Pressespiegel

Eine Oase am Rande der Stadt

STADTENTWICKLUNG: Der Bezirk bekommt vier Millionen Euro für naturbelassene Weiterentwicklung der Wartenberger Feldmark.

Wer die Groß­sied­lung am Nord­rand von Neu-Hohen­schön­hau­sen hin­ter sich lässt, tritt ein in die War­ten­ber­ger Feld­mark. Es ist ein rund 210 Hekt­ar gro­ßes Gebiet, zwi­schen den Dör­fern War­ten­berg, Mal­chow und Lin­den­berg, das seit Mit­te der 1990er-Jah­re Stück für Stück – mit Hil­fe finan­zi­el­ler Mit­tel aus dem Agrar­struk­tur­fonds der Euro­päi­schen Uni­on – ange­legt wur­de. Frü­her dien­te das Are­al unter ande­rem der Ver­rie­se­lung städ­ti­scher Abwäs­ser. Ein breit gefä­cher­tes Drai­na­ge­sys­tem und Grä­ben zur Was­ser­ab­füh­rung durch­zo­gen ein­st die Gegend.
Inzwi­schen kann man sich das nur noch mit einer gro­ßen Por­ti­on Fan­ta­sie vor­stel­len. Zuviel hat sich dort in den zurück­lie­gen­den Jah­ren ver­än­dert. Ent­stan­den ist ein Land­schafts­park mit schlich­tem, unauf­dring­li­chem Char­me. Es gibt kei­nen Auto­ver­kehr, dafür vie­le Rad­fah­rer, Wan­de­rer, Sport­ler und Spa­zier­gän­ger, die regel­mä­ßig ihre Run­den dre­hen. »Ich genie­ße die herr­li­che Natur, die Ruhe und den unver­bau­ten Bli­ck«, sagt Mari­on Wer­ner, die sich ger­ne auf eine der vie­len robus­ten Bän­ke setzt. Sie mag auch die his­to­ri­sche Allee, deren Ahorn­bäu­me sich wie eine grob­glied­ri­ge Ket­te anein­an­der­fü­gen und bis zur Lan­des­gren­ze rei­chen. Auf dem Weg dort­hin ste­hen, ein wenig zurück­ge­setzt, zwei Hoch­stän­de. Die Stre­cke ist eben und wegen des was­ser­durch­läs­si­gen Asphalts leicht zu über­win­den. Auch Streu­obst­wie­sen wur­den vor vie­len Jah­ren ange­legt, vor­han­de­ne Grä­ben und Bio­tope rena­tu­riert. Zudem wer­den auf einer Wei­de Schot­ti­sche Hoch­land­rin­der gehal­ten. In einem abge­grenz­ten Bereich arbei­ten sie als »tie­ri­sche Land­schafts­pfle­ger«. Für zwei Jah­re hal­ten die Tie­re jeden­falls das Gelän­de nied­rig. »Viel­leicht las­sen wir in einem Fol­ge­pro­jekt dort ande­re Tie­re gra­sen«, sagt Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Wil­fried Nün­thel (CDU). Schließ­li­ch wür­den Scha­fe ganz anders fres­sen. Und wie wird sich das gesam­te Gebiet wei­ter ent­wi­ckeln? Die Senats­ver­wal­tung für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt stellt dem Bezirk soge­nann­te Aus­gleich und Ersatz­mit­tel aus gesamt­städ­ti­schen Vor­ha­ben in Höhe von rund vier Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung. Laut all­ge­mei­ner Aus­sa­ge von Wil­fried Nün­thel will Lich­ten­berg das Geld »in den Erhalt des natur­be­las­se­nen Zustan­des der War­ten­ber­ger Feld­mark ste­cken«. Dazu gehört unter ande­rem die Besei­ti­gung von Alt­las­ten in eini­gen Teil­be­rei­chen. »Wir wür­den ger­ne den eins­ti­gen Poli­zei­stand­ort an der Mar­ga­re­ten­hö­he, der am Ran­de der Feld­mark liegt, mit Aus­gleich­mit­teln ent­sie­geln«, betont der Poli­ti­ker. 2016 sei das aber auf kei­nen Fall umsetz­bar.
Fest steht, in naher Zukunft sol­len ein­zel­ne Area­le, bei­spiels­wei­se beid­sei­tig vom Hecht­gra­ben, als Land­schafts­schutz­ge­biet aus­ge­wie­sen wer­den. Für 2017 ist geplant, an neun öffent­li­chen Wegen, Namens­schil­der auf­zu­stel­len. Das hat­ten die Bezirks­ver­ord­ne­ten gefor­dert. Lei­der gibt es in dem Natur­ge­biet, das zum Regio­nal­park Bar­ni­mer Feld­mark gehört, immer wie­der mut­wil­li­ge Zer­stö­run­gen. Vom Kunst­werk »Land­mar­ke«, das mit einem Grill­platz aus­ge­stat­tet war, blieb so gut wie nichts übrig. »Wir müs­sen über­le­gen, wie wir künf­tig damit umge­hen, und schau­en, ob es über­haupt noch sol­che Ange­bo­te geben wird«, sagt Nün­thel. Vie­le Anwoh­ner sor­gen sich indes um das maro­de Japa­ni­sche Tor am Hage­nower Ring, das der Wie­der­ver­ei­ni­gung gewid­met ist. »Wir wer­den die Sanie­rung im kom­men­den Jahr aus­schrei­ben«, ver­spricht Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Nün­thel.

Autor: Steffi Bey
Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/10/BZJ_10_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal, Sei­te 4 | 13.10.2016

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