Pressespiegel

Erster Neubau seit 30 Jahren

Wohnungsbau: Die Wohnungsbaugenossenschaft Solidarität errichtet in der Massower Straße ein Mehrfamilienhaus mit 55 Wohnungen.

Kürz­li­ch wur­de in der Mas­so­wer Stra­ße Richt­fest für ein sechs­ge­schos­si­ges Mehr­fa­mi­li­en­haus gefei­ert, in dem ab Mai 2017 nach und nach 55 Woh­nun­gen bezo­gen wer­den kön­nen. Die Hand­wer­ker haben gan­ze Arbeit geleis­tet: Frü­her als geplant steht jetzt der Roh­bau für das Neu­bau-Pro­jekt »Am Fried­richs­fel­der Anger«: Von der Grund­stein­le­gung bis zum Richt­fest sind nur fünf Mona­te ver­gan­gen. Bereits im Mai kom­men­den Jah­res zie­hen die ers­ten Mie­ter ein. Dort, wo sich ein­st eine Kin­der­ta­ges­stät­te befand, lässt die Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft Soli­da­ri­tät ihren Neu­bau errich­ten. »In den ver­gan­ge­nen Jah­ren waren wie­der sehr damit beschäf­tigt, unse­re Bestän­de zu sanie­ren«, sagt der tech­ni­sche Vor­stand Tors­ten Klim­ke. Denn die aus einer Arbei­ter­w­ohn­ge­nos­sen­schaft her­vor­ge­gan­ge­ne »Soli­da­ri­tät« hat­te gera­de nach der Wen­de viel zu tun, die in die Jah­re gekom­me­nen rund 3.100 Wohn­ein­hei­ten auf west­li­chen Stan­dard zu brin­gen. Dazu gehör­ten neben der Sanie­rung von Was­ser- und Abwas­ser­lei­tun­gen auch der Ein­bau neu­er Fens­ter, Auf­zü­ge und die Erneue­rung von Bal­ko­nen. Doch die wach­sen­de Nach­fra­ge nach preis­wer­ten Woh­nun­gen macht auch vor den Genos­sen­schaf­ten nicht halt. Das zeigt auch das Neu­bau-Pro­jekt. 75 Pro­zent der ange­bo­te­nen Quar­tie­re sind bereits ver­mie­tet. »Und das alles, ohne groß in die Wer­bung zu gehen.« Im Schnitt sol­len die Woh­nun­gen pro Monat und Qua­drat­me­ter 8,60 Euro kos­ten. »Wir lie­gen bei den Bau­kos­ten unter 2.000 Euro pro Qua­drat­me­ter«, sagt Tors­ten Klim­ke. Um so güns­tig zu bau­en, mach­te die Genos­sen­schaft Abstri­che, ohne auf den Kom­fort zu ver­zich­ten. Statt Par­kett gibt es hoch­wer­ti­gen PVC-Belag in Hol­z­op­tik, auf eine Tief­ga­ra­ge wur­de eben­so ver­zich­tet wie auf eine Fuß­bo­den­hei­zung in allen Wohn­räu­men. Die gibt es nur in den Bädern. »Da das Haus direkt ans Fern­wär­me­netz ange­schlos­sen wird, spa­ren wir die Kos­ten für teu­re Heiz­tech­nik.«
Rund 20 Pro­zent der neu­en Bewoh­ner kom­men aus den eige­nen Bestän­den, ande­re haben über Mund-zu-Mund­Pro­pa­gan­da von dem Vor­ha­ben gehört. »Wenn Mie­ter ihre alten Woh­nun­gen ver­las­sen, wird preis­wer­ter Wohn­raum für ande­re Men­schen frei«, sagt Wil­fried Nün­thel (CDU), der Lich­ten­ber­ger Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat. Dies sei auch der Ansatz vom bezirk­li­chen Bünd­nis für Woh­nen. Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro (SPD) berich­tet, dass sie in ihren Sprech­stun­den immer wie­der nach bezahl­ba­ren Woh­nun­gen gefragt wer­de. »Es freut mich daher sehr, dass mit dem Neu­bau­pro­jekt auch 3- und 4-Raum­woh­nun­gen ent­ste­hen.« Auch an die Zukunft der Mie­ter wur­de gedacht: Die Quar­tie­re wer­den bar­rie­re­arm bezie­hungs­wei­se bar­rie­re­frei gebaut.

Es fehlt an Grund­stü­cken

Wäh­rend die lan­des­ei­ge­nen Woh­nungs­un­ter­neh­men fast wöchent­li­ch Grund­stein­le­gun­gen und Richt­fes­te fei­ern, sind Neu­bau­pro­jek­te in Ber­lin rar. Sie las­sen sich, auf Lich­ten­berg bezo­gen, an einer Hand abzäh­len. Erst Ende ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te die Woh­nungs­ge­nos­sen­schaft »Neu­es Ber­lin« in Alt-Hohen­schön­hau­sen den »Degner­bo­gen« mit 53 Woh­nun­gen fer­tig­ge­stellt. Die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft WGLi errich­tet zudem am Wei­ßen­seer Weg 107 Woh­nun­gen im Pro­jekt »Woh­nen am Licht­Gar­ten«. Fer­tig­stel­lung soll 2018 sein. »Gern wür­den wir mehr bau­en, aber das Pro­blem sind die Grund­stü­cke«, sagt Tors­ten Klim­ke von der Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft Soli­da­ri­tät. Wäh­rend lan­des­ei­ge­ne Unter­neh­men Immo­bi­li­en vom Land weit unter dem Markt­wert erhal­ten, müs­sen die Genos­sen­schaf­ten die übli­chen Kon­di­tio­nen ent­rich­ten. »Von unse­rer Sei­te aus gäbe es mehr Neu­bau­ten, wenn wir lan­des­ei­ge­ne Immo­bi­li­en ver­bil­ligt erwer­ben könn­ten«, sagt Klim­ke.

Autor: Marcel Gäding
Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/10/BZJ_10_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal, Sei­te 6 | 13.10.2016

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