Pressespiegel

Kleiner Mann, ganz groß

Tierpark-Gründer: 25 Jahre nach seinem Tod ehren Angehörige, Weggefährten, Stammbesucher und Politiker Prof. Dr. Dr. hc. Heinrich Dathe (1910−1991).

Vor 25 Jah­ren fand Prof. Dr. Dr. Hein­rich Dathe sei­ne letz­te Ruhe auf dem evan­ge­li­schen Fried­hof an der Robert-Sie­wert-Stra­ße, ganz in der Nähe sei­ner eins­ti­gen Wir­kungs­stät­te, die bis heu­te eng mit sei­nem Namen ver­bun­den ist. Immer­hin schuf der Zoo­lo­ge 1955 rund um das Schloss Fried­richs­fel­de ein Refu­gi­um, das es in die­ser Form – zumin­dest von der Grö­ße her – kein zwei­tes Mal gibt. Wenn­gleich der Tier­park Ber­lin in die Jah­re gekom­men ist, er ist nach wie vor der größ­te Land­schaft­s­tier­gar­ten Euro­pas. Dass Dathes Ver­diens­te bis heu­te einen fes­ten Platz in den Köp­fen sei­ner eins­ti­gen Weg­be­glei­ter und der Tier­park Stamm­be­su­cher haben, war vor weni­gen Tagen ein­drucks­voll zu erle­ben. Anläss­li­ch sei­nes 25. Todes­ta­ges am 6. Janu­ar hat­te die För­der­ge­mein­schaft von Zoo und Tier­park zu einer Gedenk­ver­an­stal­tung an das Ehren­grab Dathes ein­ge­la­den, die ein wenig an ein Klas­sen­tref­fen erin­ner­te. Unter den Gäs­ten waren vie­le frü­he­re Kol­le­gen, sei­ne Kin­der, Zoo- und Tier­park-Direk­tor Andre­as Knie­riem, Ber­lins Innen­se­na­tor Frank Hen­kel (CDU) und Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro (SPD). Auch die Schla­ger­sän­ger Uwe Jen­sen und Ange­li­ka Mann leg­ten Blu­men nie­der, genauso wie Rai­ner Bos­se (DIE LINKE), Vor­ste­her der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung. Aus dem Bun­des­tag kam Mar­tin Pät­zold (CDU), aus dem Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus Mari­on Plat­ta (DIE LINKE). »Pro­fes­sor Dathe war jemand, der sich seit sei­ner Kind­heit inter­es­siert hat für Tie­re«, erin­ner­te Frank Hen­kel. Ihm und sei­nem dama­li­gen Team sei es »in her­vor­ra­gen­der Wei­se gelun­gen, den Tier­park zu gestal­ten, mit Leben zu fül­len und ihn mit Attrak­ti­vi­tät zu ver­se­hen«. Er sei froh, dass die Poli­tik die Bedeu­tung die­ses Tier­parks erkannt hat, sag­te der Innen­se­na­tor mit Bli­ck auf ein­st geführ­te Debat­ten dar­um, ob Ber­lin zwei Zoos braucht. »Es ist ihm zu ver­dan­ken, dass wir heu­te nach wie vor eine wun­der­schö­ne Park­an­la­ge haben, die größ­te die­ser Art in Euro­pa.« Ber­lin und der Bezirk Lich­ten­berg hät­ten Dathe viel zu ver­dan­ken, sag­te BVV-Vor­ste­her Rai­ner Bos­se. »Sein Tier­park ist der Schatz von Lich­ten­berg, den es zu hüten und zu ent­wi­ckeln gilt.« Und Dathes Sohn Falk, eben­falls Zoo­lo­ge, bedank­te sich bei den Weg­be­glei­tern sei­nes Vaters: »Ohne Ihre Unter­stüt­zung hät­te unser Vater die­ses nicht leis­ten kön­nen.« Schla­ger­sän­ger Uwe Jen­sen, der vie­le Jah­re das legen­dä­re Tier­park­fest mode­rier­te, nann­te Dathe einen gro­ßen, enga­gier­ten Men­schen, »der immer 100 Pro­zent für die Sache gege­ben hat«. Und Ange­li­ka Mann ist heu­te noch ganz ange­tan, dass Dathe in der Zeit sei­nes Berufs­ver­bots als Vogel­stim­men­imi­ta­tor arbei­te­te und sich damit über die Run­den schlug. Zoo- und Tier­park-Direk­tor Andre­as Knie­riem erin­ner­te sich am Ran­de der Gedenk­ver­an­stal­tung an eine Füh­rung, der er Dathe und ande­ren Zoo­di­rek­to­ren Ende der 1980er-Jah­re als wis­sen­schaft­li­cher Assis­tent im Zoo Duis­burg gab. »Dathe war in der Zoo­welt ein Name, den jeder kann­te«, sag­te Knie­riem. Über den Ber­li­ner Rund­funk und das DDR-Fern­se­hen wur­de Dathe schließ­li­ch repu­blik­weit popu­lär. Prof. Dr. Dr. Hein­rich Dathe hat­te den 160 Hekt­ar gro­ßen Tier­park 34 Jah­re gelei­tet. Im Dezem­ber 1990 wur­de er kurz vor sei­nem 80. Geburts­tag in Ren­te geschickt, weil er für den öffent­li­chen Dienst im Wes­ten bereits zu alt war. Nur weni­ge Tage blie­ben ihm, um das Feld zu räu­men. Weg­be­glei­ter sagen, dass er dies nicht ver­kraf­te­te. Nach Dathe sind inzwi­schen ein Platz und eine Pro­me­na­de in Fried­richs­fel­de und ein Gym­na­si­um in Fried­richs­hain benannt.

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/01/BZJ_01_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 14.01.2016

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