Pressespiegel

Arbeitslosigkeit tief – Armut nicht

Niedrigste Arbeitslosenquote in Lichtenberg seit Wiedervereinigung

Von rund 157.000 erwerbs­fä­hi­gen Per­so­nen haben 12.947 kei­nen Job. Noch im Janu­ar betrug die Zahl der Arbeits­lo­sen im Bezirk 14.719 (Quo­te 9,6 Pro­zent). Schon seit 2011 sin­ken die Zah­len ste­tig.

Unter der Ber­li­ner Quo­te
Die Bür­ger­meis­te­rin wer­te­te den Tief­stand als einen »Rie­sen­er­folg«, der nicht allein auf den all­ge­mein posi­ti­ven Trend in Ber­lin und bun­des­weit zurück­zu­füh­ren sei. Wäh­rend im Janu­ar 2011 die Arbeits­lo­sen­quo­te in Lich­ten­berg mit 14 Pro­zent (21.048 Per­so­nen) über der Ber­li­ner Quo­te von 13,3 Pro­zent lag, sei heu­te die Ber­li­ner Erwerbs­lo­sen­quo­te mit 9,5 Pro­zent höher als die Lich­ten­ber­ger. Arbeits­lo­se Jugend­li­che unter 25 Jah­ren gibt es nur noch 889 in Lich­ten­berg. Das ent­spricht einer Quo­te von 7,9 Pro­zent.

Vie­le Maß­nah­men zum Erfolg
Mon­tei­ro ver­wies auf die vie­len Anstren­gun­gen und Maß­nah­men, die zum dau­er­haf­ten Sin­ken der Arbeits­lo­sig­keit im Bezirk füh­ren, wie bei­spiels­wei­se die Bil­dung der Jugend­be­rufs­agen­tur, die Neu­auf­la­ge des Lich­ten­ber­ger Bünd­nis­ses für Wirt­schaft und Arbeit, das »Will­kom­men in Arbeit«-Büro und der Run­de Tisch »Flücht­lin­ge in Arbeit« sowie die »Lich­ten­ber­ger Job­flüs­te­rer«. Gera­de sei ein neu­es Pro­jekt in Vor­be­rei­tung, infor­mier­te die Bür­ger­meis­te­rin, bei dem arbeits­lo­se Eltern eine Job­ver­mitt­lung an der Schu­le ihrer Kin­der und Jugend­li­chen erhal­ten könn­ten. Mit­tels einer Job­bör­se sol­len so Eltern und Job­an­bie­ter direkt zusam­men­ge­bracht wer­den. Dafür wer­de der­zeit noch eine geeig­ne­te Schu­le gesucht.

Rekord bei Zahl der Betrie­be
Ein wei­te­rer Fak­tor der posi­ti­ven Ent­wick­lung sei die mit 20.429 mitt­ler­wei­le höchs­te Zahl an Gewer­be­be­trie­ben im Bezirk (489 mehr als im Mai 2015). »Und es kom­men immer noch wei­te­re Unter­neh­men nach Lich­ten­berg«, sag­te die Bür­ger­meis­te­rin, die zugleich Wirt­schafts­stadt­rä­tin ist. Vie­le davon sei­en schon län­ge­re Zeit sta­bil am Markt.

Ver­läss­li­che Part­ner­schaf­ten
Lutz Neu­mann, Geschäfts­füh­rer des Job­cen­ters Lich­ten­berg, hob die gute Zusam­men­ar­beit von Job­cen­ter, Arbeits­agen­tur und Bezirks­amt her­vor. »Wich­ti­ge Auf­ga­ben brau­chen ver­läss­li­che Part­ner­schaf­ten«, sag­te er. Das Job­cen­ter gebe es jetzt im elf­ten Jahr. Dem Bedarf ange­pass­te Struk­tu­ren, Qua­li­fi­zie­run­gen und flei­ßi­ge Mit­ar­bei­ter sei­en die gute Basis für den Erfolg. So viel­fäl­tig die Men­schen ohne Arbeit sei­en, so indi­vi­du­ell müs­se die Betreu­ung und Hil­fe­stel­lung gege­ben wer­den.

Im Lich­ten­ber­ger Job­cen­ter gebe es jähr­lich u.a. 120.000 Bera­tungs­ge­sprä­che im Ver­mitt­lungs­be­reich, 500.000 Post­vor­gän­ge und 60.000 Beschei­de. Bis zum 31. Mai die­ses Jah­res habe man 3.300 Men­schen in Arbeit gebracht, davon 410 Allein­er­zie­hen­de und 400 Lang­zeit­ar­beits­lo­se. Im gan­zen Jahr 2015 wur­den 8.500 Men­schen Jobs ver­mit­telt, davon 1.100 Allein­er­zie­hen­de und 1.000 Lang­zeit­ar­beits­lo­se. Damit ste­he das Job­cen­ter Lich­ten­berg im Ver­hält­nis zu den Arbeits­lo­sen­zah­len seit drei Jah­ren ber­lin­weit an der Spit­ze.

Wei­te­re Poli­ti­ker mel­de­ten sich zum The­ma zu Wort:
Der Lich­ten­ber­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Mar­tin Pät­zold sag­te: »Die­ser his­to­ri­sche Tief­stand im Bezirk Lich­ten­berg basiert auf einer lang­jäh­rig soli­den Poli­tik in der Bun­des­re­gie­rung und im Ber­li­ner Senat unter Betei­li­gung der CDU, aber auch auf einem enga­gier­ten Wir­ken aller betei­lig­ten Akteu­re vor Ort.« Er wer­de die­se Anstren­gun­gen wei­ter unter­stüt­zen, unter ande­rem mit dem von ihm ange­scho­be­nen Pro­jekt der Tan­dem-Jobs für Lang­zeit­ar­beits­lo­se und Flücht­lin­ge sowie dem Jugend­bünd­nis für Beschäf­ti­gung und Aus­bil­dung.

Micha­el Grunst, Bezirks­vor­sit­zen­der der Lich­ten­ber­ger Lin­ken, erklär­te: »Den Erfolg der gerin­gen Arbeits­lo­sig­keit soll­te man wür­di­gen, auch, wenn aus der Sta­tis­tik bei­spiels­wei­se Men­schen in Beschäf­ti­gungs­maß­nah­men, Erwerbs­un­fä­hi­ge und zwangs­wei­se Früh­rent­ner her­aus­fal­len. Man muss ihn aber von ver­schie­de­nen Sei­ten betrach­ten. Denn vie­le Lich­ten­ber­ge­rin­nen und Lich­ten­ber­ger kön­nen – obwohl sie einen Job haben – ihren Lebens­un­ter­halt nicht davon bestrei­ten.« Sie müss­ten »auf­sto­cken«, es gebe immer mehr Bil­lig-Jobs, so der Bezirks­vor­sit­zen­de. Jedes drit­te Kind sei von Trans­fer­leis­tun­gen abhän­gig und 40 Pro­zent der Jugend­li­chen wären armuts­ge­fähr­det.

Laut Armuts­be­richt des Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­ban­des betrug die Armuts­quo­te 2014 in Ber­lin, gemes­sen an der bun­des­wei­ten Armuts­schwel­le, 20 Pro­zent. Bun­des­weit waren im Juni 2016 2,6 Mil­lio­nen Men­schen arbeits­los gemel­det, was einer Arbeits­lo­sen­quo­te von 5,9 Pro­zent ent­spricht.

Autor: Volkmar Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/arbeitslosenquote-tief-armut-nicht/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 07.07.2016

Print Friendly, PDF & Email
Zurück zu allen Beiträgen