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Mit Litfaßsäule und Messgeräten: In der Humann-Schule klären Viertklässler Kinder und Erwachsene auf – Umweltpolitiker Danny Freymark sieht Vorbild für Bezirk Lichtenberg

Die Viert­kläss­ler im Lebens­kun­de-Unter­richt der Carl Humann-Schu­le brau­chen sol­che wis­sen­schaft­li­chen Bewei­se nicht, denn sie erle­ben es täg­li­ch. Aber sie wol­len etwas tun, damit es bes­ser wird. Des­halb haben sie in den letz­ten Wochen mit Mess­ge­rä­ten die Ver­än­de­rung des CO2-Gehalts im Klas­sen­zim­mer ver­folgt und expe­ri­men­tell her­aus­ge­fun­den, ob es eine Lösung für das Raum­kli­ma-Pro­blem gibt. Unter­stützt durch »Köpf­chen statt Koh­le« ent­wi­ckel­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler dabei auch den Ehr­geiz, die gan­ze Schu­le, alle Mit­schü­ler und auch die Lehr­kräf­te zu errei­chen.

Zu die­sem Zweck gestal­te­ten sie eine Lit­faß­säu­le, die in Wort und Bild infor­miert und auf­klärt. Letz­te Woche wur­de die Säu­le im Schul­haus offi­zi­ell ent­hüllt – unter Anwe­sen­heit nicht nur von Schul­lei­te­rin Kat­rin Meiss­ner, eini­gen Klas­sen und Lehr­kräf­ten. Auch die Pres­se war dabei sowie der umwelt­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus, Dan­ny Frey­mark. Der Lich­ten­ber­ger Jung­po­li­ti­ker ließ sich von den Schü­lern gen­au erklä­ren, wor­um es geht (sie­he Foto), und erklär­te, dass er es ger­ne sähe, wenn es auch im Bezirk Lich­ten­berg sol­che erfolg­rei­chen »Köpf­chen statt Kohle«-Projekte an den Schu­len gäbe.

Die Auf­stel­lung der Luft­gü­te-Lit­faß­säu­le ist für die Viert­kläss­ler der Carl Humann-Schu­le indes noch nicht der gan­ze Erfolg. Sobald die Säu­le ent­hüllt war, schwärm­ten sie in Zwei­er-Teams in alle Klas­sen aus, um ihre Mis­si­on zu erfül­len. Aus­ge­rüs­tet mit einem CO2-Mess­ge­rät und einer Lis­te von Fra­gen stel­len sich die jun­gen »Luft­for­scher«, wie sie sich auf den mit Stolz getra­ge­nen But­tons nen­nen, vor die frem­den Klas­sen und ver­su­chen her­aus­zu­be­kom­men, wel­ches Bewusst­sein über Luft­qua­li­tät, Hei­zen und Lüf­ten bei Schü­lern und Lehr­kräf­ten vor­han­den ist. Und das ist durch­aus unter­schied­li­ch. Wäh­rend die »Luft­for­scher« in man­chen Klas­sen nicht ein­mal dar­auf hin­wei­sen müs­sen, dass es sinn­voll ist, wäh­rend der Lüf­tungs­pau­sen auch die Heiz­kör­per abzu­dre­hen, ste­hen in ande­ren Klas­sen bei vol­ler Behei­zung stän­di­ge eini­ge Fens­ter auf Kipp­stel­lung, ohne dass aus­weis­li­ch der CO2-Mes­sung die Luft­qua­li­tät wirk­li­ch im grü­nen Bereich läge. Aus die­sem Grund stel­len die »Luft­for­scher« auch jeder der besuch­ten Klas­sen für ein oder zwei Wochen ein Mess­ge­rät zur Ver­fü­gung, mit dem eine objek­ti­ve Kon­trol­le der Luft­gü­te mög­li­ch ist. Die Schü­ler der Pro­jekt­grup­pe erhof­fen sich davon eine Sen­si­bi­li­sie­rung für das The­ma. Bei einem zwei­ten Besu­ch ein oder zwei Wochen spä­ter wol­len sie her­aus­fin­den, ob sie Erfolg hat­ten und sich das Lüf­tungs­ver­hal­ten ver­än­dert hat.

Offen ist auch die Fra­ge, ob eine CO2-Anzei­ge per­ma­nent im Klas­sen­raum ver­füg­bar sein soll­te. »Köpf­chen statt Kohle«-Projektleiter Richard Häus­ler berich­tet, dass an ande­ren betei­lig­ten Schu­len die dau­er­haf­te Anschaf­fung von Mess­dis­plays mit Luft­qua­li­täts-Ampel für alle Klas­sen­räu­me der­zeit erwo­gen wird.

Herausgeber: Danny Freymark | 21.03.2013

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