Pressespiegel

Der Kiez gab Lichtenberg den Namen

Wahlkreis 4: Lichtenberg

Bis zum Wahl­tag und dar­über hin­aus berich­ten und infor­mie­ren wir in der eigens ein­ge­rich­te­ten Rubrik »Wahlen 2016« über die jeweils sechs Wahl­krei­se in Mar­zahn-Hel­lers­dorf und Lich­ten­berg, über Ent­wick­lun­gen sowie über die Kan­di­da­ten und Par­tei­en. Wir schau­en zurück auf Ergeb­nis­se der vor­an­ge­gan­ge­nen Wahlen und wagen einen Bli­ck in die Zukunft. Wer in der Demo­kra­tie mit­re­den und mit­be­stim­men will, geht am 18. Sep­tem­ber wäh­len. Nach­fol­gend

Wahl­kreis 4 Lich­ten­berg: Lich­ten­berg

Lich­ten­berg darf durch­aus als die Wie­ge des Bezirks bezeich­net wer­den. An der Möl­len­dorff­stra­ße befin­det sich das 1907 errich­te­te Rat­haus. 13 Jah­re wur­den von dort aus die Geschi­cke der ein­st eigen­stän­di­gen Stadt Lich­ten­berg gelei­tet. In dem back­stein­ro­ten Bau leg­te der eins­ti­ge Ober­bür­ger­meis­ter Oskar Zie­then den Grund­stein für eine moder­ne, urba­ne Kom­mu­ne mit einem Kran­ken­haus, Schu­len und ande­ren Gemein­we­sen­ein­rich­tun­gen. Vie­le der Anfang des 20. Jahr­hun­derts ent­stan­de­nen Bau­ten gibt es heu­te noch – neben dem nach Zie­then benann­ten Kran­ken­haus in der Fan­nin­ger­stra­ße gehö­ren dazu auch die Schu­le am Rat­haus und das Rat­haus selbst. Es wur­de nach der Wen­de denk­mal­ge­recht saniert und ist das poli­ti­sche Herz Lich­ten­bergs. Dort haben die Bezirks­bür­ger­meis­te­rin und die Bezirks­stadt­rä­te ihren Sitz, zudem das Büro der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung (BVV) und die Frak­tio­nen der BVV.

Ein­st vor den Toren Ber­lins, heu­te mit­ten­drin Ein­st vor den Toren Ber­lins gele­gen ist Lich­ten­berg heu­te mit­ten­drin – und sehr facet­ten­reich. Die Lücken, die der Zwei­te Welt­krieg hin­ter­las­sen hat, wur­den mit elf­ge­schos­si­gen Wohn­häu­sern sowie Wohn­tür­men geschlos­sen. Dazwi­schen fin­den sich immer wie­der Wohn­ge­bäu­de aus der Grün­der­zeit. Vom Rat­haus gelangt man zu Fuß gut zu U- und S-Bahn sowie der Stra­ßen­bahn. In einer Vier­tel­stun­de ist man am Alex­an­der­platz. Von den rund 37.000 Men­schen, die im Wahl­kreis leben, ist jeder Drit­te zwi­schen 27 und 45 Jah­re alt.

Poli­ti­sches und kul­tu­rel­les Zen­trum

Der Wahl­kreis 4 zieht sich um das poli­ti­sche und kul­tu­rel­le Zen­trum des Bezirks: An der Park­aue haben das größ­te Kin­der- und Jugend­thea­ter an der Park­aue sowie »Das wei­te Thea­ter« eine Hei­mat gefun­den. Rund um die Frank­fur­ter Allee Nord bestimmt der eins­ti­ge Haupt­sitz des Minis­te­ri­ums für Staats­si­cher­heit das Bild im Kiez. Dort befin­det sich unter ande­rem ein Sta­si­mu­se­um. Vie­le Büros die­nen inzwi­schen als Not­un­ter­kunft für geflüch­te­te Men­schen.

Fabri­ken und Künst­ler

Weni­ge Hun­dert Meter wei­ter ist Lich­ten­berg indus­tri­ell geprägt. Bis heu­te erhal­ten geblie­ben sind die zahl­rei­chen Fabrik­ge­bäu­de rund um die Josef-Orlopp-Stra­ße, in denen sich gegen­wär­tig vor allem Krea­ti­ve und Künst­ler ansie­deln. Vie­le der seit der Wen­de unge­nutz­ten Brach­flä­chen ste­hen kurz vor ihrer Ent­wick­lung – dar­un­ter ist das 50.000 Qua­drat­me­ter gro­ße, eins­ti­ge Kon­sum­ge­län­de. Eine Mischung aus Woh­nen und Arbeit ist geplant. Dafür muss aller­dings der Flä­chen­nut­zungs­plan geän­dert wer­den. Die Inves­to­ren set­zen an der Stel­le auf die Lan­des­po­li­tik. Viel vor haben auch die Eigen­tü­mer des Are­als der frü­he­ren Elek­tro­koh­le. Wo sich heu­te bereits einer der größ­ten fern­öst­li­chen Han­dels­stand­or­te befin­det, sind eben­falls Woh­nun­gen und Hotels geplant. Zwi­schen­d­rin fin­den sich immer wie­der his­to­ri­sche Zeug­nis­se – etwa die inzwi­schen still­ge­leg­ten Fried­hö­fe an der Rusche­s­tra­ße und an der Got­lin­de­stra­ße. Auf Letz­te­rem wird bis heu­te lie­be­voll das Grab des eins­ti­gen Ober­bür­ger­meis­ters Oskar Zie­then gepflegt.

Bei der Abge­ord­ne­ten­haus­wahl 2011 hol­te Bir­git Mon­tei­ro (SPD) das Direkt­man­dat, blieb aber nur bis Anfang 2015 Abge­ord­ne­te – um Bezirks­bür­ger­meis­te­rin zu wer­den. Der Wech­sel war not­wen­dig, nach­dem ihr Vor­gän­ger Andre­as Gei­sel in den Senat wech­sel­te. Wei­ter­hin vie­le Stim­men ver­eint DIE LINKE im Wahl­kreis 4 auf sich – Mon­tei­ros dama­li­ger Mit­be­wer­ber Sebas­ti­an Schlüs­sel­burg tritt auch in die­sem Jahr wie­der an und hofft, den Wahl­kreis direkt zu gewin­nen. Die SPD schickt mit Chris­ti­an Pau­lus einen eher bis dato unbe­kann­ten Bewer­ber ins Ren­nen. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich Pau­lus und Schlüs­sel­burg ein Kopf-an-Kopf-Ren­nen lie­fern wer­den. Gut mög­li­ch ist auch, dass die Grü­nen und die CDU wei­te­re Stim­men dazu gewin­nen.

Die Direkt­kan­di­da­ten im Wahl­kreis 4:

(Mit Ihrer Erst­stim­me ent­schei­den Sie, wel­che Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten direkt in das Abge­ord­ne­ten­haus gewählt wer­den.)

Die LINKE: Sebas­ti­an Schlüs­sel­burg

SPD: Chris­ti­an Pau­lus

CDU: Chris­ti­ne Nün­thel

Grü­ne: Ant­je Kapek

FDP: Jörg Paßow

Pira­ten: Chris­ti­an Kohl

Wahl­kreis 4 Lich­ten­berg:

Die Gren­ze ver­läuft ab Karl-Lade-Stra­ße ent­lang der Bezirks­gren­ze zu Pan­kow, Fried­richs­hain-Kreuz­berg bis Bahn­gleis­drei­eck Nähe Wie­sen­weg – ab hier ent­lang den Bahn­glei­sen bis S-Bahn­hof Nöld­ner­platz – ab S-Bahn­hof Nöld­ner­platz ent­lang den Bahn­glei­sen bis S-/U-Bahnhof Lich­ten­berg – Gud­run­stra­ße bis Park­platz Gedenk­stät­te der Sozia­lis­ten – ab Park­platz Gedenk­stät­te der Sozia­lis­ten ent­lang der Fried­hofs­gren­ze bis Got­lin­de­stra­ße – Got­lin­de­stra­ße bis Sieg­fried­stra­ße – Sieg­fried­stra­ße bis Herz­berg­stra­ße – Herz­berg­stra­ße, Paul-Juni­us-Stra­ße, Karl-Lade-Stra­ße bis Bezirks­gren­ze zu Pan­kow.

Autor: Marcel Gäding
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/der-kiez-der-lichtenberg-den-namen-gab/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 30.03.2016

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