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Danny Freymark besucht die Ausstellung der Berliner Stadtgüter

Dar­in wer­den die Geschich­te und die Auf­ga­ben der Stadt­gü­ter beleuch­tet. Wei­ter­hin wird gezeigt wie sich ihre Rol­le von der Grün­dung  bis heu­te gewan­delt hat. Mit Bil­der, Kar­ten und Fil­men wer­den die Anfän­ge mit dem Klä­ren der Abwäs­ser aber auch die Zeit als Land­wirt­schafts­be­trieb sehr anschau­li­ch und inter­es­sant geschil­dert.

1873 begann die Geschich­te der Stadt­gü­ter damit, dass das Abwas­ser in Ber­lin durch das neu gebau­te Kanal­sys­tem aus der Stadt gelei­tet wur­de. Dort ver­si­cker­te, man die Abwäs­ser auf beson­ders gestal­te­ten Fel­der, den Rie­sel­fel­dern. Sie waren die ers­ten Gebie­te, die auch heu­te zum Teil noch zu den Stadt­gü­tern gehö­ren. Wie stark die­ses Ver­rie­seln die Böden ver­än­dert hat, ist in der Aus­stel­lung sehr anschau­li­ch durch Boden­pro­ben dar­ge­stellt. Dar­an sieht man die gro­ße Men­ge an Abla­ge­run­gen, die sich im Boden ange­sam­melt haben.

Der Schwer­punkt der Ber­li­ner Stadt­gü­ter ver­än­der­te sich nach und nach und es kamen immer  mehr land­wirt­schaft­li­che Flä­chen dazu, sodass die sie eines der größ­ten Land­wirt­schafts­be­trie­be Euro­pas wur­den. Heu­te jedoch legt Ber­lin kei­nen gro­ßen Wert mehr auf eige­ne Land­wirt­schaft, sodass die Flä­chen ver­kauft, ver­pach­tet oder anders genutzt wur­den.

Eine der gro­ßen Auf­ga­ben für die Stadt­gü­ter heu­te ist es, eine Nut­zung für die ehe­ma­li­gen Rie­sel­fel­der zu fin­den. Denn durch das jah­re­lan­ge Ver­si­ckern von städ­ti­schem und indus­tri­el­lem Abwas­ser sind die Flä­chen teil­wei­se hoch mit Schwer­me­tal­len belas­tet, sodass dort kei­ne Lebens­mit­tel ange­baut wer­den kön­nen.

Ob sich die­se Flä­chen viel­leicht für erneu­er­ba­re Ener­gi­en eig­nen, wird schon an vie­len Stel­len unter­sucht. So wer­den auf man­chen ehe­ma­li­gen Rie­sel­fel­dern zur Zeit Gehölz ange­baut, die nach eini­gen Jah­ren zur Ener­gie­ge­win­nung gero­det wer­den. Auf ande­ren Flä­chen, wo kaum eine Nut­zung mög­li­ch war, wur­den Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen auf­ge­stellt.

Inzwi­schen wer­den die Stadt­gü­ter auch häu­fig für Aus­gleichs­maß­nah­men her­an­ge­zo­gen. Die­se sol­len bei gro­ßen Bau­maß­nah­men für einen öko­lo­gi­schen Aus­gleich in der Stadt sor­gen. Indem man die­se Aus­gleich­flä­chen aber außer­halb der Stadt anlegt, ver­rin­gert man den Nut­zen die­ser Flä­chen für die Stadt. Eine Rena­tu­rie­rung außer­halb des Ber­li­ner Stadt­ge­biets wirkt nicht der zuneh­men­den Ver­sie­ge­lung und Bebau­ung in der Stadt ent­ge­gen. Aus die­sem Grund soll­te dar­auf hin­ge­wirkt wer­den, dass die­se Aus­gleichs­maß­nah­men nah an der neu bebau­ten Flä­che durch­ge­führt wer­den.  Im Gegen­zug könn­ten sich die Stadt­gü­ter dann noch stär­ker den erneu­er­ba­ren Ener­gi­en wid­men. Dar­in liegt näm­li­ch ihr gro­ßer Nut­zen für Ber­lin.

Herausgeber: Danny Freymark | 21.11.2013

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