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Führung durch die Victoriastadt – ein wenig entdecktes Juwel im Bezirk

Der Name »Vic­to­ria­stadt« ist ein Aus­druck der engen Ver­bin­dung, die Ende des 19. Jahr­hun­derts zum Ver­ei­nig­ten König­reich unter sei­ner Regen­tin Köni­gin Vic­to­ria bestand. Weit­hin ist ein geheim­nis­vol­ler Turm über den Dächern in der Gegend sicht­bar. Es ist das Wahr­zei­chen der Vic­to­ria­stadt – der Schrot­ku­gel­turm, in dem in der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts naht­lo­se Blei­schrot­ku­geln für Schuss­waf­fen her­ge­stellt wur­den. Die Bege­hung des knapp 40 Meter hohen Turms war eine der ers­ten Anlauf­sta­tio­nen der zwei­stün­di­gen Füh­rung durch das Büro für Indus­trie­kul­tur Ber­lin. Von ihm aus eröff­net sich ein wei­ter Bli­ck über die Stadt. Hier herrscht heu­te noch Zil­les Alt-Ber­li­ner Milieu, dane­ben steht das ältes­te Beton­haus der Welt.

Als his­to­ri­sche Arbei­ter­sied­lung hat die Vic­to­ria­stadt das über­lie­fer­te Bild des alten Ber­lins der Grün­der­zeit stark geprägt. Der Dich­ter und Zeich­ner Hein­rich Zil­le ver­brach­te hier fünf Jah­re sei­nes Lebens und nahm vie­le Ein­drü­cke aus sei­ner Umge­bung in sei­ne Stu­di­en und Zeich­nun­gen auf. Ein Groß­teil des Kas­kel­kie­zes geht auf ein Indus­tri­el­len-Brü­der­paar namens Leh­mann zurück, das für die Arbei­ter sei­ner Fabri­ken ab 1871 eilig Wohn­raum schaf­fen mus­s­te. Ein Gut­teil der Wohn­be­bau­ung, teil­wei­se mit Remi­sen und klei­nen Werk­stät­ten in den Hin­ter­hö­fen, ist erhal­ten geblie­ben und bil­det ein geschlos­se­nes Ensem­ble. Nach 1990 wur­de das gesam­te Gebiet fast voll­stän­dig und denk­mal­ge­recht saniert.

»Hier hat sich enorm viel ver­än­dert in den letz­ten Jah­ren. Immer wenn ich mal wie­der vor­bei schaue, ent­de­cke ich etwas Neu­es«, schwärmt der Lich­ten­ber­ger JU-Vor­sit­zen­de Fabi­an Peter über die posi­ti­ve Ent­wick­lung der Gegend. JU-Neu­mit­glied Flo­ri­an Faehling pflich­tet ihm bei: »Das ist ein ech­tes Juwel von Lich­ten­berg! Ich bin total über­rascht.«

Mehr Infor­ma­tio­nen zu den Stadt­füh­run­gen:
www.berlin-industriekultur.de

Herausgeber: Junge Union Lichtenberg | 17.07.2010

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