Wolf­Stra­ße und Wei­ßen­se­er Weg ein neu­es Vier­tel ent­ste­hen. Geplant sind mehr als 3.300 Woh­nun­gen.

EINKAUFEN: Der Bezirk will sein Zen­tren- und Ein­zel­han­dels­kon­zept über­ar­bei­ten. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass pla­nungs­recht­lich mehr Ein­kaufs­zen­tren, Bau­märk­te, Möbel­häu­ser und Super­märk­te ent­ste­hen wer­den – dank der stei­gen­den Nach­fra­ge durch die neu hin­zu­kom­men­den Bewoh­ner des Bezirks. Geplant ist, die Ein­woh­ner im Rah­men von Regio­nal­kon­fe­ren­zen mit in die Pla­nun­gen ein­zu­be­zie­hen. »Zu einer lebens­wer­ten Stadt gehört auch eine intak­te Nah­ver­sor­gung.«, sagt Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Wil­fried Nün­t­hel (CDU).

KLEINGÄRTEN: Um die Klein­gär­ten im Bezirk lang­fris­tig zu sichern, will der Bezirk alle Mög­lich­kei­ten des Pla­nungs­rech­tes aus­schöp­fen. Ziel ist es, »etwai­gen Spe­ku­la­ti­ons­in­ter­es­sen ent­ge­gen zu tre­ten«, wie Wil­fried Nün­t­hel sagt.

SCHULEN: Rund zehn Mil­lio­nen Euro flie­ßen nach Anga­ben von Bil­dungs­stadt­rä­tin Kers­tin Beu­rich (SPD) in die Schu­len des Bezirks. Das Geld kommt der Sanie­rung von bestehen­den oder frü­he­ren Schul­ge­bäu­den zu Gute. Geplant ist auch, zwei soge­nann­te modu­la­re Ergän­zungs­bau­ten zu errich­ten. Opti­miert wer­den soll die Rei­ni­gung der Schu­len. 2016 ste­hen dafür zusätz­lich 1,6 Mil­lio­nen Euro bereit. Mehr Geld soll es auch für die Sport­an­la­gen geben.

JUGENDBERUFSAGENTUR: Im April eröff­net die Jugend­be­rufs­agen­tur: »Ziel­set­zung ist die aus­bil­dungs- und berufs­be­zo­ge­ne sowie sozia­le Bera­tung und gege­be­nen­falls Ver­mitt­lung von Jugend­li­chen unter einem Dach«, sagt Stadt­rä­tin Kers­tin Beu­rich. Dafür wer­den ver­schie­de­ne Ange­bo­te und Struk­tu­ren ört­lich zusam­men­ge­führt.

FLÜCHTLINGE: Die Volks­hoch­schu­le wird 2016 ihr Spra­chen­an­ge­bot für geflüch­te­te Men­schen aus­wei­ten. »Das Amt für Sozia­les sowie das Job­cen­ter stel­len neue Mit­ar­bei­ter ein, um die Betrof­fe­nen leis­tungs­recht­lich ver­sor­gen zu kön­nen«, kün­digt Sozi­al­stadt­rä­tin Kers­tin Beu­rich an. Gemein­sam mit dem Senat wür­den Will­kom­mens­klas­sen ein­ge­rich­tet, die den Kin­dern und Jugend­li­chen ohne Deutsch­kennt­nis­se den Ein­stieg in die deut­sche Spra­che ermög­li­chen. Vor­aus­sicht­lich im Früh­jahr erscheint zudem eine Bro­schü­re für Flücht­lin­ge in meh­re­ren Spra­chen – her­aus­ge­ge­ben vom Bezirks­amt und mit Unter­stüt­zung des Wirt­schafts­krei­ses Hohen­schön­hau­sen-Lich­ten­berg.

KULTUR: Jah­res­hö­he­punkt ist die Lan­ge Nacht der Bil­der, an der Ate­liers, Werk­stät­ten, Gale­ri­en, Stu­di­os, Biblio­the­ken, Muse­en, die Volks­hoch­schu­le und Cafés teil­neh­men. »Die Lich­ten­ber­ger Lan­ge Nacht der Bil­der ist seit Jah­ren ein viel­fäl­ti­ges Kul­tur­er­leb­nis, das mitt­ler­wei­le lan­des­weit Beach­tung fin­det«, sagt Kers­tin Beu­rich. Aus dem Bezirks­kul­tur­fonds und dem Pro­jekt­fonds Kul­tu­rel­le Bil­dung wer­den auch 2016 wie­der vie­le Kul­tur­pro­jek­te geför­dert, die dann den inter­es­sier­ten Kunst­freun­den im Lau­fe des Jah­res prä­sen­tiert wer­den.

SENIOREN: Zum sechs­ten Mal gibt es ab dem 13. April die Lich­ten­ber­ger Senio­ren­uni­ver­si­tät. Ab 26. Sep­tem­ber ist die drit­te Lich­ten­ber­ger Senio­ren­wo­che geplant.

STADTTEILE: Der Bezirk über­ar­bei­tet die Pro­fi­le sei­ner 13 Stadt­tei­le, kün­digt Bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro an. »Die neu­en Stadt­teil­pro­fi­le wer­den die aktua­li­sier­te Grund­la­ge für die künf­ti­gen Pla­nun­gen des Bezirks­am­tes bil­den.«

BÜRGERÄMTER: »Ich will, dass die Bür­ger­äm­ter aus den Nega­tiv-Schlag­zei­len her­aus­kom­men, dass der ver­spro­che­ne Per­so­nal­zu­wachs und Fort­schrit­te bei Online-Ange­bo­ten die War­te­schlan­gen ver­kür­zen.« Das Per­so­nal benö­tigt, um die Wah­len 2016 ordent­lich vor­zu­be­rei­ten, damit alle Neu-Lich­ten­ber­ger auch zur rech­ten Zeit ange­mel­det sind und wäh­len kön­nen.

TIERHEIM: Die Tier­sam­mel­stel­le – eine Art Fund­bü­ro für her­ren- und frau­en­lo­se Tie­re – muss einen neu­en Ver­trag bekom­men, nach­dem der Tier­schutz­ver­ein dem für ganz Ber­lin zustän­di­gen Bezirk Lich­ten­berg gekün­digt hat­te. »Die Neu­ver­ga­be der Leis­tun­gen wird jetzt vor­be­rei­tet, so dass wir bald zu einem guten Ver­trag mit dem bes­ten Anbie­ter kom­men, der Fund­tie­re auf­nimmt, betreut und ver­mit­telt«, sagt Stadt­rat Andre­as Prü­fer.

KINDER UND FAMILIE: Im Früh­jahr wird nach Anga­ben von Jugend­stadt­rä­tin Dr. San­dra Ober­mey­er (par­tei­los, für DIE LINKE) eine Jugend­frei­zeit­ein­rich­tung in der Got­lin­de­stra­ße eröff­nen. Im März ist eine Fach-Kin­der­schutz­kon­fe­renz geplant. Außer­dem soll die Rei­he »Leben und gesund alt wer­den in Lich­ten­berg« in Koope­ra­ti­on mit dem Kran­ken­haus Köni­gin Eli­sa­beth Herz­ber­ge und dem Sana Kli­ni­kum fort­ge­setzt wer­den. »Im Rah­men des Audits fami­li­en­ge­rech­te Kom­mu­ne wer­den wir Über­le­gun­gen für mehr Ser­vice für Fami­li­en mit einem Fami­li­en­bü­ro vor­stel­len«, kün­digt die Stadt­rä­tin an.

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/01/BZJ_01_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 14.01.2016

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