Meldung

Ein Hobby als Praktikum

Als Mit­glied des Peti­ti­ons­aus­schus­ses küm­mert er sich neben Bür­ger­an­fra­gen auch um die Anlie­gen und die Unter­brin­gung von Ber­li­ner Häft­lin­gen, wes­halb ich ihn zur Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Hei­de­ring nach Groß­bee­ren beglei­ten durf­te. Sowohl die hohen Zäu­ne als auch die weit­bli­cken­de Sta­tue beein­druck­ten mich sehr. Nach den Sicher­heits­kon­trol­len wur­den wir durch das Gefäng­nis geführt, in dem ins­ge­samt 199 Insas­sen inhaf­tiert sind. Neben Küche, Sport-und Arbeits­be­reich beka­men wir von einem Insas­sen frei­wil­lig einen Ein­bli­ck in sei­ne Zel­le. Er schil­der­te sei­nen All­tag im Gefäng­nis und teil­te uns Anre­gun­gen mit wie z.B. der Wunsch nach mehr Sozi­al­ar­bei­tern. Erst gegen Abend wur­de mir der Kon­trast inner­halb und außer­halb der Gefäng­nis­mau­ern bewusst und ich war sehr moti­viert, wei­te­re Auf­ga­ben und Ter­mi­ne zu absol­vie­ren.

Mein Weg zum Abge­ord­ne­ten Dan­ny Frey­mark

Für mich ist die Poli­tik etwas Ein­zig­ar­ti­ges. Durch sie ist es jedem mög­li­ch sich ein­zu­set­zen, mit­zu­ge­stal­ten und zu ver­än­dern. Jeder kann durch sei­ne poli­ti­sche Akti­vi­tät die Gesell­schaft vor­an­brin­gen und der Lern­ef­fekt ist enorm. Neben einem gro­ßen Zuwachs an Wis­sen, da ein Poli­ti­ker auf Fra­gen aller Art gefasst sein muss, ist die sozi­al-kom­mu­ni­ka­ti­ve Kom­pe­tenz gleich­wer­tig. Dies habe ich auch im Vor­feld in Gesprä­chen auf den Lich­ten­ber­ger Bür­ger­fes­ten mit­er­fah­ren kön­nen. Vie­le Bür­ger­an­lie­gen sind sen­si­bel anzu­ge­hen und selbst für einen Abge­ord­ne­ten ist es nicht immer ein­fach, die idea­le Lösung zu fin­den. Für mich ist Dan­ny Frey­mark ein sehr guter Red­ner, der es immer wie­der schafft sei­ne Zuhö­rer zu bin­den. Außer­dem merkt man ihm kla­re Zie­le an. Des­halb habe ich bewusst den Kon­takt zu ihm gesucht, um als Prak­ti­kant vie­les neu­es dazu­zu­ler­nen.

Die Arbeit im Bür­ger­bü­ro

Das Bür­ger­bü­ro von Dan­ny Frey­mark in sei­nem Wahl­kreis Hohen­schön­hau­sen ist eine Anlauf­stel­le für vie­le Bür­ger mit Anlie­gen, Pro­ble­men und Anre­gun­gen. In einer Laden­zei­le an einem viel­be­lau­fe­nem Ort hat es fünf Tage die Woche geöff­net. Des­halb hat­te ich schnell ent­we­der über das Tele­fon oder durch direk­te Gesprä­che ers­te Ein­drü­cke über die poli­ti­sche Arbeit vor Ort sam­meln kön­nen. Tätig war ich vom 29. Sep­tem­ber bis zum 7. Novem­ber 2014. Man­che Bür­ger ärger­ten sich über Stra­ßen- und Grün­flä­chen, die nicht beschnit­ten wur­den, ande­re such­ten nach Rat, weil sie Pro­ble­me mit Ämtern oder Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten hat­ten, wie­der ande­re konn­ten gewis­se poli­ti­sche Schrit­te nicht nach­voll­zie­hen. Aus die­sem Grund ist die Arbeit sehr abwechs­lungs­reich, denn man muss sich auf jede Per­son indi­vi­du­ell ein­stel­len, um best-und schnellst­mög­li­ch nach einer Lösung zu suchen und sie zu fin­den!

Des Wei­te­ren umfass­te mein Auf­ga­ben­ge­biet die Recher­che und das Zuar­bei­ten für den Abge­ord­ne­ten. Wäh­rend mei­ner Zeit als Prak­ti­kant fan­den ins­ge­samt vier Bür­ger­ver­an­stal­tun­gen statt. Das The­men­spek­trum war breit. Es wur­de dis­ku­tiert über den Öffent­li­chen-Per­so­nen-Nah­ver­kehr in Ost­ber­lin, Hun­de- und Hun­de­aus­lauf­ge­bie­te in Hohen­schön­hau­sen, die Ent­wick­lung des Ost­see­vier­tels und auch das län­ger bekann­te The­ma der Pro­sti­tu­ti­on in der Dar­ßer Stra­ße. All die­se Ver­an­stal­tun­gen habe ich beglei­tet und die Bür­ger­be­tei­li­gun­gen fas­zi­nier­ten mich. Man hat­te den Ein­druck, dass fast alle Anwe­sen­den nach Wege zur Ver­bes­se­rung such­ten. Daher mach­te es mir stets Freu­de die­se Ver­an­stal­tun­gen mit­vor­zu­be­rei­ten.

Ein­mal durf­ten wir im Wahl­kreis­bü­ro eine Dele­ga­ti­on von Poli­ti­kern aus Kam­bo­dscha emp­fan­gen, um über unse­re Arbeit zu berich­ten. Mit Hil­fe eines Dol­met­schers erzähl­ten wir von unse­rer Arbeit und ver­such­ten es mit Hil­fe von Bil­dern und Videos der Bür­ger­fes­te mög­lichst anschau­li­ch zu prä­sen­tie­ren. Das Inter­es­se war groß und es war ein tol­les Erleb­nis sowie eine wert­vol­le Erfah­rung zu refe­rie­ren.

Außer­dem emp­fand ich die inhalt­li­che Arbeit als eben­so wert­voll. Mit Hil­fe von schrift­li­chen Anfra­gen an den Senat ist es dem Abge­ord­ne­ten mög­li­ch, einer­seits genaue­re Infor­ma­tio­nen zu The­men zu erhal­ten, ande­rer­seits kann er die Ver­wal­tung auf geziel­te The­men auf­merk­sam machen. Hier­bei unter­stüt­ze ich ihn, in dem ich Fra­gen zu The­men wie Schul­rei­ni­gung, Bau­pro­jek­ten, Ers­te Hil­fe Maß­nah­men und vie­len mehr for­mu­lier­te.

Wäh­rend der gesam­ten Zeit arbei­te­ten wir, der Abge­ord­ne­te, die Büro­lei­te­rin, ein stu­den­ti­scher Mit­ar­bei­ter und ich, der Prak­ti­kant, eng zusam­men in einem klei­nen Team. Dabei hat­te ich zu kei­ner Zeit das Gefühl benach­tei­ligt zu wer­den, da ich gleich­wich­ti­ge Auf­ga­ben bekam, wie jeder ande­re. Aus die­sem Grund durf­te ich die Kol­le­gen auch zu vie­len Ter­mi­nen beglei­ten. Unter ande­rem waren wir Gäs­te bei der Ver­lei­hung des Ber­li­ner Umwelt­preis Bund. Dort wur­den die enga­gier­tes­ten Ber­li­ner mit Hin­bli­ck auf die Umwelt geehrt. Beson­ders beein­dru­ckend war die Bereit­schaft in der Rubrik Kin­der und Jugend. Vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler repa­rie­ren kos­ten­los in ihrer Frei­zeit Fahr­rä­der, wodurch sie die »grü­ne Fort­be­we­gung« unter­stüt­zen und außer­dem finan­zi­ell schwa­chen Kin­der und Jugend­li­chen eine Repa­ra­tur anbie­ten kön­nen. Ein ver­dien­ter Preis!

Im Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt wur­den wich­ti­ge Fra­gen dis­ku­tiert. Das Leit­the­ma ist die Ber­li­ner Stadt­ent­wick­lung bis zum Jah­re 2030, wo es bis dato noch kei­nen rich­ti­gen Bau­plan gibt. Doch Ber­lin soll die »smar­tes­te City« wer­den, dar­in sind sich alle einig. So beschäf­tig­te man sich zum Bei­spiel mit Schu­len und Turn­hal­len in ganz Ber­lin. Auch das Stadt­bild wur­de hin­ter­fragt. Möch­te man vie­le Hoch­häu­ser, gar Wol­ken­krat­z­er wie in New York, oder soll der Fern­seh­turm bzw. die Gedächt­nis­kir­che wei­ter­hin prä­gend sein? Vie­le inter­es­san­te Fra­gen!

Das Fazit nach dem Prak­ti­kum

Ich hat­te mich bewusst für die­ses Prak­ti­kum mit den Zie­len nach mehr Erfah­rung, Wis­sen und Selbst­stän­dig­keit bewor­ben. Die­se Erwar­tun­gen wur­den voll­stän­dig erfüllt und der abwechs­lungs­rei­che Arbeits­all­tag mach­te mir gro­ße Freu­de. Mir wur­de in der Zeit als Prak­ti­kant bewusst, wie anstren­gend die Arbeit des Abge­ord­ne­ten ist, da er sehr vie­le Ter­mi­ne und Pflich­ten hat. Die Erschöp­fung, aber auch der Fort­schritt nach den vie­len Ver­an­stal­tun­gen emp­fand ich als sehr bemer­kens­wert und mensch­li­ch. Die­sen Elan möch­te ich für mei­nen Lebens­weg und mei­ne zukünf­ti­ge poli­ti­sche Arbeit mit­neh­men. Außer­dem kann ich nur jedem ein Prak­ti­kum und die Erfah­run­gen für sei­ne per­sön­li­che Ent­wick­lung im Wahl­kreis­bü­ro, beim Abge­ord­ne­ten Dan­ny Frey­mark, emp­feh­len!

Herausgeber: Danny Freymark | 10.11.2014

Print Friendly
Zurück zu allen Beiträgen