Meldung

Praktikumsbericht von Dunja Said

Dies stell­te sich im Nach­hin­ein als ein Glücks­fall her­aus, denn wäh­rend die­ser Zeit wur­de ich an eini­gen neu­en und wich­ti­gen Erfah­run­gen rei­cher.

In den zwei Wochen lern­te ich nicht nur den Unter­schied zwi­schen der theo­re­ti­schen Poli­tik, wie sie im Stu­di­um der Poli­tik­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät gelehrt wird, son­dern auch, wie sehr sich Poli­tik auf kom­mu­na­ler Ebe­ne und Bun­des­ebe­ne von­ein­an­der unter­schei­den. So konn­te ich Herrn Frey­mark, der sich neben sei­ner Mit­glied­schaft im Abge­ord­ne­ten­haus auch beson­ders in sei­nem Bezirk Hohen­schön­hau­sen enga­giert, bei sei­ner Arbeit beglei­ten und das poli­ti­sche All­tags­le­ben bes­ser ken­nen­ler­nen. Ein wich­ti­ger Ort in die­ser Zeit war neben dem Abge­ord­ne­ten­haus auch das Bür­ger­bü­ro in Hohen­schön­hau­sen.

Am letz­te­rem Ort habe ich mit­er­lebt, wie sich die Anwoh­ner mit Anlie­gen aller Art an Herrn Frey­mark wen­den konn­ten, der für jeden ein offe­nes Ohr hat und mit viel Enga­ge­ment ver­sucht, mit ihnen gemein­sam nach Lösun­gen für ihre Pro­ble­me und Anlie­gen aller Art zu suchen. Mir selbst hat das noch­mal sehr bewusst vor Augen geführt, dass Poli­tik nicht nur »da oben« statt­fin­det son­dern das man selbst auch aktiv und in Zusam­men­ar­beit mit loka­len Poli­ti­kern sei­ne unmit­tel­ba­re Umge­bung mit­ge­stal­ten kann. Ich bin sehr froh, dass ich das Prak­ti­kum bei einem Poli­ti­ker absol­vie­ren konn­te, der sich ganz beson­ders für die Anlie­gen der Anwoh­ner enga­giert und ver­sucht Poli­tik an die Men­schen näher her­an­zu­tra­gen und Vor­ur­tei­le gegen­über der Poli­tik und Poli­ti­ker abzu­bau­en.

Die Zeit im Bür­ger­bü­ro war aber nicht nur wegen der Bür­ger­ge­sprä­che sehr lehr­reich. Neben der Teil­nah­me an diver­sen Gesprä­chen habe ich Auf­ga­ben erhal­ten, die ich eigen­ver­ant­wort­li­ch bear­bei­ten soll­te. Dazu gehör­te vor allem das Ver­fas­sen von Berich­ten und typi­sche Büro­auf­ga­ben wie das Erstel­len von Lis­ten, Recher­che­auf­ga­ben, das Schrei­ben von E-Mails und das Ent­ge­gen­neh­men von Anru­fen. Die­se Auf­ga­ben haben mich sowohl prak­ti­sch und fach­li­ch als auch per­sön­li­ch wei­ter­ge­bracht. Durch das Erle­di­gen die­ser Arbei­ten wur­de ich dar­in geschult, eigen­stän­dig und eigen­ver­ant­wort­li­ch zu han­deln. Auf die­se Wei­se konn­te ich Fähig­kei­ten erler­nen bzw. stär­ken, von denen ich mir sicher bin, dass sie im spä­te­ren Berufs­le­ben von gro­ßem Wert sein wer­den.

Span­nend an dem Prak­ti­kum waren jedoch nicht nur die ver­schie­de­nen Auf­ga­ben, die ich zu erle­di­gen hat­te, son­dern auch die unter­schied­li­chen Orte und Per­so­nen, die ich ken­nen­ler­nen durf­te. So konn­te ich Herrn Frey­mark an eini­gen Tagen mit ins Abge­ord­ne­ten­haus und zu den Sit­zun­gen des Peti­ti­ons­aus­schus­ses und dem Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt sowie zu einer Podi­ums­dis­kus­si­on beglei­ten. Auf die­se Wei­se konn­te ich ihm und den ande­ren Ber­li­ner Poli­ti­kern bei ihrer Arbeit zuse­hen und das Abge­ord­ne­ten­haus mit­samt sei­nen Sälen, Gale­ri­en und natür­li­ch das Abge­ord­ne­ten­bü­ros näher ken­nen­ler­nen.

Sehr genos­sen habe ich aber auch die Außen­ter­mi­ne, an denen ich teil­neh­men durf­te. Auf die­se Wei­se ent­deck­te ich nicht nur neue und span­nen­de Orte in Ber­lin, die ich zuvor noch nicht kann­te, son­dern wur­de auch vie­len inter­es­san­ten Per­sön­lich­kei­ten vor­ge­stellt, die ich son­st nicht ken­nen­ge­lernt hät­te.

Eine wei­te­re und sehr wich­ti­ge Sache, die das Prak­ti­kum so posi­tiv gestal­tet hat, waren die Men­schen, mit denen ich im Bür­ger­bü­ro zusam­men­ar­bei­ten durf­te. Dan­ny Frey­mark, Jen­ni­fer Wendt und Ben­ja­min Hud­ler sind wirk­li­ch tol­le und net­te Men­schen, mit denen die Zusam­men­ar­beit viel Spaß gemacht hat, was dazu führ­te, dass ich mich von Anfang an trotz der neu­en und unge­wohn­ten Umge­bung und Situa­ti­on sehr wohl­ge­fühlt habe. Auch wenn ich größ­ten­teils selbst­stän­dig arbei­ten soll­te, habe ich immer Hil­fe und Unter­stüt­zung erhal­ten, wenn ich unsi­cher war oder mal ein­fach nicht wei­ter wuss­te. Alles in allem konn­te ich mich, obwohl ich nur eine kur­ze Zeit dort ver­bracht habe, als einen Teil des Teams füh­len – eine Erfah­rung, die man sicher nicht bei allen Prak­ti­kums­plät­zen erfährt.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass es zwei span­nen­de Wochen waren, die wie im Flug ver­gan­gen sind, weil kein Tag wie der ande­re war. Die prak­ti­schen Erfah­run­gen zeig­ten mir, wie Poli­tik im All­tag funk­tio­niert. Als Stu­den­tin der Poli­tik­wis­sen­schaft konn­te ich so Poli­tik auf eine ande­re Art und Wei­se ken­nen­ler­nen und erfah­ren.

Herausgeber: Danny Freymark | 13.03.2015

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