Pressespiegel

Kreative Volksvertreter

Abgeordnete als Autoren, Editoren und Administratoren

Sie tref­fen sie in Ver­ei­nen, beim Sport oder auf den Markt­plät­zen. In ihren Bür­ger­bü­ros hal­ten die Volks­ver­tre­ter nicht nur Sprech­stun­den für Rat­su­chen­de ab, son­dern orga­ni­sie­ren auch die ver­schie­dens­ten Ver­an­stal­tun­gen. Doch eini­ge machen durch­aus noch mehr als das Übli­che. Eine klei­ne Aus­wahl:

Weg­wei­ser und Lie­bes­er­klä­rung

Fast noch druck­frisch ist das 138 Sei­ten star­ke Buch »Mein Lich­ten­berg« des aus dem Bezirk stam­men­den Abge­ord­ne­ten Dr. Mar­tin Pät­zold. Der Christ­de­mo­krat aus Hohen­schön­hau­sen ist mit 31 Jah­ren einer der jüngs­ten Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Die Ende 2015 erschie­ne­ne Publi­ka­ti­on ist qua­si ein »Best of« des Bezirks – ein Weg­wei­ser und auch eine Lie­bes­er­klä­rung. Fast 300 Ein­rich­tun­gen in allen Orts­tei­len hat Pät­zold in sei­nem Wahl­kreis im Rah­men von Wahl­kreis­ta­gen und Dia­log­tou­ren seit 2013 besucht. Nun nimmt er die Leser dort­hin mit und zeigt das neue Selbst­be­wusst­sein eines auf­stre­ben­den Ber­li­ner Bezirks. Denn Lich­ten­berg hat im ver­gan­ge­nen Vier­tel­jahr­hun­dert einen bemer­kens­wer­ten Image­wan­del voll­zo­gen – von einer eins­ti­gen Sta­si-Hoch­burg zum Trend­be­zirk, in dem es inzwi­schen nicht nur viel­fäl­ti­ge Wohn­for­men son­dern auch Wachs­tum von Indus­trie und Gewer­be gibt. Zudem exis­tie­ren dort mit u.a. mit der Gedenk­stät­te Hohen­schön­hau­sen, dem Deutsch-Rus­si­schen Muse­um und dem Gedenk­ort Rum­mels­burg Lern­or­te der Demo­kra­tie. Pät­zold stellt vor, was er bei den 56 Tou­ren ken­nen­lern­te, die er inner­halb von zwei Jah­ren unter­nom­men hat. Jeder Tour ist eine Über­sichts­kar­te bei­ge­fügt. Das Buch ist auf Anfra­ge im Bun­des­tags­bü­ro von Dr. Mar­tin Pät­zold, Platz der Repu­blik 1, 11011 Ber­lin, erhält­lich.

Unfri­sier­te Erin­ne­run­gen

»Gott­lo­se Type« hat die aus Mar­zahn-Hel­lers­dorf stam­men­de Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin Petra Pau (Die Lin­ke) ihr ers­tes Buch genannt, Unter­ti­tel »Mei­ne unfri­sier­ten Erin­ne­run­gen.« Die Samm­lung von Anek­do­ten erschien bereits im Febru­ar ver­gan­ge­nen Jah­res im Eulen­spie­gel Ver­lag und beschäf­tigt sich eher hei­ter mit nicht nur lus­ti­gen Din­gen aus dem Poli­tik­all­tag. Seit der Ver­öf­fent­li­chung tourt die 52-Jäh­ri­ge wie jeder ande­re Schrift­stel­ler mit ihrem Bänd­chen durch die Repu­blik. So liest sie u.a. am 1. Febru­ar um 15 Uhr bei Jah­res­rin­ge – Ver­band für Vor­ru­he­stand und akti­ves Alter e.V. in der March­witz­stra­ße 24–26 in Mar­zahn, am 4.Februar um 16 Uhr im Frau­en­zen­trum Matil­de, Stoll­ber­ger Stra­ße 55. Der Ein­tritt ist frei.

Post­kar­ten und Früh­stück

Nicht so gar beschei­den nennt sich der für Kaulsdorf/Hellersdorf gewähl­te SPD-Abge­ord­ne­te Sven Kohl­mei­er »Lieb­ling Kauls­dorf«. Doch dafür lie­ben ihn die Kauls­dor­fer wirk­lich: Der 40-Jäh­ri­ge hat eine eige­ne Post­kar­te für den Orts­teil kre­iert, mit Som­mer- und Win­ter­ver­si­on. Kauls­dor­fer sam­meln die­se, ver­schi­cken sie an Freun­de und Bekann­te. Nun hat er eine neue Edi­ti­on vor­ge­stellt, die »Antik-Post­kar­te«. Die­se zeigt his­to­ri­sche Kauls­dor­fer Ansich­ten – den Bahn­hof, die Gast­stät­te »Zur S-Bahn«, das Ber­li­ner Bun­des­schüt­zen­haus (heu­te Vil­la Peli­kan. Die Schwarz-Weiß-Auf­nah­men aus dem Lan­des­ar­chiv und einer Pri­vat­samm­lung stam­men aus der Zeit um 1935 und sind natür­lich mit einem Weg­wei­ser zu »Lieb­ling Kauls­dorf« ver­se­hen. Denn in des­sen Bür­ger­bü­ro am S-Bahn­hof Kauls­dorf kön­nen die Kar­ten kos­ten­los abge­holt oder per Tele­fon unter 030–56 48 70 30 bestellt wer­den. Apro­pos Vil­la Peli­kan: Dort früh­stückt der Poli­ti­ker öffent­lich jeden Monat mit inter­es­san­ten Per­sön­lich­kei­ten, zur nächs­ten Ver­an­stal­tung »Schrip­pe & Mar­me­la­de« ist am Sonn­abend, 30. Janu­ar, um 10 Uhr Ex-Finanz­se­na­tor Ulrich Nuss­baum zu Gast. Ein­tritt frei, tel. Anmel­dung im Bür­ger­bü­ro erwünscht bzw. E-Mail: kontakt@liebling-kaulsdorf.de

Das Blätt­chen und das Welt­all

Wolf­gang Brau­er (Die Lin­ke) ist nicht nur Vor­sit­zen­der des Mar­zahn-Hel­lers­dor­fer Hei­mat­ver­eins. Der kul­tur­po­li­ti­sche Spre­cher der Links­frak­ti­on im Abge­ord­ne­ten­haus, ein Stu­di­en­rat, ist wegen sei­nes gro­ßen Wis­sens bekannt und geschätzt. Als einer der drei Redak­teu­re des »Blätt­chens«, einer seit 1998 erschei­nen­den Zwei­wo­chen­schrift für Poli­tik, Kunst und Wirt­schaft, die sich in der Tra­di­ti­on von Ossietz­ky und Tuchol­sky sieht, publi­ziert der 61-Jäh­ri­ge dort regel­mä­ßig. »Das Blätt­chen« erscheint seit 2010 nur noch online – und bie­tet jede Men­ge anre­gen­den Stoff zum Nach­den­ken für den inter­es­sier­ten (Links)Intellektuellen. In der ers­ten Janu­ar­wo­che beschäf­tig­te sich Brau­er im »Blätt­chen« mit »Marok­ko ohne Exo­tis­mus«. Und am 27. Janu­ar, 19 Uhr, lädt er unter der Fra­ge­stel­lung »Sind wir allein im All?« ins Tsche­chow-Thea­ter, Mär­ki­sche Allee 410, ein (Ein­tritt frei). Beant­wor­ten wird die­se ein Fach­mann fürs Uni­ver­sum: der ehe­ma­li­ge, lang­jäh­ri­ge Direk­tor der Archen­hold-Stern­war­te, Prof. Dr. Die­ter B. Herr­mann.

Feu­er­wehr und Platz­fest

Alex­an­der J. Herr­mann (CDU) ist Abge­ord­ne­ter für Kauls­dorf-Nord im Abge­ord­ne­ten­haus. Der 43-Jäh­ri­ge hat schon vie­le Prak­ti­ka absol­viert, u.a. im Pfle­ge­heim, bei der Feu­er­wehr und der Poli­zei. »Um ein bes­se­res Gefühl für die Pro­ble­me zu bekom­men«, begrün­det er sei­ne Akti­vi­tä­ten. Er ist auch der maß­geb­li­che Initia­tor des Fami­li­en­fes­tes auf dem Ceci­li­en­platz, wo er auch sein Bür­ger­bü­ro hat. Das fin­det in die­sem Jahr zum sechs­ten Mal statt (6.–8. Mai). Im ver­gan­ge­nen Jahr prä­sen­tier­ten sich dort 30 Ver­ei­ne, Ein­rich­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen, rund 10.000 Gäs­te kamen. Auch online ist Herr­mann aktiv, nicht nur auf sei­ner eige­nen Web­site und auf sei­ner Face­book-Prä­senz. Er hat im sozia­len Netz­werk die Grup­pe »Wir Hel­lers­dor­fer« mit­ge­grün­det und ist noch heu­te einer von fünf Admi­nis­tra­to­ren. »Eine Grup­pe für den bür­ger­schaft­li­chen Aus­tausch, nicht für Par­tei­po­li­tik«, wie er betont.

Online und off­line

Spi­ri­tus Rec­tor für die Nut­zung von Face­book und Twit­ter durch Alex­an­der J. Herr­mann war sein Par­tei­kol­le­ge aus Lich­ten­berg, Dan­ny Frey­mark (MdA). Der 32-Jäh­ri­ge hat auch die Face­book-Grup­pe Lich­ten­ber­ger gegrün­det und betreut sie als Admin. Weni­ger bekannt ist, dass auf sei­ne Initia­ti­ve der Lich­ten­berg-Preis zurück­geht, den die Christ­de­mo­kra­ten seit 2013 immer zu ihrem Neu­jahrs­emp­fang ver­ge­ben. In der Jury sit­zen u.a. die Prä­si­den­tin der ers­ten in der DDR frei gewähl­ten Volks­kam­mer, Dr. Sabi­ne Berg­mann-Pohl, und Micha­el von Tres­kow, Nach­fah­re der Fried­richs­fel­der Rit­ter­gut- und Schloss­be­sit­zer. 2015 ging der mit 500 Euro dotier­te Preis an Joa­chim Schütz, Vor­sit­zen­der des För­der­ver­eins Muse­um Kes­sel­haus Herz­ber­ge e.v. Der dies­jäh­ri­ge Neu­jahrs­emp­fang mit Preis­ver­lei­hung fin­det am Frei­tag, 22. Janu­ar, statt.

Die Bezirks­ver­ord­ne­ten

Sie sind kei­ne Abge­ord­ne­ten, die für ihre poli­ti­sche Tätig­keit Geld bekom­men, son­dern Ver­ord­ne­te (mit weni­ger Rech­ten und gerin­ger Auf­wands­ent­schä­di­gung). Sie wer­den oft Hob­by­po­li­ti­ker genannt, weil sie in ihrer Frei­zeit tätig wer­den (meist abends) und, anders als Abge­ord­ne­te, den Brot­er­werb durch ihren Beruf sichern müs­sen. Wenn Poli­tik zum (durch­aus anstren­gen­den und zeit­rau­ben­den!) Hob­by wird, ist kaum noch Zeit für ein ande­res. Den­noch schrei­ben auch man­che Bezirks­po­li­ti­ker Bücher wie bei­spiels­wei­se der pro­mo­vier­te His­to­ri­ker Jür­gen Hof­mann (Die Lin­ke) aus Lich­ten­berg. Die­ser hat­te u.a. 2013 aus Anlass des 725. Lich­ten­berg-Jubi­lä­ums den 188 Sei­ten star­ken Band »Lich­ten­berg – kur­ze Geschich­te eines Ber­li­ner Bezirks« publi­ziert. Anders als ande­ren BVV-Kol­le­gen stand ihm dafür auch werk­tags Zeit zur Ver­fü­gung: Der Geschichts­pro­fes­sor ist schließ­lich mit 72 Jah­ren schon im Ren­ten­al­ter.

Autor: Birgitt Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/kreative-volksvertreter/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 17.01.2016

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