Pressespiegel

Ein Paradies für Schmetterlinge und Heuschrecken

Mit dem Biesenhorster Sand entsteht zwischen Karlshorst und Biesdorf ein neuer Naturpark. Dort sollen Schafe weiden und Wege zum Spazieren einladen.

Bis 1994 war das Are­al nicht zugäng­li­ch. Denn auf dem Biesen­horster Sand befan­den sich gro­ße Tei­le des Ran­gier­bahn­hofs Wuhl­hei­de. Dana­ch wuch­sen Büsche, Sträu­cher sowie wil­des Gras und über­deck­ten die teil­wei­se hei­de­ar­ti­ge Land­schaft. Der Bezirk will den Biesen­horster Sand nun zu einem Natur­park gestal­ten und ihn unter Land­schafts­schutz stel­len. Sei­ne Hel­fer: 40 Scha­fe, die auf natür­li­che Wei­se für kur­zes Gras sor­gen. Die ers­ten Arbei­ten für den Natur­park sind bereits abge­schlos­sen: Zäu­ne umge­ben einen Groß­teil des 20 Hekt­ar gro­ßen Are­als, das sich direkt an der Gren­ze zum Bezirk Mar­zahn-Hel­lers­dorf erstreckt und das zwi­schen dem UBahn­hof Bies­dorf und dem S-Bahn­hof Wul­hei­de liegt. Zwi­schen alten Kie­fern gibt es dünn gewach­se­ne Wie­sen. »Sie sind ein wich­ti­ger Lebens­raum für vie­le bedroh­te Arten«, sagt Lich­ten­bergs Bezirks­stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung, Wil­fried Nün­thel (CDU). Bei einer Unter­su­chung des Natur­schutz­bun­des Deutsch­land (NABU) kam zu Tage, dass im Biesen­horster Sand Insek­ten und Pflan­zen leben, die lan­ge als aus­ge­stor­ben gal­ten. Unter ande­rem wur­den 388 Groß­schmet­ter­lings­ar­ten gezählt. Zwölf davon wähn­te man bereits aus­ge­rot­tet. Auch 22 Heu­schre­cken­ar­ten pro­to­kol­lier­ten die Natur­schüt­zer, unter ihnen das größ­te Ber­li­ner Vor­kom­men der »Blauflü­ge­li­gen Sand­schre­cke«. Der Biesen­horster Sand ist außer­dem Hei­mat von 33 Vogel­ar­ten, dar­un­ter sind die sel­te­nen Hau­ben­ler­chen, der Stein­sch­mät­zer und der Blut­hänf­ling. Bereits heu­te infor­miert eine Schau­ta­fel über die Arten­viel­falt im Biesen­horster Sand. Wege füh­ren durch die weit­läu­fi­ge Anla­ge. »Unser Ziel ist es, die­sen Zustand zu erhal­ten und den Leu­ten die Gele­gen­heit zu geben, einen Bezug zur Natur zu erhal­ten«, sagt Wil­fried Nün­thel. Dass der Bezirk eine hohe sie­ben­stel­li­ge Sum­me in die Flä­chen inves­tiert, ver­dankt er einem Investor. Der muss für den Bau von Wohn­häu­sern in der Gar­ten­stadt Karls­hor­st Aus­gleichs­zah­lun­gen leis­ten. So sieht es das Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz für den Fall vor, dass durch Neu­bau­ten Grün­flä­chen »geop­fert« wer­den. Die­ses Geld kommt nun dem Biesen­horster Sand zu Gute. »Lang­fris­tig soll das Are­al Land­schafts­schutz­ge­biet wer­den«, kün­digt Wil­fried Nün­thel an. Aller­dings ruht das dafür not­wen­di­ge Ver­fah­ren. Geklärt wer­den soll auf Lan­des­ebe­ne, ob die alten noch erhal­te­nen Bahn­flä­chen unweit des Natur­parks Reser­ve­flä­chen für pri­va­te Bahn­be­trei­ber wer­den. Die bereits von der Natur zurück­er­ober­ten Berei­che sind davon jedoch nicht betrof­fen. Bereits seit eini­gen Jah­ren über­nimmt der NABU die Pfle­ge des Biesen­horster San­des. Eine Auf­ga­be, die jedoch die ehren­amt­li­chen Natur­schüt­zer über­for­dert. Daher wer­den in den kom­men­den Wochen Scha­fe auf das Are­al zie­hen und dafür sor­gen, dass sich der Wild­wuchs in Gren­zen hält. »Allein kommt der NABU mit der Land­schafts­pfle­ge nicht hin­ter­her«, sagt Wil­fried Nün­thel. Fünf Kop­peln wur­den für die Paar­hu­fer umzäunt. Bis 1994 wur­de der Biesen­horster Sand als Ran­gier­bahn­hof genutzt. Davor befand sich dort der eins­ti­ge Flug­ha­fen Fried­richs­fel­de. Sechs mit Kup­pel­dä- chern ver­se­he­ne Hal­len exis­tie­ren heu­te noch und ste­hen unter Denk­mal­schutz. 1909 exis­tier­te dort auch eine Luft­schiff­hal­le, die aller­dings nur weni­ge Jah­re gein Betrieb war.

Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2015/07/BZJ_07_2015_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 16.07.2015

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