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Auszeichnung für Kommunalpolitiker – Danny Freymark ehrt Johannes Fest

Nach einer kur­zen Begrü­ßung durch die Stadt­rä­tin ergriff der Bür­ger­meis­ter Andre­as Gei­sel das Wort, um die Bedeu­tung auch kom­mu­nal­po­li­ti­schen Enga­ge­ments zu Zei­ten des Drit­ten Rei­ches zu beto­nen. Unter­malt wur­de die Ver­an­stal­tung durch eini­ge Musik­stü­cke.

Neben zahl­rei­chen Ehrun­gen für ehe­ma­li­ge Stadt­rä­te und Bür­ger­meis­ter wur­den auch kom­mu­nal geehrt. Einer von Ihnen war der Zen­trums­po­li­ti­ker Johan­nes Fest, wel­cher vom Abge­ord­ne­ten Dan­ny Frey­mark in einer Gedenk­re­de wie fol­gend geehrt wur­de:

»Sehr geehr­ter Herr Bür­ger­meis­ter,
sehr geehr­te Frau Beu­rich,
sehr geehr­ter Herr Dr. Sand­voß,
sehr geehr­te Ehren­gäs­te,
mei­ne sehr geehr­ten Damen und Her­ren,

es ist mir eine gro­ße Freu­de Sie heu­te an Johan­nes Fest erin­nern zu dür­fen. Johan­nes Fest wur­de am 6. Febru­ar 1898 gebo­ren. Er war wäh­rend der Wei­ma­rer Repu­blik in lei­ten­der Funk­ti­on beim repu­bli­ka­ni­schen Wehr­ver­band Reichs­ban­ner tätig, sowie Mit­glied in der Zen­trums­par­tei.

Vom Rund­erlass 1933 war der Lich­ten­ber­ger Schul­di­rek­tor und Kom­mu­nal­po­li­ti­ker zwar nicht direkt betrof­fen, jedoch wur­de ihm auf­grund sei­nes oppo­nie­ren­den Ver­hal­tens vom NS-Regime ein Berufs­ver­bot auf­er­legt, wel­ches sich dar­über­hin­aus auf den Nach­hil­fe­un­ter­richt erstreck­te. Meh­re­re Ange­bo­te, wie­der in den Schul­dienst zurück­zu­keh­ren, lehn­te er ab, denn sie waren stets an einem Ein­tritt in die NSDAP geknüpft. Eine für ihn lebens­frem­de Alter­na­ti­ve.

Von daher ist es wenig über­ra­schend, dass sein Sohn, der uns allen bekann­te His­to­ri­ker Joa­chim Fest, sei­nen Vater in sei­ner Bio­gra­fie als einen Mann beschreibt, der die Eigen­schaf­ten eines Bil­dungs­bür­gers, Preu­ßen, Katho­li­ken und demo­kra­ti­schen Ver­fas­sungs­pa­trio­ten ver­ein­te.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg war er Mit­glied der CDU und über­nahm gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung indem er von 1950 bis 1958 (1. bis 2. Wahl­pe­ri­ode) als Abge­ord­ne­ter von Ber­lin sei­nen Anteil am Wie­der­auf­bau der Stadt leis­te­te. Bereits im Jahr 1960 wur­de ihm die Ehre als Stadt­äl­tes­ter ver­lie­hen.

Es freut mich sehr, dass wir heu­te die­sen Mann ehren, der sich in einem außer­ge­wöhn­li­chen Maße gegen die Dik­ta­tur auf­lehn­te. Wie erin­nern uns an ihn als ein Vor­bild der Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft. Johan­nes Fest starb am 15. Sep­tem­ber 1960 im Alter von 62 Jah­ren.

Vie­len Dank für ihre Auf­merk­sam­keit.«

Herausgeber: CDU Lichtenberg | 12.03.2013

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