Pressespiegel

Akropolis Adieu!

Unternehmer Kurt Krieger baut zwei Möbelhäuser an Landsberger Allee

Hat­te Krie­ger, Inha­ber der Möbel­fir­men Höff­ner, Scon­to und Kraft, bereits im Jahr 2014 das Ein­rich­tungs­haus des Plei­te gegan­ge­nen Unter­neh­mens Möbel-Max abrei­ßen las­sen, kommt jetzt auch die viel belä­chel­te Lich­ten­ber­ger Akro­po­lis dran. »Der Bag­ger steht schon«, sag­te Krie­ger am Mon­tag­abend, 9. Mai, bei einer Ein­woh­ner­ver­samm­lung im Christ­li­chen Sozi­al­werk (CSW) an der Lands­ber­ger Allee 225.

Ein Gebiet spe­zi­ell für Fach­märk­te
Die wegen ihrer vie­len Stütz­pfei­ler »Akro­po­lis« genann­te Rui­ne neben dem Glo­bus-Bau­markt soll­te auf Wunsch eines Ham­bur­ger Inves­tors ein Waren­haus wer­den, doch der Bezirk hat­te dort nur knapp 5.000 Qua­drat­me­ter Ein­zel­han­dels­flä­che mit soge­nann­ten zen­tren­re­le­van­ten Sor­ti­men­ten erlaubt. Denn das Gebiet ist pla­nungs­recht­li­ch spe­zi­ell für Fach­märk­te gedacht. Dem Unter­neh­mer war das zu wenig – er saß die Situa­ti­on aus. Bis er die Immo­bi­lie inklu­si­ve Bau­markt-Gebäu­de an Krie­ger ver­kauf­te, der vor­her schon die Möbel-Max-Flä­che erwor­ben hat­te. Nun gehört dem 68-Jäh­ri­gen das gesam­te Are­al vom ehe­ma­li­gen Möbel Max bis auf einen Strei­fen Brach­land schräg gegen­über der Schal­kau­er Stra­ße, das Ikea besitzt. Für das rund 15 Hekt­ar gro­ße Krie­ger-Gelän­de läuft jetzt das Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren 11–123 »Lands­ber­ger Allee 358 (öst­li­ch), 360, 362«, die Erör­te­rungs­ver­an­stal­tung im CSW gehör­te zur vor­ge­schrie­be­nen früh­zei­ti­gen Bür­ger­be­tei­li­gung.

Höff­ner und Scon­to
Krie­ger will am Stand­ort ein Höff­ner-Ein­rich­tungs­haus mit rund 50.000 Qua­drat­me­ter Ver­kaufs­flä­che und einen Scon­to-Möbel­markt (etwa 7.000 Qua­drat­me­ter) errich­ten, der Glo­bus Bau- und Gar­ten­markt (17.000 Qua­drat­me­ter Ver­kaufs­flä­che) soll erhal­ten blei­ben. Das geplan­te Ein­rich­tungs­haus wird mehr als dop­pelt so groß wie die Ikea-Filia­le an der Lands­ber­ger Allee/Rhinstraße. Die Krie­ger-Grup­pe, zweit­größ­ter deut­scher Möbel­händ­ler, expan­diert seit Jah­ren in ganz Deutsch­land.

Mar­zahner Häu­ser zie­hen um
In Lich­ten­berg bekann­te Krie­ger, dass mit dem Vor­ha­ben ein lang­ge­heg­ter Wunsch von ihm in Erfül­lung gehe: »Dort woll­ten wir schon vor 25 Jah­ren bau­en.« Doch beim Grund­stücks­kauf war man ihm zuvor­ge­kom­men – die Krie­ger-Grup­pe bau­te dann in Mar­zahn an der soge­nann­ten Mär­ki­schen Spit­ze. Die­ser Stand­ort ist aller­dings nicht so güns­tig gele­gen wie ein Platz an der täg­li­ch von etwa 60.000 Autos befah­re­nen Lands­ber­ger Allee. Wenn die Gebäu­de dort fer­tig sind, wer­den Höff­ner und Scon­to aus Mar­zahn an die Lands­ber­ger Allee umzie­hen, sag­te Krie­ger auf Nach­fra­ge aus dem Publi­kum. Doch auch die Mar­zahner Grund­stü­cke gehö­ren ihm. »Was dar­aus wird, wird die Zukunft brin­gen«, sag­te er. Es gebe noch kei­nen Plan dafür. Ein wenig koket­tier­te der Möbel-Gigant, der sich gern volks­tüm­li­ch gibt, auch an die­sem Abend mit sei­ner Ber­li­ner Her­kunft aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen (ein Groß­va­ter hat­te ein Pfer­de­kut­sch-Unter­neh­men, der ande­re war Tisch­ler). Lich­ten­berg lie­ge ihm ganz beson­ders am Her­zen, beton­te Krie­ger. Dort sei er näm­li­ch gebo­ren, unweit der Gür­tel­stra­ße, nahe dem Rat­haus.

Noch kein Ter­min für Bau­be­ginn
Weni­ger war Krie­ger zum Bau­be­ginn sei­ner geplan­ten Häu­ser an der Lands­ber­ger Allee zu ent­lo­cken. Zunächst müs­se ja erst ein­mal das B-Plan­ver­fah­ren abge­schlos­sen wer­den. Und über­haupt dau­e­re die Ent­wick­lungs­zeit sei­ner Pro­jek­te in Deutsch­land durch­schnitt­li­ch zehn Jah­re, man­che wie bei­spiels­wei­se in Für­th brach­ten es sogar auf 16 Jah­re. Auch Lich­ten­bergs Bau­stadt­rat Wil­fried Nün­thel (CDU) konn­te kei­nen Ter­min für einen Bau­be­ginn nen­nen: »Wir sind noch nicht so weit im Ver­fah­ren.« Denn es müs­sen wich­ti­ge Fra­gen wie u.a. die der Ver­kehrs­füh­rung auf und um das Are­al sowie Belan­ge des Natur­schut­zes geklärt wer­den, nöti­ge Gut­ach­ten dazu wer­den erstellt.

»Die alten Gebäu­de wer­den alle abge­ris­sen«
Eini­ge Details ste­hen aber heu­te bereits fest: So sol­len die Bau­kör­per gemein­sam mit Ikea die Form eines »U« erge­ben. Das Höff­ner-Ein­rich­tungs­haus wird auf einer Höhe mit dem Glo­bus-Markt lie­gen, Scon­to ein wenig näher zur Stra­ße. Vor­han­de­ne Baum­rei­hen blei­ben erhal­ten, es wer­den wei­te­re Bäu­me gepflanzt. Die Dächer sol­len größ­ten­teils begrünt wer­den. Stell­plät­ze wer­den zur Stra­ße hin ange­ord­net, das Ein­rich­tungs­haus bekommt zudem eine Tief­ga­ra­ge. Und mit der neu­en Wege­füh­rung soll auch ein offi­zi­el­ler Geh- und Rad­weg zum Land­schafts­park Herz­ber­ge ange­legt wer­den. Ein Ver­spre­chen gab Krie­ger noch: Auch wenn nicht sofort gebaut wer­de, blie­ben nicht jah­re­lang Rui­nen auf der Flä­che, ver­si­cher­te er: »Die alten Gebäu­de wer­den alle abge­ris­sen.«

Die Plä­ne und Ent­wür­fe kön­nen vom 9. bis 20. Mai im Bezirks­amt ein­ge­se­hen wer­den: Fach­be­reich Stadt­pla­nung, Alt-Fried­richs­fel­de 60, 10315 Ber­lin, Haus 2, 13. Eta­ge, Raum 1304. Mo-Mi 8 bis 16 Uhr, Do 8 bis 18 Uhr, Fr 8 bis 13 Uhr sowie nach Ver­ein­ba­rung, Tel. 9 02 96–64 21÷−64 91. Im Inter­net http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/auf-einen-blick/buergerservice/bauen/artikel.280058.php.

Autor: Birgitt Eltzel
Verweis: www.lichtenbergmarzahnplus.de/akropolis-adieu/

Quelle: LichtenbergMarzahnPlus | 10.05.2016

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