Pressespiegel

Alle Bürgerämter wieder offen

Aus dem Bezirksparlament: Über spendable Unternehmer und neue Lichtenberger

Oder wenigs­tens eine öffent­li­che Posi­tio­nie­rung. Die­se, womög­lich allen Par­tei­en wohl­tu­en­de, kon­tro­ver­se Dis­kus­si­on fand mit­nich­ten statt. Und es gab auch kei­ne Stel­lung­nah­me dazu im Bezirks­par­la­ment.

Bür­ger­meis­te­rin Bir­git Mon­tei­ro (SPD) infor­mier­te über die aktu­el­len Zah­len bei der Unter­brin­gung geflüch­te­ter Men­schen. Dem­nach waren per 3. Mai 5.752 von 5.922 zur Ver­fü­gung ste­hen­den Unter­kunfts­plät­zen belegt. Die Situa­ti­on ent­span­ne sich wei­ter. Ledig­lich in der Unter­kunft am Haus­va­ter­weg gebe es eine leich­te Über­be­le­gung. Ab Sep­tem­ber ent­ste­he am Hage­nower Ring 16 bis 22 in War­ten­berg die ers­te Modu­la­re Unter­kunft für geflüch­te­te Men­schen (MUF). Ihr sei es ein wich­ti­ges Anlie­gen, so Mon­tei­ro, dass aus Not­un­ter­künf­ten spä­ter für die All­ge­mein­heit zugäng­li­che Wohn­un­ter­künf­te wür­den.

Am 29. April nahm in der Not­un­ter­kunft Rusche­stra­ße für Geflüch­te­te das Büro »Will­kom­men-in-Arbeit« sei­ne Tätig­keit auf. Die Ver­wal­tung des Bezirks habe in die­sem Jahr bis zum 18. Mai bereits 90 Stel­len-Aus­schrei­bun­gen ver­öf­fent­licht, berich­te­te die Bür­ger­meis­te­rin. Kers­tin Beu­rich (SPD), Bezirks­stadt­rä­tin für Bil­dung, Kul­tur, Sozia­les und Sport, infor­mier­te, dass es mit Stand vom 10. Mai noch 192 »unbe­schul­te Kin­der« in der Not­un­ter­kunft Rusche­stra­ße gebe, obwohl die ent­spre­chen­den Plät­ze vor­han­den sei­en. Vor einem Monat noch hat­ten 500 Kin­der und Jugend­li­che der Not­un­ter­kunft kei­ne Mög­lich­keit, an einem Schul­un­ter­richt teil­zu­neh­men. Das im April ange­kün­dig­te Zwei­schicht Unter­richts­sys­tem »muss­te noch nicht ein­ge­führt wer­den«, sag­te Beu­rich.

Dr. Andre­as Prü­fer (Die Lin­ke), Stadt­rat für Bür­ger­diens­te, Ord­nungs­an­ge­le­gen­hei­ten und Immo­bi­li­en, ant­wor­te­te auf eine münd­li­che Anfra­ge, dass der hohe Kran­ken­stand bei den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Bür­ger­äm­ter über­wun­den sei. »Es sind nicht mehr als die Hälf­te der Leu­te krank«, sag­te der Stadt­rat. Alle Bür­ger­äm­ter, inklu­si­ve des mobi­len, sei­en wie­der geöff­net. Bezirks­stadt­rat für Stadt­ent­wick­lung, Wil­fried Nün­t­hel (CDU), erklär­te auf eine Anfra­ge des Ver­ord­ne­ten Nor­man Wolf von der Frak­ti­on Die Lin­ke, ob der Bau­un­ter­neh­mer Klaus Groth seit 2006 im Bezirk als Auf­trag­neh­mer an Bau­vor­ha­ben betei­ligt gewe­sen sei: »Seit Beginn der Legis­la­tur­pe­ri­ode 2011 ist Klaus Groth im Bezirk nicht in Erschei­nung getre­ten.« Ihm sei eben­falls nicht bekannt, dass Groth seit 2006 in Lich­ten­berg tätig war. Auch zu Wolfs Nach­fra­ge, ob der Bau­un­ter­neh­mer Inter­es­se an Bau­vor­ha­ben im Bezirk bekun­det habe, sag­te der Bau­stadt­rat, ihm sei davon bis zum aktu­el­len Tag nichts bekannt. »Was mor­gen sein wird, weiß ich nicht«, so Wil­fried Nün­t­hel. The­ma been­det, zumin­dest auf der BVV. Hin­ter­grund der Anfra­ge war die Par­tei­spen­de des besag­ten Bau­un­ter­neh­mers an die Lich­ten­ber­ger SPD in Höhe von 9.950 Euro.

Ein Antrag der Frak­ti­on Die Lin­ke zur Ret­tung des Sport­ju­gend­klubs Bart­her Stra­ße wur­de feder­füh­rend in den Haus­halts­aus­schuss sowie in den Jugend­hil­fe- und den Aus­schuss Schu­le und Sport über­wie­sen. Das Objekt befin­det sich in schlech­tem bau­li­chen Zustand – eine Sanie­rung wür­de 280.000 Euro kos­ten. Beschlos­sen hat das Bezirks­par­la­ment u.a. dem Kie­z­ak­tiv im Ost­see-Vier­tel aus Son­der­mit­teln der BVV 950 Euro für ein Graf­fi­ti-Pro­jekt zukom­men zu las­sen. Der Evan­ge­li­sche Kir­chen­tag im Mai 2017 in Berlin/Wittenberg soll durch die Bereit­stel­lung von bezirks­ei­ge­nen Gebäu­den unter­stützt wer­den (10 Gegen­stim­men von Lin­ken und Pira­ten). Und das Bezirks­amt wur­de ersucht, den Behin­der­ten­sport­ver­ein Nord­ost e. V. bei der Anschaf­fung eines Schwimmbad­lif­ter­stuhls in der Schwimm­hal­le der Carl von Lin­nè – Schu­le zu unter­stüt­zen. Auch der Ost­eu­ro­pa Zen­trum Ber­lin e. V. erhält aus Son­der­mit­teln der BVV 1.000 Euro für die Durch­füh­rung der Kon­fe­renz »Deutsch­land-Polen« am 2. Juni 2016 im Rat­haus Lich­ten­berg.

Die 57. Sit­zung der Lich­ten­ber­ger BVV in der VII. Wahl­pe­ri­ode ist für Don­ners­tag, 16. Juni geplant. Dann auch wie­der ab 17 Uhr im Live­stream: http://lichtenberg.demokratielive.org

Autor: Volkmar Eltzel
Verweis: bezirks-journal.de/wp-content/uploads/2016/06/BZJ_06_2016_Lichtenberg.pdf

Quelle: Lichtenberger Bezirks-Journal | 09.06.2016

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