Meldung

Bürgerversammlung Falkenberg – Großer Andrang, viele Fragen

Obwohl im letz­ten Jahr 2.931 neue Plät­ze in Ber­li­ner Flücht­lings­hei­men geschaf­fen wor­den sind, reicht die Kapa­zi­tät bei wei­tem nicht aus. Um schnel­ler auf die zu erwar­ten­de Eng­pass­la­ge reagie­ren zu kön­nen, wer­den nun an meh­re­ren Stel­len am Ber­li­ner Stadt­rand, so auch in Fal­ken­berg, Con­tai­ner­dör­fer errich­tet.

Dan­ny Frey­mark, Mit­glied des Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­hau­ses, lud am 15.12.2014 zu einer Bür­ger­ver­samm­lung ins Bar­nim-Gym­na­si­um ein, bei der es dar­um ging, die Fal­ken­ber­ger Bür­ger über den aktu­el­len Pla­nungs­stand zu infor­mie­ren. Herr Gerst­le, Staats­se­kre­tär für Gesund­heit und Sozia­les, Dr. Prü­fer, stell­ver­tre­ten­der Bür­ger­meis­ter und Stadt­rat in Lich­ten­berg, Herr Zie­ge, Lei­ter des zustän­di­gen Poli­zei­ab­schnit­tes 61, Herr Möl­ler vom EJF, Betrei­ber der Flücht­lings­un­ter­kunft sowie Frau Jan­ke vom Stadt­eil­zen­trum Hohen­schön­hau­sen, stell­ten sich den Fra­gen der mehr als 200 inter­es­sier­ten Anwoh­ner. Dabei wur­de deut­li­ch, dass es nicht mehr um die Stand­ort­fra­ge selbst geht, son­dern wie das Vor­ha­ben kon­kret umge­setzt wird. In die­sem Zusam­men­hang konn­ten auch zahl­rei­che Ängs­te und Beden­ken der Bür­ger bezüg­li­ch der Sicher­heit, der Infra­struk­tur, der Auf­ent­halts­dau­er, der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung und der Beschu­lung durch belast­ba­re Daten und Fak­ten ent­kräf­tet wer­den.

Die wich­tigs­ten Fra­gen des Abends lau­te­ten wie folgt:

1. War­um wur­de der Stand­ort am Haus­va­ter­weg aus­ge­wählt, obwohl es gro­ße Kri­tik dar­an gab?

Der Senat mus­s­te auf­grund der rasant stei­gen­den Flücht­lings­zah­len ab August kurz­fris­ti­ge Lösun­gen fin­den und Bestands­ob­jek­te prü­fen. Das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für bestehen­de Objek­te ist teil­wei­se sehr lang­wie­rig, bei­spiels­wei­se auf­grund von Brand­schutz­nor­men, und kos­ten­in­ten­siv. Der Bau eines Con­tai­ner­dor­fes geht weit­aus schnel­ler. Laut Herrn Gerst­le ist der Stand­ort am Haus­va­ter­weg nicht grund­sätz­li­ch fal­sch, son­dern eine Fra­ge der Kapa­zi­tät.

2. Bleibt es bei der Zahl von 280 Plät­zen?

Im Haus­va­ter­weg bleibt es bei den 280 Plät­zen. In Zukunft sol­len ver­stärkt lan­des­ei­ge­ne Unter­künf­te genutzt wer­den.

3. Wann zie­hen die Flücht­lin­ge ein?

Die Flücht­lin­ge bezie­hen höchst­wahr­schein­li­ch im Mai 2015 das Con­tai­ner­dorf in Fal­ken­berg.

4. Wie lan­ge blei­ben die Flücht­lin­ge dort?

Ein durch­schnitt­li­ches Asyl­ver­fah­ren dau­ert ca. acht Mona­te. Per­spek­ti­vi­sch sol­len die Anträ­ge inner­halb von drei Mona­ten durch das BAMF bear­bei­tet wer­den.

5. Wel­cher Her­kunft sind die Flücht­lin­ge?

Die Flücht­lin­ge kom­men haupt­säch­li­ch aus Syri­en, Ser­bi­en, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na, Maze­do­ni­en und Eri­trea.

6. Wie wird die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung gewähr­leis­tet?

Flücht­lin­ge besit­zen einen Anspruch auf medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Alle Flücht­lin­ge wer­den auf TBC unter­sucht und die Kin­der erhal­ten Imp­fun­gen.

Auf der Ver­an­stal­tung wur­de auch der Unmut über man­geln­de Trans­pa­renz und feh­len­der Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Ver­gan­gen­heit deut­li­ch. Vie­le Anwoh­ner Fal­ken­bergs füh­len sich von der Poli­tik über­gan­gen und ver­ste­hen nicht, war­um sie in die Stand­ort­wahl nicht ein­be­zo­gen wur­den. Dar­aus soll­te und muss die Poli­tik ler­nen, denn nur wenn alle gemein­sam an einem Strang zie­hen kann eine Will­kom­mens­kul­tur für die Flücht­lin­ge ent­wi­ckelt wer­den.

Auch wenn an dem Abend nicht alle Fra­gen beant­wor­tet wer­den konn­ten, zieht der CDU-Abge­ord­ne­te Frey­mark ein posi­ti­ves Fazit: «Auf Grund von mehr­fach geäu­ßer­ten Beden­ken der Fal­ken­ber­ger Bür­ger hat sich die CDU in Lich­ten­berg von Anfang an mit einem offe­nen Brief gegen den Stand­ort am Haus­va­ter­weg in Fal­ken­berg aus­ge­spro­chen. In Ver­hand­lun­gen mit dem zustän­di­gen Sena­tor Cza­ja konn­te immer­hin eine Kom­pro­miss­lö­sung mit einer Ver­rin­ge­rung der dort unter­zu­brin­gen­den Flücht­lin­ge von 480 auf 280 erzielt wer­den.»

Herausgeber: CDU Hohenschönhausen | 15.12.2014

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