Pressespiegel

Erfolg und Spaß inklusive

Tischtennis: Ein Lichtenberger Unternehmen vereint Menschen mit und ohne Handicap an der Platte.

Doch jetzt ist erst ein­mal der Sport wich­tig: Gut eine Stun­de haben sich Diet­rich und Pät­zold im Kalen­der frei gehal­ten, um sich mit ihren Mit­spie­lern Max Krö­ber und She­rin Omer auf den vier­ten Tisch­ten­nis Fir­men-Cup vor­zu­be­rei­ten. In der ers­ten Eta­ge des Ver­eins »Kietz für Kids Frei­zeit­sport e.V.« am Hohen­schön­hau­se­ner Hecht­gra­ben schmet­tern die vier ihre Bäl­le über die Plat­te. Alle duzen sich, wie das beim Sport übli­ch ist. Alle ver­bin­det die Freu­de am Tisch­ten­nis und ein oran­ge­far­be­nes T-Shirt, auf dem in gro­ßer Schrift das Mot­to zu lesen ist: »Erfolg und Spaß inklu­si­ve«.

Mit fünf Teams hat sich die Syn­er­gie GmbH für den vier­ten Tisch­ten­nis Fir­men-Cup ange­mel­det. Alle zusam­men geben eine net­te, lus­ti­ge und vor allem bun­te Trup­pe ab: Ange­stell­te, Azu­bis, freie Mit­ar­bei­ter, Pro­ku­ris­tin und Geschäfts­füh­rer ver­such­ten am 30. August, einen der begehr­ten Pokale zu ergat­tern. Bewusst ent­schie­den sie sich, auch »Exter­ne« in ihre Rei­hen auf­zu­neh­men. Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mar­tin Pät­zold (CDU) spielt seit vie­len Jah­ren Tisch­ten­nis, der Schü­ler Max Krö­ber seit eini­gen Mona­ten.

Am Ende kamen Pro­ku­ris­tin Katha­ri­na Lie­be-Geri­cke und Geschäfts­füh­rer Kars­ten Diet­rich auf Platz 12 der Ama­teu­re; Max Krö­ber und Mar­tin Pät­zold beleg­ten den glei­chen Rang bei den Ver­eins­spie­lern. Was Außen­ste­hen­de erst im Gespräch erfah­ren: Vie­le der Tisch­ten­nis­spie­ler aus dem Syn­er­gie-Team haben ein Han­di­cap. »Dar­un­ter sind Schwer­be­hin­der­te oder an einer Sucht erkrank­te Kol­le­gen«, berich­tet Kars­ten Diet­rich. Der 15-jäh­ri­ge Max bei­spiels­wei­se ist Autist. »Uns ver­bin­det der gemein­sa­me Spaß an der Sache und der Wil­le zum Erfolg«, sagt Kars­ten Diet­rich. Hin­ter dem Pro­jekt steckt aber noch eine ganz ande­re Bot­schaft: »Wir reden nicht von Inklu­si­on, wir leben sie!«Zum Ansatz der Teil­ha­be aller Men­schen an der Gesell­schaft gehö­re für Diet­rich auch, dass er sei­nen jun­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen ein Stu­di­um finan­ziert und damit ihre beruf­li­che Per­spek­ti­ve sichert. Max Krö­ber hat im Tisch­ten­nis eine Sport­art ent­deckt, die ihm viel Freu­de berei­tet. Und er hat Talent. »Inzwi­schen trai­nie­re ich drei­mal die Woche«, sagt Max, dem man sei­ne Auf­re­gung nicht anmerkt. Sei­ne Mut­ter Dore­en sagt jedoch, dass gera­de bei einem Tur­nier eini­ge Bedin­gun­gen erfüllt sein müss­ten. »Max braucht einen ruhi­gen Platz zum Spie­len und mehr Pau­sen als ande­re Spie­ler«, sagt sie. Auf kei­nen Fall darf es wuse­lig sein. Am Tag des Trai­nings jeden­falls hat Max sei­ne Freu­de. Die Mit­spie­ler sind ihm ver­traut und ver­bun­den. Mit Mar­tin Pät­zold an sei­ner Sei­te bringt er Kars­ten Diet­rich und She­rin Omer ganz schön ins Schwit­zen. Für den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mar­tin Pät­zold ist die Teil­nah­me am vier­ten Tisch­ten­nis Fir­men-Cup auch mit einer poli­ti­schen Aus­sa­ge ver­bun­den. Er möch­te Unter­neh­men ani­mie­ren, Poten­zia­le von Men­schen mit Behin­de­rung zu erken­nen und da, wo es mög­li­ch ist, Men­schen mit und ohne Han­di­cap zusam­men­brin­gen.

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2015/09/BZJ_09_2015_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 11.09.2015

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