VERBANDSAUSWAHL AUSGEWÄHLT: CDU Lichtenberg

13.06.2009 | Meldung von Junge Union Lichtenberg

Verbrechen an der Menschlichkeit - Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Der letzte Gefangene im Stasi-Knast Hohenschönhausen war dessen Architekt. Das ist Ironie des Schicksals! Gemeinsam mit dem CDU- Ortsverband Friedrichsfelde hat die Junge Union Lichtenberg die Gedenkstätte Hohenschönhausen besucht. Günter Toepfer, einst selbst dort politisch inhaftiert, gab eine exklusive und unzensierte Führung, die den meisten Besuchern in dieser Weise wohl vorenthalten bleibt.

Der Besuch dieser Gedenkstätte ist bedrückend und vielleicht deshalb auch sehr nachhaltig. Die Geschichten die man zu hören bekommt sind keinesfalls mit dem vergleichbar, was man sich zu Beginn der Führung vorgestellt hat. Das Ausmaß an Grausamkeit und menschlicher Demütigung trifft einen wie ein Schlag ins Gesicht.

Günter Toepfer, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender in Lichtenberg, hat als Zwanzigjähriger 192 Tage im »Stasigefängnis« verbringen müssen und uns hautnah erzählt, wie er diese Zeit überstanden hat. In einer Zelle, nicht viel größer als eine Speisekammer, bei eisiger Kälte, sparsamen Essen und totaler Isolierung, hat er versucht, seine Zeit »abzusitzen« - ohne sich der psychischer Folter zu ergeben.

»Man muss sich geistig beschäftigen, sein Gehirn auf Trab halten, sonst wäre man hier verrückt geworden, so wie es viele der damaligen Gefangenen leider auch sind«, erzählte Herr Toepfer. So ist er an vielen Tagen in Tip-Top-Schritten bis zu 20 Kilometer in seiner winzigen Zelle gelaufen, nur um eine Beschäftigung zu haben. Es gab kein Bett, kein Buch, keine Sachen, einfach nichts, so dass man sich letztendlich schon auf das regelmäßige Verhör gefreut hat, nur um einen Menschen zu sehen, mit dem man ein Wort wechseln kann und der nicht der Schließer ist.

Und genau darauf hatte man es abgesehen, den Willen brechen, um die Gefangenen zum Reden zu bringen. Es ist beeindruckend, dass ein Mann an den Ort dieses Verbrechens zurückkehren und uns seine Erfahrungen schildern kann. Man steht Herrn Toepfer gegenüber und bewundert ihn für seinen Mut, seine Offenheit und dafür, dass er aus dieser Geschichte seine Erfahrungen gezogen hat und ein normales Leben führen konnte.

»Wer nicht einmal selbst vor Ort gewesen ist, kann sich nicht vorstellen, dass es diesen Ort gegeben hat, dass vor nicht all zu langer Zeit direkt vor unserer Tür noch solche Verbrechen begangen worden sind. Es sollte für alle Schulklassen die Pflicht sein, die Gedenkstätte Hohenschönhausen zu besuchen und sich dort mit einem Teil unserer Geschichte auseinanderzusetzen«, kommentiert die stellv. JU-Kreisvorsitzende Sandra Gerstädt.

Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite der Gedenkstätte Hohenschönhausen: www.stiftung-hsh.de