Meldung

Kiezspaziergang: Martin Schaefer und Wilfried Nünthel an der Charlottenstraße und im Gensinger Viertel

Berüh­run­gen zwi­schen bei­den Quar­tie­ren ent­lang der viel befah­re­nen Tras­se gibt es so gut wie nicht. Zu umständ­li­ch ist der Weg von einem ins ande­re Vier­tel. Den legt nur zurück, wer das unbe­dingt muss. Und den­no­ch gibt es etwas Ver­bin­den­des – aller­dings im nega­ti­ven Sinn. Denn vie­le Anwoh­ner sowohl auf der einen als auf der ande­ren Sei­te ärgert es, dass es in den Wohn­ge­bie­ten kei­nen bequem fuß­läu­fig zu errei­chen­den Nah­ver­sor­ger mehr gibt. Bei sei­ner Kiez­tour, die Bau­stadt­rat Wil­fried Nün­thel in bei­de Vier­tel führ­te, wur­de das ener­gi­sch von Anwoh­nern moniert.

Kei­ne neu­en Super­märk­te
In der Char­lot­ten­stra­ße hat ein Net­to-Markt geschlos­sen, er steht leer. Ein Investor hat die Immo­bi­lie samt Grund und Boden gekauft und will dort Woh­nun­gen errich­ten. Im Vier­tel gegen­über, hin­ter der B 1, wur­den das Forum Kalinka und leer­ste­hen­de Super­märk­te abge­ris­sen. Vor die Plat­ten­bau­ten wer­den nun 75 Rei­hen­häu­ser gesetzt. Neue Nah­ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen sind nicht vor­ge­se­hen. Der letz­te Super­markt im Gebiet, Rewe in der Gen­sin­ger Stra­ße 111, schloss Ende 2012. Die nächs­te Ein­kaufs­mög­lich­keit gibt es erst am S-Bahn­hof Fried­richs­fel­de Ost.

»Ich kann lei­der nicht bestim­men, dass Super­märk­te in Betrieb genom­men wer­den«, sag­te Wil­fried Nün­thel, der als bezirk­li­cher Spit­zen­kan­di­dat für die CDU zu den Ber­lin-Wahlen am 18. Sep­tem­ber antritt. Ihn las­sen die Sor­gen der Bür­ger nicht kalt. Schon oft stand er wegen feh­len­der Nah­ver­sor­gung im Gen­sin­ger Vier­tel Rede und Ant­wort – und konn­te den Fakt doch nicht ändern. »Die wohn­ort­na­he Ver­sor­gung ent­wi­ckelt sich in bestimm­ten Gebie­ten zum Pro­blem«, kon­sta­tier­te er. Dabei han­de­le es sich meist um Quar­tie­re, die bau­li­ch etwas abge­hängt sind, umge­ben von gro­ßen Stra­ßen und Eisen­bahn­tras­sen wie das Gen­sin­ger Vier­tel. Weil dort nicht all zu vie­le Men­schen leben, die zudem meist aus ein­fa­che­ren sozia­len Ver­hält­nis­sen stam­men, bie­ten sie für Han­dels­un­ter­neh­men nicht genug Kauf­kraft.

Auch CAP-Markt-Betrei­ber wink­ten ab
Nün­thel hat selbst ver­sucht, Ein­zel­händ­ler für den Stand­ort zu gewin­nen, bei­spiels­wei­se einen CAP-Markt. Die­se Lebens­mit­tel­märk­te beschäf­ti­gen Men­schen mit Behin­de­run­gen, das wird vom Staat bezu­schus­st. Drei gibt es der­zeit in Lich­ten­berg – an der Rüdi­ger­stra­ße, an der Bür­ger­heim­stra­ße und an der Robert-Sie­wert-Stra­ße. Der Stadt­rat war mit Ver­tre­tern des Unter­neh­mens im Gen­sin­ger Vier­tel, doch auch für die­se war die Nach­nut­zung des leer ste­hen­den Rewe-Mark­tes kei­ne Opti­on – zu abge­le­gen. So bleibt der­zeit nur das Prin­zip Hoff­nung. Dar­auf, dass mit den neu­en Eigen­tü­mern der Rei­hen­häu­ser auf dem Ex-Kalinka-Are­al und den Bewoh­nern der drei gera­de eben­falls im Bau befind­li­chen Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser von NCC das Inter­es­se des Han­dels steigt, wie­der Lebens­mit­tel- und ande­re Nah­ver­sor­gungs­an­ge­bo­te im Gen­sin­ger Vier­tel zu schaf­fen.

Park­plät­ze, Bus­se und Schul­weg
Wei­te­re Nach­fra­gen bei der Kiez­tour gab es zu wegen der Bau­ar­bei­ten von NCC gesperr­ten Park­plät­zen (»Die wer­den nach Abschluss des Pro­jek­tes wie­der frei­ge­ge­ben.«), nach einer ver­spro­che­nen Ver­kehrs­in­sel dort, wo die Gen­sin­ger Stra­ße in einer gro­ßen Kur­ve ver­läuft (»Ist wei­ter­hin vor­ge­se­hen, aber erst nach Abschluss der Bau­ar­bei­ten.«) und nach der For­de­rung, das Gebiet als Tem­po-30-Zone zu dekla­rie­ren und mit Licht­si­gnal­an­la­gen zu ver­se­hen (»Bei einer Tem­po-30-Zone gibt es weder Licht­si­gnal­an­la­gen noch Fuß­gän­ger-Über­we­ge.«) Unver­züg­li­ch tätig wer­den woll­te der Stadt­rat wegen einer nicht ord­nungs­ge­mä­ßen Abschir­mung und wider­sin­ni­gen Aus­schil­de­rung der Bau­stel­le auf der frü­he­ren Kalinka-Flä­che. Ein Eltern­ver­tre­ter aus der Adam-Ries-Grund­schu­le hat­te bemän­gelt, dass das den Schul­weg vie­ler Kin­der unsi­che­rer mache. »Ich wer­de gleich mor­gen das Ord­nungs­amt infor­mie­ren«, ver­sprach Nün­thel.

Etli­che Fra­gen und Kri­ti­ken wur­den noch gesam­melt, unter ande­rem über zu hohe Hecken an Stra­ßen­ein­mün­dun­gen, über einen Bau­zaun, der seit Novem­ber zwi­schen der Wohn­ge­biets- und der eigent­li­chen Gen­sin­ger Stra­ße steht, und zu Bus­sen der Lini­en 192 und 194, die nur alle 20 Minu­ten ver­keh­ren, aber an der Gen­sin­ger Stra­ße inner­halb von zwei Minu­ten hin­ter­ein­an­der abfah­ren. »Kann man das nicht ent­zer­ren?«, frag­te eine Frau. Ant­wor­ten wird es nach Recher­chen zu allen ange­spro­che­nen und bei der Tour nicht geklär­ten Punk­ten im Som­mer per Post­wurf­sen­dung geben, ver­sprach Mar­tin Schae­fer, der als Direkt­kan­di­dat zur Abge­ord­ne­ten­haus­wahl antritt. »Sie kön­nen uns aber auch anru­fen und nach­fra­gen oder eine E-Mail schrei­ben.«

Herausgeber: CDU Lichtenberg | 18.05.2016

Print Friendly
Zurück zu allen Beiträgen