Meldung

Verbrechen an der Menschlichkeit – Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Der Besu­ch die­ser Gedenk­stät­te ist bedrü­ckend und viel­leicht des­halb auch sehr nach­hal­tig. Die Geschich­ten die man zu hören bekommt sind kei­nes­falls mit dem ver­gleich­bar, was man sich zu Beginn der Füh­rung vor­ge­stellt hat. Das Aus­maß an Grau­sam­keit und mensch­li­cher Demü­ti­gung trifft einen wie ein Schlag ins Gesicht.

Gün­ter Toe­pfer, stell­ver­tre­ten­der CDU-Kreis­vor­sit­zen­der in Lich­ten­berg, hat als Zwan­zig­jäh­ri­ger 192 Tage im »Sta­si­ge­fäng­nis« ver­brin­gen müs­sen und uns haut­nah erzählt, wie er die­se Zeit über­stan­den hat. In einer Zel­le, nicht viel grö­ßer als eine Spei­se­kam­mer, bei eisi­ger Käl­te, spar­sa­men Essen und tota­ler Iso­lie­rung, hat er ver­sucht, sei­ne Zeit »abzu­sit­zen« – ohne sich der psy­chi­scher Fol­ter zu erge­ben.

»Man muss sich geis­tig beschäf­ti­gen, sein Gehirn auf Trab hal­ten, son­st wäre man hier ver­rückt gewor­den, so wie es vie­le der dama­li­gen Gefan­ge­nen lei­der auch sind«, erzähl­te Herr Toe­pfer. So ist er an vie­len Tagen in Tip-Top-Schrit­ten bis zu 20 Kilo­me­ter in sei­ner win­zi­gen Zel­le gelau­fen, nur um eine Beschäf­ti­gung zu haben. Es gab kein Bett, kein Buch, kei­ne Sachen, ein­fach nichts, so dass man sich letzt­end­li­ch schon auf das regel­mä­ßi­ge Ver­hör gefreut hat, nur um einen Men­schen zu sehen, mit dem man ein Wort wech­seln kann und der nicht der Schlie­ßer ist.

Und gen­au dar­auf hat­te man es abge­se­hen, den Wil­len bre­chen, um die Gefan­ge­nen zum Reden zu brin­gen. Es ist beein­dru­ckend, dass ein Mann an den Ort die­ses Ver­bre­chens zurück­keh­ren und uns sei­ne Erfah­run­gen schil­dern kann. Man steht Herrn Toe­pfer gegen­über und bewun­dert ihn für sei­nen Mut, sei­ne Offen­heit und dafür, dass er aus die­ser Geschich­te sei­ne Erfah­run­gen gezo­gen hat und ein nor­ma­les Leben füh­ren konn­te.

»Wer nicht ein­mal selbst vor Ort gewe­sen ist, kann sich nicht vor­stel­len, dass es die­sen Ort gege­ben hat, dass vor nicht all zu lan­ger Zeit direkt vor unse­rer Tür noch sol­che Ver­bre­chen began­gen wor­den sind. Es soll­te für alle Schul­klas­sen die Pflicht sein, die Gedenk­stät­te Hohen­schön­hau­sen zu besu­chen und sich dort mit einem Teil unse­rer Geschich­te aus­ein­an­der­zu­set­zen«, kom­men­tiert die stellv. JU-Kreis­vor­sit­zen­de San­dra Ger­städt.

Mehr Infor­ma­tio­nen gibt es auf der Inter­net­sei­te der Gedenk­stät­te Hohen­schön­hau­sen: www.stiftung-hsh.de

Herausgeber: Junge Union Lichtenberg | 13.06.2009

Zurück zu allen Beiträgen