Pressespiegel

Familie Adebar mit Nachwuchssorgen

Glücksbringer hatten selbst kein Glück

»Ein Stor­chen­paar hat auch drei Eier gelegt« berich­te­te die Lei­te­rin der Natur­schutz­sta­ti­on, Diplom­bio­lo­gin Bea­te Kitz­mann. Doch die bei­den Ade­ba­re waren vom Pech ver­folgt. »Anfang Mai kam ein ›Stör­stor­ch‹, der die bei­den angriff.« Es gab Rang­kämp­fe um das Nest. Als Stör­stor­che wer­den Jung­vö­gel bezeich­net, die noch kei­ne eige­ne Fami­lie gegrün­det haben. Jeden­falls ver­lie­ßen die bei­den Alt­vö­gel ihr Nest, um den Stor­ch abzu­weh­ren. Ver­mut­li­ch zu lan­ge, so dass die Eier nicht mehr aus­ge­brü­tet wur­den. Bea­te Kitz­mann erin­ner­te dar­an, dass es im Mai vie­le kal­te Näch­te gab. Es folg­te eine lan­ge Tro­cken­pe­ri­ode, wodurch die Stör­che nicht mehr genug Nah­rung fan­den.

Fal­ken­berg hat Stor­ch-Nach­wuchs

Im gan­zen Land Bran­den­burg hät­ten 40 Pro­zent weni­ger Stör­che als son­st übli­ch das Licht der Welt erblickt, so die Bio­lo­gin bei einem Pres­se­ge­spräch am Mon­tag, 27. Juli. Nur die bei­den Ade­ba­re in Fal­ken­berg haben Nach­wuchs bekom­men. Dort wer­den zur Zeit zwei Jung­stör­che auf­ge­zo­gen. Das Nest in Fal­ken­berg ist jedoch von den Natur­schüt­zern schlecht zu beob­ach­ten und die Bele­gung ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht doku­men­tiert wor­den. In der Natur­schutz­sta­ti­on Mal­chow wird seit 1993 das Stor­chen­buch geführt. Dort wird neben der Ankunft und Abrei­se auch die Zahl der Jung­vö­gel fest­ge­hal­ten. 2008 war bei­spiels­wei­se ein gutes Stor­chen­jahr, denn in dem Som­mer waren erst­mals bei­de Nes­ter an der Natur­schutz­sta­ti­on bewohnt.

Frö­sche sind nicht die Haupt­nah­rung

»In die­sem Jahr liegt es ein­deu­tig an den Wet­te­run­bil­den«, erklär­te Kitz­mann. Son­st schwört die Natur­schüt­ze­rin dar­auf, dass gera­de das Rand­ge­biet gute Bedin­gun­gen für den Stor­ch bie­tet. Die Schwarz-weiß-Gefie­der­ten brau­chen die Land­wirt­schaft, sie fol­gen den Feld­ar­bei­ten. Die Lei­te­rin der Natur­schutz­sta­ti­on räum­te gleich mit eini­gen Legen­den rund um den Stor­ch auf. Nein – es stimmt nicht, dass Stor­chen­paa­re ein Leben lang zusam­men blei­ben. Sie blei­ben nur eine Sai­son zusam­men. Es stimmt auch nicht, dass Stör­che immer wie­der zu ihrem Nest zurück­keh­ren. Jeden­falls wur­de das noch nicht nach­ge­wie­sen. »Wir hat­ten hier ein­mal einen Stor­ch aus dem Kyff­häu­ser«, sag­te Kitz­mann. Der Ring an sei­nem Bein brach­te es ans Licht. Er konn­te aus­ge­le­sen wer­den. Noch eine wei­te­re Mär wur­de wider­legt: Stör­che ernäh­ren sich nicht haupt­säch­li­ch von Frö­schen. Die neh­men sie zwar auch, eben­so wie Schlan­gen und Fische. Die Haupt­spei­se der Lang­schnä­bel und ihres Nach­wuch­ses sind jedoch Insek­ten.

Nest in War­ten­berg geplant

Stör­che brau­chen ein wei­tes Umfeld mit Wie­sen und Fel­dern. Die gibt es reich­li­ch am nörd­li­chen Stadt­rand. Die Flä­chen sind sogar so groß, dass noch in die­sem Jahr die Vor­aus­set­zun­gen für ein drit­tes Nest geschaf­fen wer­den sol­len. Am Sport­platz in War­ten­berg wird bis zum Herbst ein Mast mit einem Nest auf­ge­stellt. 45.000 Euro soll die Akti­on kos­ten, eine Fir­ma aus Thü­rin­gen hat den Auf­trag bekom­men. Die Natur­schüt­zer hof­fen, dass im nächs­ten Früh­jahr dann vier Stor­chen­paa­re im Bezirk brü­ten wer­den. Und eines wur­de beim Pres­se­ge­spräch auch deut­li­ch: der Stor­ch baut nicht mehr allein. Er ist viel­fach auf die Hil­fe des Men­schen ange­wie­sen. »Wir wol­len und müs­sen dem Stor­ch etwas anbie­ten«, mein­te der Stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung, Wil­fried Nün­thel (CDU). Schließ­li­ch wol­le der Bezirk sei­nen Ruf als Stor­chen­be­zirk im kom­men­den Jahr aus­bau­en. – Viel­leicht mit Erfolg, wenn in Mal­chow, Fal­ken­berg und War­ten­berg vier Nes­ter bezo­gen wer­den.

Autor: Klaus Tessmann
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/familie-adebar-mit-nachwuchssorgen/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 28.07.2015

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