Pressespiegel

Fahrradständer 4.0

Velo easy – Die abschließbare Box fürs Fahrrad

Denn Olden­gott (27) und ihr Geschäfts­part­ner Mar­co Hinz (35) haben mit ihrem Star­tup velo easy –Smart Urban Solu­ti­ons GmbH nach eige­nen Anga­ben die bun­des­weit ers­te abschließ­ba­re Fahr­rad­box erfun­den, LiMa+ berich­te­te. Am Mitt­woch­nach­mit­tag, 2. März, hat­te das Fahr­rad-Park-Ron­dell mit zehn ver­schließ­ba­ren Ein­zel­bo­xen vor dem Bahn­hof Lich­ten­berg sei­ne Pre­mie­re. Mit den kos­ten­pflich­ti­gen Fahr­rad­bo­xen soll sowohl Schutz vor Dieb­stahl und Van­da­lis­mus als auch vor Wit­te­rungs­ein­flüs­sen gebo­ten wer­den. Die Boxen inner­halb des Ron­dells, die einem Tor­ten­stück ähneln, kön­nen sowohl für Fahr­rä­der als auch E-Bikes genutzt wer­den und bie­ten zusätz­li­ch Stau­raum für Fahr­rad­helm, Ein­kaufs­tü­ten und Wech­sel­klei­dung. Die Buchung, Bezah­lung, Öff­nung und Abmel­dung der jewei­li­gen Fahr­rad­box erfolgt dabei über eine spe­zi­el­le Smart­pho­ne-App. Die­se kann aller­dings zunächst nur mit Gerä­ten, die auf dem Andro­id-Sys­tem basie­ren, genutzt wer­den, sagt Hinz, der aus der IT-Bran­che kommt. »iOS kommt in etwa acht Wochen«, sagt er. Eine Ver­si­on für sta­tio­nä­re Com­pu­ter brau­che etwa noch zwölf Wochen. Ohne die App kann die Box weder reser­viert noch geöff­net wer­den – nicht umson­st nennt sie sich ja auch Fahr­rad­stän­der 4.0.

Die Prei­se für die­se Art Bike-Auf­be­wah­rung: eine Stun­de 1 Euro, die zwei­te 80 Cent, eine drit­te 70 Cent. »Der Preis ist gede­ckelt bei 3 Euro pro Tag«, so Hinz. Man arbei­te auch noch an einem Monats­abo für Pend­ler, das zwi­schen 20 und 30 Euro lie­gen sol­le. Über­haupt wol­le velo easy noch eini­ges nach­bes­sern: So sol­len zum Bei­spiel künf­tig Video­ka­me­ras in den Boxen ange­bracht wer­den. Damit kann dann deren Zustand erkannt wer­den – bei­spiels­wei­se, ob sau­er gemacht wer­den muss. Der­zeit kann nur über die App kom­mu­ni­ziert wer­den, dass etwas mit den Boxen nicht in Ord­nung ist. Per­spek­ti­vi­sch sol­len auch Lade­sta­tio­nen für E-Bikes in die Ron­dells inte­griert wer­den.

Pilot­pro­jekt in Lich­ten­berg

Velo easy plant nach ihrem Pilot­pro­jekt in Lich­ten­berg auch in ande­ren Tei­len Ber­lins und in wei­te­ren Städ­ten Deutsch­lands sol­che Fahr­rad-Abstell­bo­xen zu eröff­nen und die­se schwer­punkt­mä­ßig an Bahn­hö­fen, vor Ein­kaufs­zen­tren, vor Frei­zeit- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen, in der Nähe von Sehens­wür­dig­kei­ten oder auch vor Uni­ver­si­tä­ten zu plat­zie­ren. Mar­co Hinz berich­tet über Gesprä­che mit wei­te­ren Ber­li­ner Bezir­ken, dar­un­ter Pan­kow und Trep­tow-Köpe­nick, wo acht bzw. neun sol­cher Boxen ent­ste­hen könn­ten. In Gespräch sei velo easy auch mit der Deut­schen Bahn über die Plat­zie­rung von abstell­ba­ren Fahr­rad­bo­xen am Süd­kreuz und beim Gesund­brun­nen­cen­ter. »Wir wol­len zwi­schen 250 und 300 Boxen noch in die­sem Jahr in Ber­lin auf­stel­len.« Eine die­ser Boxen, die in Span­d­au pro­du­ziert wer­den, kos­tet nach sei­nen Anga­ben rund 15.000 Euro.

Die nächs­ten bei­den kom­men aber wie­der nach Lich­ten­berg. »Auf uns auf­merk­sam gewor­den ist die Fir­ma ›velo easy‹ im ver­gan­ge­nen Jahr durch eine Pres­se­be­richt­erstat­tung über die hohe Zahl an Fahr­rad­dieb­stäh­len am Bahn­hof Karls­hor­st«, sagt Lich­ten­bergs Stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung, Wil­fried Nün­thel (CDU). Schnell habe man sich dar­auf ver­stän­digt, das Pilot­pro­jekt in Lich­ten­berg zu star­ten. »Der Bezirk gewährt eine ent­gelt­lo­se Son­der­nut­zung für zwei Jah­re im Rah­men der Pilot­pha­se.« Ins­ge­samt 30 Stell­plät­ze sol­len direkt am Bahn­hof Karls­hor­st in der Tres­ko­wal­lee 112 ent­ste­hen sowie an zwei Stand­or­ten am Bahn­hof Lich­ten­berg. »Sofern die Pilot­pro­jek­te erfolg­reich sind, wol­len wir die Zahl der Stand­or­te im Bezirk aus­wei­ten«, erklärt Nün­thel. Micha­el Stoß von der ADFC-Stadt­teil­grup­pe Lich­ten­berg begrüßt das als einen ers­ten Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Aller­dings habe der Bezirk auch Ver­ant­wor­tung dafür, wei­ter­hin kos­ten­freie und siche­re Abstell­mög­lich­kei­ten für Fahr­rä­der zu schaf­fen.

Zahl der Fahr­rad­dieb­stäh­le erneut gestie­gen

Nach der in der ver­gan­ge­nen Woche ver­öf­fent­lich­ten Poli­zei­li­chen Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik 2015 ist die Zahl der Fahr­rad­dieb­stäh­le in Ber­lin im ver­gan­ge­nen Jahr um 1.486 Fäl­le (ein Plus von 4,8 Pro­zent zu 2014) gestie­gen. 2015 wur­den ins­ge­samt 32.244 Fahr­rad­dieb­stäh­le in der Haupt­stadt ange­zeigt – der höchs­te Wert der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re. Siche­re Abstell­mög­lich­kei­ten sind daher immer mehr nach­ge­fragt. Am Mon­tag, 29. Febru­ar, war am S-Bahn­hof Pan­kow eine ers­te Anla­ge mit 300 inno­va­ti­ven Dop­pel­stock­park­plät­zen in Betrieb genom­men wor­den. So konn­te dort die Abstell­ka­pa­zi­tät um das Vier­fa­che gestei­gert wer­den. Wei­te­re sol­cher Anla­gen sol­len am Ein­zugs­be­reich von Bahn­hö­fen der DB fol­gen. Damit ist zwar das Platz­pro­blem gelöst – noch nicht jedoch das der Lang­fin­ger. Jens Rich­ter, der Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­te des Poli­zei­ab­schnitts 64, nutzt des­halb am Mitt­wo­ch die Pre­mie­re der Fahr­rad­box auch zum Appell, Bikes kos­ten­frei codie­ren zu las­sen. Allein im März wer­den dazu 15 Ter­mi­ne von der Poli­zei in Ber­lin ange­bo­ten.

Autor: Linna Schererz
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/immer-rein-in-die-torte/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 02.03.2016

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