Meldung

Kiezspaziergang: Gregor Hoffmann und Wilfried Nünthel an Mühlengrund und Gehrenseestraße unterwegs

Er hat­te näm­li­ch Gruß­wor­te beim Kiez­fest zu spre­chen, das unter dem Mot­to »30 Jah­re Müh­len­rad« ver­an­stal­tet wur­de. Schließ­li­ch war er der Schirm­herr der Ver­an­stal­tung, die den vom Metall­bild­hau­er Achim Kühn geschaf­fe­nen Müh­len­rad­brun­nen fei­er­te.
Die­ser war lan­ge Jah­re kaputt und ging nach umfang­rei­cher Sanie­rung im Herbst 2014 wie­der in Betrieb. Auch in die­sem Jahr muss­ten dort eini­ge klei­ne­re Repa­ra­tu­ren aus­ge­führt wer­den, so dass der ori­gi­nel­le Brun­nen erst ab 30. April wie­der plät­schern konn­te.

Schul­stand­ort wird aus­ge­baut
An der Mar­tin-Nie­m­öl­ler-Grund­schu­le, Am Brei­ten Luch 5, begrüß­te Wahl­kreis­kan­di­dat Gre­gor Hoff­mann, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der CDU im Bezirks­par­la­ment, die Tour-Teil­neh­mer. Er erklär­te, dass jetzt fest­steht, dass der Schul­stand­ort wie­der aus­ge­baut wird. Vor eini­gen Jah­ren noch war dort ein Schul­ge­bäu­de abge­ris­sen wor­den. Inzwi­schen steigt jedoch die Zahl der Kin­der im Gebiet wie­der. Des­halb soll am Stand­ort eine neue Schu­le gebaut wer­den. Wann und für wel­chen Schul­typ, ist aller­dings noch nicht klar. »Die Flä­che wur­de aber spe­zi­ell für die­sen Gemein­be­darf gesi­chert«, erklär­te Hoff­mann. Ein Flücht­lings­heim, das der Senat an die­sem Platz errich­ten las­sen woll­te, sei defi­ni­tiv vom Tisch. Das bestä­tig­te auch der Stadt­rat, der eini­ge Minu­ten spä­ter zu der Run­de kam, die die­ses Mal in der über­gro­ßen Mehr­zahl aus Frau­en bestand. Laut Nün­thel wird es nach den aktu­el­len, mit dem Bezirk abge­stimm­ten Senats­pla­nun­gen in Hohen­schön­hau­sen drei Stand­or­te für Flücht­lings­un­ter­künf­te geben: einen Modul­bau an der War­ten­ber­ger Stra­ße 120, ein Wohn­haus, das die Howo­ge am Hage­nower Ring baut, und ein Wohn­haus der Ber­li­no­vo an der See­hau­ser Stra­ße.

Blau-Weiß küm­mert sich um Inte­gra­ti­on
Unweit der Schu­le, im Ver­eins­heim der SG Blau-Weiß Hohen­schön­hau­sen, wur­den die Spa­zier­gän­ger kurz dana­ch vom Chef des Fuß­ball­ver­eins, Mike Aue, begrüßt. Die­ser berich­te­te über die Inte­gra­ti­ons­ar­beit des Ver­eins, u.a. trai­nie­ren dort Schü­ler aus Will­kom­mens­klas­sen, in denen Flücht­lings­kin­der unter­rich­tet wer­den. Ein Anlie­gen an den Stadt­rat hat­te Aue auch: Der Ver­ein möch­te auf einer nicht genutz­ten Wie­se einen klei­nen Grill­platz bau­en, mit einem mobi­len Pavil­lon über­da­chen, alles aus eige­nen Mit­teln und mit eige­nen Kräf­ten. Doch das Sport­amt hat dem Vor­ha­ben nicht zuge­stimmt. Nün­thel will nach­ha­ken, ver­spre­chen konn­te er man­gels Zustän­dig­keit aber nichts. Dafür aber mit einer Aus­kunft die­nen: Public View­ing wäh­rend der Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft im Frei­en vor dem Ver­eins­heim sei mög­li­ch, aller­dings müs­se vor­her ein Antrag beim Umwelt­amt ein­ge­holt wer­den. »Die Geneh­mi­gung wird es dann geben«, ver­si­cher­te er.

Gewu­sel im Jugend­treff
Gre­gor Hoff­mann, der nicht zum ers­ten Mal im Wahl­kreis antritt (er war von 1999 bis 2011 Mit­glied des Abge­ord­ne­ten­hau­ses), bewies nicht nur bei Blau-Weiß sei­ne Lokal­kom­pe­tenz. Er führ­te die Gäs­te u.a. zum Jugend­treff Kon­takt­la­den VIP. Der spielt eine wich­ti­ge Rol­le im Kiez – bie­tet Räu­me und Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten nicht nur für Kids, son­dern auch ande­re Grup­pen wie den Stamm­tisch Müh­len­grund (das frü­he­re Kie­z­ak­tiv) und den Bau­bei­rat. An die­sem Tag herrsch­te dort ziem­li­ches Gewu­sel. Immer­hin war die Jugend­frei­zeit­ein­rich­tung Mit­ver­an­stal­ter des Brun­nen­fes­tes, das direkt vor ihrer Haustür statt­fand. Tän­zer muss­ten sich umzie­hen, Musi­ker ihre Instru­men­te stim­men, vie­le Hel­fer gin­gen ein und aus.

Bau­ar­bei­ten im Müh­len­grund
Der Müh­len­rad­brun­nen geht zwar wie­der, die Kauf­hal­le, vor der er ein­st stand, ist jedoch nur noch ein gro­ßer Hau­fen Trüm­mer. Sie ist abge­ris­sen wor­den – ein ers­ter Schritt zur Rea­li­sie­rung eines Bau­vor­ha­bens des aus Israel stam­men­den Pro­jekt­ent­wick­lers ELAD, der hier Woh­nun­gen schaf­fen will. Die Bau­ge­neh­mi­gung wur­de schon 2014 erteilt. Drei Gebäu­de, zwei Sechs­ge­schos­ser und ein acht­ge­schos­si­ges Haus, sol­len in drei Bau­ab­schnit­ten errich­tet wer­den, sag­te Nün­thel. Den ers­ten Bau­ab­schnitt hat die städ­ti­sche Woh­nungs­ge­sell­schaft Howo­ge erwor­ben, die der­zeit ihr Port­fo­lio kräf­tig auf­füllt. An der Rüdi­cken­stra­ße 33 sol­len laut Infor­ma­tio­nen auf ihrer Web­site bis Anfang 2018 ins­ge­samt 170 Woh­nun­gen ent­ste­hen. Über den Bau­be­ginn in den bei­den wei­te­ren Abschnit­ten gibt es gegen­wär­tig noch kei­ne Infor­ma­tio­nen, sag­te Nün­thel.

Wüs­ten­pis­te vor Eigen­hei­men
Kräf­tig gebaut wur­de bereits eini­ge hun­dert Meter wei­ter an der Geh­ren­see­stra­ße 100. Auf der lan­ge Jah­re brach­lie­gen­den Flä­che ent­stan­den rund 100 Ein­fa­mi­li­en- und Rei­hen­häu­ser. Die Spa­zier­gän­ger, denen sich an der War­ten­ber­ger Stra­ße noch wei­te­re für den zwei­ten Abschnitt der Kiez­tour anschlos­sen, sahen auf den ers­ten Bli­ck, dass auf dem Are­al noch man­ches im Argen liegt. Denn die Häu­ser sind schon seit fast zwei Jah­ren bezo­gen, die Stra­ßen aber glei­chen einer unbe­fes­tig­ten Wüs­ten­pis­te aus Lehm und Stei­nen. Weil es Pri­vat­stra­ßen sind, kann der Bezirk nicht viel machen – das ist Sache des Bau­trä­gers. Die­ser hat gewech­selt, statt der Pro­jekt­ge­sell­schaft Geh­ren­see­stra­ße 100 ist nun die Deut­sche Rei­hen­haus AG zustän­dig. »Das The­ma man­gel­haf­te Erschlie­ßung gab es dort schon bevor über­haupt ein Haus stand«, sagt Nün­thel. Er hofft, dass die Deut­sche Rei­hen­haus AG nun rasch han­delt, mehr als appel­lie­ren kann er jedoch nicht. Aller­dings will er sich um ein aku­tes Pro­blem küm­mern: Die BSR wei­gert sich auf­grund des schlech­ten Stra­ßen­zu­stan­des näm­li­ch, den Haus­müll abzu­ho­len. Die Fol­ge: Die Eigen­heim­be­sit­zer müs­sen ihre Ton­nen über Sand und Stei­ne bis zur Geh­ren­see­stra­ße kar­ren. Nicht jeder macht das. Auf einem gro­ßen Hau­fen lagen auch am Tour-Tag prall gefüll­te gel­be Säcke und ande­re Müll­tü­ten mit Inhalt. »Das kann nicht so blei­ben«, empör­te sich Nün­thel, der auch Umwelt­stadt­rat ist, »das zieht Rat­ten und Unge­zie­fer an.« Die Deut­sche Rei­hen­haus AG müs­se sich schnell eine Ände­rung ein­fal­len las­sen, er wer­de sich dar­um küm­mern.

Woh­nun­gen auf Amts­ge­richts-Gelän­de
Was wird aus dem frü­he­ren Amts­ge­richt Hohen­schön­hau­sen, was aus der seit Jah­ren leer ste­hen­den Kauf­hal­le schräg gegen­über, woll­ten etli­che der Tour-Teil­neh­mer wis­sen. Auf die ers­te Fra­ge hat­te Wil­fried Nün­thel eine rasche Ant­wort parat: Die Immo­bi­lie ist von einem Investor gekauft wor­den, der dort Woh­nun­gen schaf­fen will. Dazu wird der Plat­ten­bau mit der Kunst­stoff­fas­sa­de an der Stra­ße, das eigent­li­che Gericht, saniert. Umste­hen­de Anbau­ten wer­den abge­ris­sen, dafür neue Gebäu­de errich­tet, die in Form eines U ange­ord­net wer­den sol­len. »Eine Bau­an­fra­ge ist ein­ge­reicht, vor­aus­sicht­li­ch wird sie im Juni beschie­den«, sag­te Nün­thel. Für die leer ste­hen­den Kon­sum-Kauf­hal­le an der War­ten­ber­ger Stra­ße 51 konn­te er weni­ger Hoff­nun­gen auf eine Lösung machen: »Die­se hat als Han­dels­ob­jekt Bestands­schutz«, sag­te er. Ern­st zu neh­men­de Bewer­ber habe es dafür aber noch nicht gege­ben. »Wenn jemand eine ande­re Nut­zung als Han­del dort haben möch­te, ent­fällt der Bestands­schutz«, erklär­te der Stadt­rat. Sei die­ser weg, müs­se ein Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren statt­fin­den – sehr schwie­rig wegen der Lage zwi­schen Stra­ßen­bahn­li­nie und Klein­gar­ten­ko­lo­nie.

Herausgeber: CDU Lichtenberg | 20.05.2016

Print Friendly
Zurück zu allen Beiträgen