Pressespiegel

Dorfstraße Malchow: vier Jahre Baustelle

Verkehr: Malchows 1,2 Kilometer lange Hauptstraße soll grundhaft instandgesetzt werden.

Fast 30.000 Autos quä­len sich Tag für Tag über die zwei­spu­ri­ge Stra­ße, die den 560 Ein­woh­ner zäh­len­den Orts­teil von Lich­ten­berg wie eine Schnei­se durch­zieht. Eine lang geplan­te und immer­hin bereits im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan vor­ge­se­he­ne Orts­um­fah­rung könn­te Abhil­fe schaf­fen und das klei­ne Dorf ent­las­ten. Doch noch ist unklar, wann dies soweit ist. Und so bleibt die Dorf­stra­ße als Teil der Bun­des­stra­ße 2 ein wich­ti­ger Zubrin­ger zwi­schen der Ber­li­ner Innen­stadt und der Bun­des­au­to­bahn 10, auch als Ber­li­ner Ring bekannt. In eini­gen Mona­ten soll­ten Auto­fah­rer jedoch einen Bogen, bes­ser noch: einen ganz gro­ßen Bogen um Mal­chow machen. Der 1,2 Kilo­me­ter lan­ge Abschnitt zwi­schen Ort­nit­stra­ße und Blan­ken­bur­ger Pflas­ter­weg wird zur Groß­bau­stel­le. Was die Fach­pla­ner tech­no­kra­ti­sch als »grund­haf­te Instand­set­zung« bezeich­nen, bedeu­tet für Auto­fah­rer und Anlie­ger das pro­gram­mier­te Cha­os.

Wann kon­kret die Arbei­ten auf der Dorf­stra­ße begin­nen, ist noch nicht ganz klar. Los­ge­hen könn­te es schon in die­sem Jahr, spä­tes­tens aber 2017 sol­len die Bag­ger rol­len. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung dar­über trifft die Ver­kehrs­len­kung Ber­lin (VLB). Als ers­tes rücken die Ber­li­ner Was­ser­be­trie­be an, um nicht nur einen Regen­ka­nal zu bau­en. Sie wol­len auch die Trink­was­ser-Haupt­lei­tung und bis zu 90 Jah­re alte Trink­was­ser-Ver­sor­gungs­lei­tun­gen erneu­ern. Pla­ne­rin Eva Exner vom Büro p2m­ber­lin sagt, dass die Stra­ße dafür in acht bis neun Bau­ab­schnit­te ein­ge­teilt wird. Dana­ch geht es an den Stra­ßen­be­lag, an die Rad­we­ge und an die ins­ge­samt sechs Bus­hal­te­stel­len im Dorf.

Qua­si in einem Halb­satz wur­de auf einer Anwoh­ner­ver­samm­lung in der Natur­schutz­sta­ti­on Mal­chow deut­li­ch, was den Mal­chow­ern und auch den Ber­li­nern und Bran­den­bur­gern wirk­li­ch blüht. Über einen Zeit­raum von vier Jah­ren kommt es auf der Dorf­stra­ße immer wie­der zu Sper­run­gen und zu Umlei­tun­gen. In Rich­tung Innen­stadt wird die Dorf­stra­ße zur Ein­bahn­stra­ße. Schwie­ri­ger wird es für Auto­fah­rer, die von der City Ost auf die Auto­bahn wol­len. Sie wer­den über eine meh­re­re Kilo­me­ter lan­ge Stre­cke über den Pan­kower Orts­teil Hei­ners­dorf umge­lei­tet. So zumin­dest sehen es die bis­he­ri­gen Pla­nun­gen vor. Son­der­rech­te für Anwoh­ner wird es nicht geben. Sie müs­sen mit Start der Bau­ar­bei­ten eben­falls ner­vi­ge Umwe­ge in Kauf neh­men. »Das ist eine Zumu­tung«, empört sich ein Mal­chow­er auf der Ein­woh­ner­ver­samm­lung. »Irgend­wie müs­sen wir ja hier aus die­sem Nest weg­kom­men«, ergänzt eine Nach­ba­rin. Gewer­be­trei­ben­de – davon gibt es in Mal­chow etli­che – sehen eben­falls mit Sor­ge auf die geplan­te Bau­stel­le. Sie befürch­ten, dass die Waren­an­lie­fe­rung gefähr­det ist.

Fakt ist: Kaum ein Mal­chow­er war sich bis­lang bewusst, wel­che Aus­ma­ße die Erneue­rung der Dorf­stra­ße vor allem für sie selbst neh­men wird. Und auch Lich­ten­bergs Stadt­ent­wick­lungs­stadt­rat Wil­fried Nün­thel (CDU) zeigt sich über­rascht. Immer­hin: Er kün­digt an, vor allem das Anlie­ger­the­ma noch ein­mal auf die Agen­da zu neh­men. Ob das etwas bringt, bleibt abzu­war­ten. Klar ist, dass die Bau­ar­bei­ten in Mal­chow defi­ni­tiv kom­men wer­den.

Autor: Marcel Gäding
Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/03/BZJ_03_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 10.03.2016

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